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Äpfel mit Birnen vergleichen

Eben habe ich im Tagi den Blogbeitrag von Philipp Löpfe auf Seite 24 gelesen. Er schreibt über das Wirtschaftswunder in Chile, das dazu geführt hat, dass die Zahl der "in Armut lebenden Chilenen" auf 14 Prozent gesunken sei.

Toll!

Denn damit haben die Chilenen sich der Schweiz angenähert, wo gemäss Caritas 10 Prozent der Bevölkerung arm ist.

Wie beispielsweise dieser Buschauffeur im Thurgau, der im Monat gegen 5'000 Franken verdient, dem aber, nachdem alles bezahlt ist, nur noch 1'500 Franken fürs Leben bleiben. Wie seine Frau am Radio sagt. Nein, aufs Auto könnten sie nicht verzichten, weil damit ihr Mann zur Arbeit fährt.

Ich weiss, man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

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Statistik

  • Von: LINDER
  • , 30. Dezember 2009,
  • 16:06

Glaub keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast, hat Winston Churchill mal gesagt. Wenn ein Politiker mit Zahlen operiert, ist schon programmiert, dass die Zahlen tendenziös verwendet werden.
Bei allem Respekt zu den Menschen mit weniger Geld (ich habe auch einen Freunde, die von Sozialgeld leben), aber der Ausdruck Armut wird in unseren Breitengraden allzu inflationär verwendet. Ich habe in Südostasien Armut gesehen, in Südamerika und in Osteuropa, und es käme einem Hohn gleich, wenn die dortige Armut mit einer solchen gleichgestellt wird bei uns, die dann auch so benennt wird.
Sozialer Ausgleich soll stattfinden, damit eine Gesellschaft als gerecht empfunden wird. Wenn Caritas Chef Fasel davon redet, dass http://bazonline.ch/sc... /> es '400'000 Schweizern dreckig geht', dann fragt sich die Frage nach dem Standard. Und wenn dieser Fasel sagt: 'Es gibt mehr arme Schweizer als arme Ausländer in der Schweiz', dann ist das die bewusste Verdrehung einer Statistik (das Verhältnis CH - Ausländer ist ja bekanntlich 79:21 %). Wenn es real (also nicht proportional..) mehr arme Schweizer gibt, sagt dies nichts über den Anteil der CH - Ausländer. Fakt ist, dass wir die Armut auch importiert haben.
Zur Statistik: Würde man die Hürde eines Sozialfalls um 300 Franken erhöhen, hätte man im Nu Tausende neuer Armer in der Statistik.
Selber denken ist also immer noch nötig, um Dinge konkret zu verstehen. Auch im neuen Jahr.

Re: Statistik

  • Von: U. Haller
  • , 30. Dezember 2009,
  • 18:57

@ Linder
Ohne das Faktum Armut verniedlichen zu wollen, nervt mich doch das komödiantenhafte Auftreten des Gewerkschafters Fasel, der jetzt bei Caritas (Motto: christliche Nächstenliebe pusht Wirtschaftswachstum) das Sagen hat. Nur präsentiert er keine Lösungen. Kann er nicht, konnte es auch nie. Aktionstage? Lachhaft. Das gibt einmal mehr ein Eigengoal, leider. Fasel ist ja auch ideologisch nicht sehr weit von Leuenbergers groteskem Aktionismus oder Zieglers moralisierendem Prophetentum entfernt.

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  • Stand: 12:34:53 - 12.03.2010

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