Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Aufruf zum "antifiskalischen Bürgerkrieg"
Von M. M., 10. Juni 2009 – 15:07:00
Wir leben gegenwärtig keineswegs ,im Kapitalismus', sondern in einem massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus.
Schreibt heute Peter Sloterdijk in der FAZ. Er fordert deshalb zum "antifiskalischen Bürgerkrieg" auf.
Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich auf Kosten der Armen, so kann es in der ökonomischen Moderne dahin kommen, dass die Unproduktiven mittelbar auf Kosten der Produktiven leben- und dies zudem auf missverständliche Weise, nämlich so, dass sie gesagt bekommen und glauben, man tue ihnen unrecht und man schulde ihnen mehr.
Tatsächlich besteht gut die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen oder niederen Einkünften, die von Abgaben befreit sind und deren Subsistenz weitgehend von den Leistungen der steueraktiven Hälfte abhängt.
Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuern so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden...
Quellen:
FAZ und Oliver Luksic
- 6.0
- | Kategorie: Politik
Tags:
Technorati-Tags:
Kommentare
Kommentare als RSS-Feed
Re: Aufruf zum "antifiskalischen Bürgerkrieg"
- Von: PCF.
- , 10. Juni 2009,
- 15:46
Bravo! Eine, mit der Regel bestätigenden Ausnahme, sehr zutreffende Analyse. Auf uns übertragen behaupte ich, Basel wäre für Alle, die hier Domizil haben eine fiskalische Perle, wenn es vom Basler Patriziat, auf der Grundlage von in der Tat einklagbaren Grundrechten natürlich, geführt und dies von intelligenten, freien Medien und natürlich der Wirtschaft kontrolliert würde.
Backlinks
- http://slug.ch/
- http://www.slug.ch/
- http://rivva.de/about/http://www.faz.net/s/Rub117C535CD…
- http://news.freiheitsforum.com/
- http://www.google.ch/
- http://www.google.de/reader/view/
- http://rivva.de/
- http://feeds.feedburner.com/ArlesheimReloaded
- http://www.netvibes.com/vcc
- http://der-verwerter.ch/news/index.php?hours=48
- http://nettipaivakirja5.blogspot.com/
- http://online.messmerpartner.com/de/
- http://www.contextlink.blogspot.com/
- http://www.google.com/ig
- http://www.netvibes.com/
- http://www.google.de/search?q=%22antifiskalischer+b%C3%…
- http://www.google.com/search?q=Aufruf+zum+fiskalischen+…
- http://facts.ch/articles/2431370-aufruf-zum-antifiskali…
- http://www.politik-blogs.ch/page/2
- http://news.freiheitsforum.com/page/2/
- http://blogsearch.google.de/blogsearch?client=news&um=1…
- http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1T4GGLD_deDE312DE…
- http://www.google.com/search?hl=de&client=safari&rls=de…
- http://www.google.de/search?hl=de&q=antifiskalischer+B%…
- http://feedproxy.google.com/~r/ArlesheimReloaded/~3/78g…
- http://www.google.de/search?q=antifiskalischer+B%C3%BCr…
- http://www.google.de/search?hl=de&q=%22antifiskalischen…
- http://news.freiheitsforum.com/page/3/
- http://www.google.de/search?hl=de&q=antifiskalischer+B%…
- http://blogmonitor.de/news/show/Eine_Abrechnung_mit_der…
- http://www.wikio.de/search/Peter+Sloterdijk?start=15&co…
- http://www.ordnungspolitik.ch/lese-empfehlungen/
- http://de.search.yahoo.com/search?p=faz+sloterdijk+b%C3…
- http://search.live.com/results.aspx?q=antifiskalischen
- http://www.wikio.de/blogs/politik?start=120&count=15&so…
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/07/04/mit-der-…
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/
- http://kriegspostille.blogspot.com/2009/07/gegen-fdp-un…
- http://www.google.de/reader/view/?hl=de&tab=wy
- http://www.bloglines.com/myblogs_display?sub=47411653&s…
- http://kriegspostille.blogspot.com/
- http://kriegspostille.blogspot.com/search?updated-max=2…
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/ticker/347924/
- http://mein-parteibuch.com/blog/
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/07/04/mit-der-…
- http://womblog.de/
- http://womblog.de/2009/07/05/mit-der-fdp-in-den-buerger…
- http://womblog.de/2009/07/
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/?showresults=1
- http://www.google.com/reader/view/?tab=my
- http://juliehamburg.wordpress.com/
- http://juliehamburg.wordpress.com/2009/07/06/mit-der-fd…
- http://www.arlesheimreloaded.ch:80/search/
- http://creamneuron.tumblr.com/post/152886335/wir-leben-…
- http://www.klaus-baum.info/2009/07/08/noch-einmal-zu-sl…
- http://womblog.de/2009/07/05/
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/kapitel/krieg/page/…
- http://www.google.de/search?q=Sloterdijk%3A+Aufruf+zum+…
- http://www.google.de/search?client=firefox-a&rls=org.mo…
- http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=3&ur…
- http://www.google.de/search?client=opera&rls=de&q=Slote…
- http://www.google.com/search?q=Antifiskalischer+B%C3%BC…
- http://www.mein-parteibuch.com/blog/kapitel/fdp/
- http://geistmonumente.blogspot.com/
- http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ve…
- http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ve…
- http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ve…
- http://de.search.yahoo.com/search?p=Sloterdijk+antifisk…
- http://209.85.129.132/search?q=cache:n8wgp-TH0egJ:www.m…
- http://rivva.de/http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441…
- http://www.google.at/search?hl=de&q=antifiskalischer+B%…
- http://209.85.135.132/search?q=cache:n8wgp-TH0egJ:www.m…
- http://de.forestle.org/search.php?q=faz+Sloterdijk&meta…
Neu: Online Relations
Suche:
Der Autor
Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
...weiterlesen
Blog abonnieren
Per E-Mail abonnieren:
RSS steht für Really Simple Syndication und ist ein Plattform unabhängiges Format, um Informationen im Web auszutauschen. RSS wurde entwickelt, um Nachrichten über das Web zu verbreiten. Mittlerweile hat sich RSS zu einem weitverbreiteten Standard für den automatisierten Austausch von Onlineinhalten aller Art (Blogs, Foren etc.) entwickelt.
Aktuelle Kommentare
Re:Respektlos
Lieber Herr Jäggi,
ich dachte vielleicht auch...
rumpelstilz zwei
Respektlos
Schlimmer als die FDP ist Ihre Verachtung und Respektlosigkeit
Lobbyismus gehört zur Politik
Die Schweiz kennt verschiedene stark institutionalisierte...
Beat
das hatten wir alles schon..
so Arbeitnehmer (Arbeiter-)Partei(en). Die PdA (Partei...
Bern-i
Burghölzli...
...wäre ein guter Ort,wo die FDP im April tagen könnte.Ein...
rumpelstilz
Sie heulen auf hohem Niveau!
Deshalb heule ich mit Ihnen, halte ihr Händchen, und...
invi
Jaruzelski
Mir kommt bei solchen Abläufen und Richtungsänderungen...
LINDER
wie zu Zeiten des 'Mann vom Tal'...
heute bekannt unter dem Namen Willi (William for english-speaking...
Bern-i
Rache ist süssss.. oder es kommt wie vora..
vorausgesehen - Ja, die Abhängigkeit vieler (51%, Mehrheit)...
Bern-i
@invi: Schön wär's...
wenn es mit dem Engerschnallen des Gürtels schon getan...
Oservatore Profano
Anzeigen
Blogroll
Arlesheim im Netz
Status
Online seit 1133 Tagen
Zuletzt aktualisiert:
09. März 2010, 18:50:43

Dieses Weblog untersteht der Creative Commons Lizenz.
Powered by ![]()












Systemfrage analyse
Kapitalismus ist das erste gesellschaftliche System in der Geschichte. Noch nie war die Verkettung in der Reproduktion des Lebens so weit gefächert und gleichzeitig so dicht. Die Betriebswirtschaft hat sich großflächig zerlegt. Nicht einmal Schuhcreme kann mehr hergestellt werden ohne tief gestaffelte Funktionsteilungen und Infrastrukturen; sogar Obst und Milch werden kontinental distribuiert. Aber diese mit einem modischen Ausdruck als allseitige Vernetzung bezeichnete Gesellschaftlichkeit befindet sich in der Form der Privatheit und Einzelheit von Unternehmen und Individuen. Der Zusammenhang des Ganzen, in der Sozialwissenschaft als %u201Egesellschaftliche Synthesis%u201C bezeichnet, wird von der %u201Eunsichtbaren Hand%u201C der universellen Marktkonkurrenz gesteuert, die allen Akteuren als blinde Macht der Systemgesetze gegenübertritt.
Obwohl die verselbständigte Dynamik dieses unbeherrschten Zusammenhangs ökologisch und ökonomisch an die Wand fährt, ist nichts so sehr tabuisiert wie die bewusste gesellschaftliche Planung. Der Neoliberalismus gilt als bankrott, aber er hat im gesellschaftlichen Bewusstsein eine beispiellose Orientierung an der ökonomischen Froschperspektive hinterlassen. Die schwachen Regulationsphrasen der Wirtschaftsgipfel brechen sich an den nationalen und unternehmerischen Einzelinteressen, die immer schon die blinden %u201EMarktkräfte%u201C voraussetzen. Aber auch die Individuen, sogar die verarmten und prekarisierten, erleben sich wie nie zuvor als konkurrierende Gesellschaftsatome. Von den Milchbauern bis zu den Fluglotsen gibt es nur noch partikulare Sonderkämpfe, die den undurchdringlichen gesellschaftlichen Zusammenhang außen vor lassen. Wenn die Beschäftigten eines strauchelnden Autokonzerns mit T-Shirts herumlaufen, auf denen %u201EWir sind Opelaner%u201C steht, haben sie sich schon den betriebswirtschaftlichen Standpunkt zu eigen gemacht; einschließlich der Bereitschaft, sich im Interesse ihrer prekären Existenz ins eigene Fleisch zu schneiden.
Aber auch die demoralisierte Gesellschaftskritik denkt aus der ökonomischen Froschperspektive. Die %u201Esolidarische Ökonomie%u201C will nur noch kleine Alternativen %u201Enebenhinaus%u201C, an der destruktiven %u201Egesellschaftlichen Synthesis%u201C vorbei %u2013 von der Nachbarschaftshilfe bis zur Geldpfuscherei von Regionalwährungen. Genossenschaften, Betriebsbesetzungen und Belegschaftsbetriebe beschränken sich auf Selbstverwaltungsversuche im jeweiligen Binnenraum ihrer Produktion, aber sie scheitern dann wie zuletzt in Argentinien an den Zwängen der Marktkonkurrenz oder müssen zur Selbstausbeutung übergehen. Die %u201Eselbstorganisierte Armut%u201C ist sowieso eine Option der kapitalistischen Krisenverwaltung.
Solange das Problem der %u201Egesellschaftlichen Synthesis%u201C nicht geknackt wird, gibt es keine Alternative. Es wird Zeit, dass die sozialen Bewegungen die gesellschaftliche Planungsfrage wiederentdecken. Das geht nicht in partikularen %u201EModellen%u201C, sondern nur im großen gesellschaftlichen Maßstab unter Einschluss der Infrastrukturen. Der Staat wäre in dieser Hinsicht der Bock als Gärtner, weil er nur die zusammenfassende Instanz der privaten Marktinteressen bildet. Deshalb ist ja der Realsozialismus als staatsbürokratische Planung des Marktes gescheitert. Die Aufgabe besteht in einer gesamtgesellschaftlichen Planung des Ressourcenflusses jenseits von Markt, Staat und nationaler oder regionaler Borniertheit. Daran will gegenwärtig fast niemand denken. Aber die tiefe Krise der herrschenden Form von Gesellschaftlichkeit könnte das Problem auf die historische Tagesordnung setzen.