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Alle setzen auf Strom, das finde ich prima
Von M. M., 01. März 2010 – 10:23:00
Die Automobilindustrie, so liest man, setzt auf Elektroautos. Das ist doch schön. Denn Strom kommt bekanntlich aus einer sauberen kleinen Steckdose.
Da kommt es gerade recht, wenn die SP mit Blick auf die nächsten Wahlen eine "Cleantech"-Volksinitiative lancieren will. Bis 2030 soll der Energiebedarf der Schweiz "mindestens zur Hälfte" aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Die SP will damit 100'000 neue Arbeitsplätze schaffen.
In Deutschland stehen inzwischen 21'000 Windkrafträder in der Landschaft. Und rund 500'000 Quadratmeter sind mit Sonnenkollektoren belegt, teils auf Dächern, grössere Flächen auch auf Feldern.
Dieser Strom wird auf Jahre hinaus mit Milliardenbeträgen subventioniert.
Will man Gösgen (8099 Gigawatt Jahresleistung 2006) ersetzen, dann muss man den zwölf Windkraftanlagen in der Schweiz noch weitere 6'700 hinzufügen.
Gösgen deckt rund 15% des Jahresstrombedarfs der Schweiz. Will man die beiden zur Diskussion stehenden neuen Kernkraftwerke durch Windkraft ersetzen, dann müssten in der Schweiz über den Daumen gepeilt rund 13'000 Windräder gebaut werden.
Weil man auf einem Quadratkilometer je nach Grösse der Dinger höchstens 10 Windkraftanlagen bauen kann, müssen wir mit einer Fläche von 1'300 Quadratkilometern rechnen. Zum Vergleich, der Kanton Luzern weist eine Fläche von rund 1'400 Quadratkilometern auf.
Jetzt müssten alle die, welche sich für die sogenannt "erneuerbaren" Energien starkmachen, nur noch abklären, wo in der Schweiz diese Windkraftanlagen errichtet werden sollen.
Dann kann's losgehen.
Und die SP müsste noch die Frage beantworten, woher die Mitarbeiter für die 100'000 zusätzlichen Jobs in der Schweiz kommen sollen.
Ich meine, das sind doch relativ einfache Fragen, die sicherlich jemand beantworten kann.
- 6.0
- | Kategorie: Stromlücke
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Kommentare
Kommentare als RSS-Feed
Windenergie ist in der Schweiz nur sehr
- Von: you know who I am
- , 02. März 2010,
- 19:42
limitiert porduzierbar. Das weis jedes Kind. Die Sonnenenergie könnte jedoch alle Atomkraftwerke zusammen ersetzen. Die nach Süden ausgerichtete Dachfläche der Schweiz kann mehr als genug Sonneneergie herstellen. Ist also nur eine Frage des Willens und der Anzeize.
Was wir hier in der Schweiz tun, ist jedoch nicht unbedingt entscheidend. Immer mehr Stromkonzenre investiern im Ausland, und tauschen Strom. Da ist also alles möglich. Man könnte 10 AKWs à la Gösgen mit Windanlagen errchten, und dann entsprechend den Strom importieren. Was bringt das aber? Für das Klima gerade mal 0,0000123% Verbesserung.
Wie Sie alle wissen, wird 70% des Strombedarfes durch Kohle- und Gaskraftwerke produziert. Dieser Prozentsatz wird nicht stark reduzierbar sein, das der Strombedarf weltweit steigen wird, und die reichlich und günstig verfügbare Kohle und das Gas entsprechend verbraucht werden wird.
Fazit: es gibt 2 Massnahmen:
- CO2 Bindung - die Technologie ist vor der Marktreife.....Damit können dank entsprechender Subventionen weltweit schnell der grösste Anteil an CO2 reduziert werden, vor allem da mehr und mehr Fahrzeuge auf Strom umstellen werden, und der CO2 Ausstoss des Verkehrs auf die Kraftwerke verlagert werden.
- parallel dazu die Förderung und der Ausbau der enreuerbaren Energien.
AKW's sind nur limitier eine Alternative, da der CO-2 Verbrauch grösser ist, als man denkt (von der Förderung bis zur Endlagerung).
Die Gefahren sind zudem ja hinreichlich bekannt.
M.M. - bitte dem Klimarat der UNO weiterleiten. Sie haben doch so gute beziehungen.
Wir brauchen Bandenergie
- Von: albi
- , 02. März 2010,
- 10:23
und nicht Energie, die je nach Sonneneinstrahlung oder Wind Engergie liefern. Denn was gerne vergessen geht; für jedes KW, das via Sonnen- und Windenergie hergestellt wird, benötigen wir ca. 60% Bandenergie, die sicherstellt, dass auch trübem Wetter und fehlendem Wind Energie produziert werden kann. Je mehr "etterabhängige" Energieproduktionsstätten erstellt werden, desto mehr Bandenergie benötigen wir. Und da kommen wir um Atomstrom nicht herum. Die von M.M. propagierte Energieeffienz ist ein Faktor, der aber durch die Anzahl Mehrverbraucher überkompensiert wird.
Re: Alle setzen auf Strom, das finde ich prima
- Von: U. Haller
- , 02. März 2010,
- 08:59
@ tin
Alle unsere dereinst den Ende ihres Lebenszyklus' erreichenden KKWs mit erneuerbaren Energien substituieren zu wollen, ebenso den recht ansehnlichen Teil, der durch Lieferverträge mit Frankreich und durch die Verbrennung fossiler Energieträger abdeckt wird (schauen Sie mal unsere diesbezüglichen Statistiken an), sind grüne Hirngespinste, Wunschdenken. Auch so visionäre Projekte wie eine Mega-Photovoltaikanlage in der Sahara.
Mein werter Nachbar lässt demnächst bohren, sogar 200m tief. Das ist teuer und auch keine schlechte Lösung, doch die braucht auch wieder Strom. Und der Stromverbrauch steigt, allen Unkenrufen der 2000W-Gesellschaft-Protagonisten zum Trotz. Da können Sie den ganzen Alpenkamm ("Trittst im Morgenrot daher, Seh' ich dich im Windradmeer%u2026") mit Windrädern zupflastern. Jett können Sie MM's Zahlen mal hochrechnen!
Nein, wir brauchen neue KKWs. Das ist unbestritten. Aber kaum einer in unserer Regierung will Farbe bekennen. Und wenn die Stromlücke kann wirklich ausweichlich wird, sind die Verantwortlichen nicht mehr am Ruder. Sogar unser langlebiger Energieminister nicht mehr.
Das Ganze ist eine typisch helvetische Verhinderungs- und Verzögerungstaktik, wie bei unseren Sozialwerken. Und auslöffeln muss die ganze Chose die nächste Generation. Manchmal sehne ich mir das 19. Jahrhundert zurück, wo die Schweiz noch von visionäre Kräften vorangetrieben wurde. Aber das ist leider Vergangenheit.
Re: Und was
- Von: M.M.
- , 02. März 2010,
- 08:55
Wenn man kein Gaskraftwerk will (und sich von der Illusion von der gefahrlosen Lagerung von CO2 im Untergrund varbschiedet), gibt es derzeit keine Alternative, um den steigenden Bedarf zu decken.
Wobei ich die Idee, von Sonnenkraftwerken in der Wüste sehr interessant finde. Mit allen politischen Problemen, die das mit sich brächte. Denn wollen wir tatsächlich auch noch bei Strom von den Nachfolgern Gaddafis abhängig werden?
Und selbstverständlich Energie sparen und neue Techniken entwickeln. Gerade hier bin ich eigentlich sehr zuversichtlich.
Aber wenn jemand genügend Land in der Ostschweiz oder sonst wo findet (Jura?), wo man mehrere Hundert Windrafträder aufstellen kann, warum nicht.
Re:Re Und was
- Von: rumpelstilz zwei
- , 02. März 2010,
- 20:04
Es gibt ja zu Wind-und Sonnenenergie-Projekten in der Wüste das DESERTEC (vormals TREC) -Projekt und Stiftung.Rein technisch eine fazinierende Idee,weil Sonne und Wind genutzt werden,wo sie wirklich konstant vorhanden sind.Auch könnte aufgrund des weiten Gebietes in Nordafrika/Sahara wohl einiges an Energie produziert werden.
Natürlich gibt es nicht wenige Einwände gegen das Vorhaben,etwa geopolitischer Natur,aber auch wirtschaftliche und energiepolitische Bedenken.Immerhin,eine interessante Geschichte.
Und von wegen geopolitisch:es gab in der Geschichte wenige Beispiele ,wo die Herren der fossilen Brennstoffe mit der Macht gespielt haben und uns zu Fussgängern machte.
Ein bisschen Ironie:wäre doch geil,wenn Marokkaner,Tunesier oder Algerier anstatt als Strassenverkäufer plötzlich als Energiebarone mit goldenen Bentleys im Ritz,Hariott oder Palace absteigen würden....
Re:Re:Re Und was ..Hier DESERTEC-Link
- Von: rumpelstilz zwei
- , 02. März 2010,
- 20:05
Re: Alle setzen auf Strom, das finde ich prima
- Von: Guntram Rehsche
- , 01. März 2010,
- 16:14
Was bitte schön, ist denn gegen 100'000 neue Arbeitsplätze einzuwenden? Anstatt die teuren Öl- und Gasrechnungen ins Ausland zu begleichen?
Sodann ist die Rechnung mit den Windrädern falsch, auch wenn die Windverhältnisse in der Schweiz nicht so günstig sind.
Zur Erläuterung: Ein Windrad hat heute eine Leistung von 2-3 MW und erbringt jährlich mehrere tausend kWh Strom. Um Gösgen zu ersetzen braucht es also bei angenommenen 3000 kWh Ertrag nur rund 2500 Windräder. Das ist von der Leistung her konservativ gerechnet - die Windräder werden noch leistungsfähiger. Also bitte in richtigen Dimensionen rechnen.
Dafür gibt es eine schöne Rechnung für photovoltaisch erzeugten Strom - er könnte spielend einen Drittel des gesamtschweizerischen Verbrauchs erzeugen, und das alles auf bestehenden Dächern! Die AKW's sind also x-fach überflüssig!
Ein Blick nach Deutschland zeigt die Dimensionen: Dort werden bereits ca. 7% des Stromverbrauchs durch Wind und 1% durch Sonne erzeugt.
Re: Re: Alle setzen auf Strom, das finde ich prima
- Von: M.M.
- , 01. März 2010,
- 16:33
Das das mit der Berechnung kommen wird, war mir klar. Aber sie können es selbst nachrechnen.
12 Windenergieanlagen an 5 Standorten in der Schweiz erbringen jährlich 15.2 GWh Strom (Schweizerische Energiestiftung). Gösgen Jahresproduktion 2006 8099 GWh (Wikipedia).
Es gibt keine 100'000 Arbeitskräfte im Inland für diese Jobs.
Aber schön ist ihr Beispiel von den 1% Sonnenstrom. Wie gesagt: 500'000 m2 auf Jahre mit Milliarden Euros subventioniert.
Nehmen wir jedoch an, es bräuchte nur 2500 Windanlagen um Gösgen zu ersetzen. Der Platzbedarf für diese Minivariante beträgt demnach 25 Quadratkilometer Landfläche. Wie gesagt, ist ganz einfach: Man muss nur noch diese 25 Quadratkilometer Fläche suchen. Wenn man die hat, geht's los.
Noch eine Statistik
- Von: Paule
- , 01. März 2010,
- 17:10
Die Winstromstatistiken sind wohl auch nicht das, was man exakt nennen kann.
Das Bundesamt für Energie schreibt:
"2007 gibt es in unserem Land über 30 Anlagen, die insgesamt rund 14 Gigawattstunden (GWh) Windstrom produzieren. Der grösste Windpark befindet sich auf dem Mont Crosin im Berner Jura bei St. Imier: hier stehen acht Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 7'660 kW."
So oder so: Windkraft wird sich in der Schweiz nicht durchsetzen, weil schon der Bau von 100 weiteren Anlagen eine erstaunliche Zahl wäre.
Dass in der Schweiz gar tausend Windräder oder 2000 oder gar 6000 mit einer Höhe von 140 Metern, also mehr als doppelt so hoch wie die Basler Münstertürme gebaut werden, ist wohl ein ziemlich kühner Traum
Re: Noch eine Statistik
- Von: Paule
- , 01. März 2010,
- 17:12
habe den Link vergessen für Skeptiker:
http://www.bfe.admin.c... />
Re: Alle setzen auf Strom, das finde ich prima
- Von: Thomas Schaad
- , 01. März 2010,
- 15:33
Weiter sollte die SP noch erklären, woher der Strom bei Windstille oder zu starkem Wind herkommt. Ein KKW liefert den Strom immerhin Wetterunabhängig.
Ausbildung
- Von: Anton Keller
- , 01. März 2010,
- 13:16
Schicken wir doch die 100'000 Arbeitslosen auf 2500m Windräder bauen.
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Hier übrigens noch eine Empa-Studie
welche den CO2 Ausstoss verschiedener Energieproduktionsarten aufzeigt:
Biogas aus Gülle 50 gr.
Solarstrom /Photovoltaik (Elektromotor) 60 gr.
Biodiesel aus Altspeiseöl (Schweiz) 80 gr.
Biogas aus Holz (Synthesegas) 90 gr.
Ethanol aus Zuckerrohr (Brasilien) 100 gr.
Strom aus Gaskombikraftwerk (Schweiz/ Elektromotor) 120 gr.
Ethanol aus Biomasse (Schweiz) 120 gr.
Strom aus europäischem Strommix (AKW, etc) 130 gr.
Biogas aus Kompost/Bioabfall 150 gr.
Biodiesel aus Palmöl (Malaysia) 170 gr.
Biodiesel aus Raps (Schweiz) 180 gr.
Erdgas 230 gr.
Diesel 260 gr.
Benzin 290 gr.