Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Ein wunderschöner Abgesang aufs Rauchen
Von M. M., 14. März 2010 – 09:19:00
Einer der noch immer genau so aussieht, wie man sich in der hügeligen Schweizer Provinz einen Schriftsteller vorstellt, ist Herr Bichsel, Schriftsteller. Er ist auch so und eben 75 geworden.
Das Tagi-Magazin, das wir jeden Samstag gleich zweimal zugestellt bekommen und auch online lesen könnten, DAS MAGAZIN hat Herrn Bichsel ein paar Seiten gewidmet, ein wirklich netter Text.
Eigentlich handelt es sich nicht wirklich um ein Porträt von Herrn Bichsel, sondern um einen Abgesang aufs Rauchen in der Beiz. Herr Bichsel ist seit Jahrzehnten starker Raucher und scheint so wie Helmuth Schmidt all jene notorischen Lungenreinhalteprediger Lügen zu strafen, die da behaupten, Rauchen sei tödlich.
Selbstverständlich werden Herr Bichsel und Herr Schmidt auch sterben. Nur ist es bei den beiden inzwischen egal, ob dereinst die tägliche Packung Zigaretten als Ursache gelten wird.
Das Rauchverbot trifft Herrn Bichsel im Kern seines Seins als Schriftsteller. Denn Herr Bichsel findet im heimatlichen Solothurn keine Beiz mehr, wo er sich sein Menü 1, ein Glas Rotwein und Zigarette, geniessen kann. Menü 2 besteht aus einer Tasse Kaffee mit Wasser. Und Zigaretten.
Auch wenn das Kreuz den Charme einer alternativen Beiz konserviert, hat man dort in vorauseilendem Gehorsam bereits das Rauchverbot eingeführt, vermutlich weil die Linke im Kanton an vorderster Front dafür kämpfte. Peter Bichsel ist sprachlos, als könne er nicht verstehen, wieso eine Linke und wieso erst recht eine Beiz so genuss- und kulturfeindlich sein können, dass sie ein Rauchverbot umsetzen. Er fühlt sich sichtlich fremd an diesem Ort, den er zuvor fast täglich aufgesucht hat, an dem er immer als Erstes die Zigarettenpackung aus der Tasche kramte und auf den Tisch legte. Jetzt bleibt die Packung in der Tasche und Bichsel stumm.
Einen schöneren Abgesang aufs Rauchen habe ich noch selten gelesen.
- 6.0
- | Kategorie: Kultur
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Kommentare
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Re: leider kenne ich seine romane nicht, ich
- Von: Ben Palmer
- , 15. März 2010,
- 00:22
@invi: schön, das Sie viele Bücher haben, schön, dass Sie fussballbegeistert sind, schön, dass Sie den Frühling geniessen wollen ... unschön, dass Sie gewisse Menschen nur danach kategorisieren, ob sie gerne rauchen oder nicht rauchen.
PS: schön auch für Sie, dass Sie jederzeit, an jedem Ort in jeden der über 100'000 Gastbetriebe in der Schweiz gehen können, ohne dass Ihnen der Rauch einer Zigarette über den Weg zieht. Da Sie aber nie dazu kommen, alle diese Gastbetriebe zu beehren, wäre es sicher Ihrem Elan und Ihrer Dynamik nicht abträglich, anderen Menschen auch einen Platz zuzugestehen, wo sie nach eigenem Wunsch und Willen glücklich sein können.
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Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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leider kenne ich seine romane nicht, ich
kauf bücher, und ich bin begeistert von ihnen. viele bücher sind jedoch in meiner bibliothek, ohne dass ich sie zu ende gelesen habe. aber sie sind da, und der trotz bleibt, dass ich sie ja späer einmal lesen kann, wenn ich mehr zeit habe. so habe ich die bücher vo bill clinton, barack obama, von sibylle berg und von lilian thuram noch auf der leseliste....liliam thuram, der so uunglaublich gut fussball spielte, ein verteidiger wie es ihn kein zweites mal gibt, der erst noch weltmeisterschaftstore schiesst. ja, erhat ein buch geschrieben, über afrika, über die afrikanische vorfahren, die aus auch gibt, grosse bedeutende männer und frauen. afrika, der kontinent, der in den nächsten monaten am medienhimmel glitzern wird, mit seinen imensen naturschönheiten, und mit seinen ungezählten kulturen, farben, musik, und fussball. ich freue mich auf diesen frühling. ganz ohne zigarette. ich bewundere serge gainsbourgh, mit zigarette. helmut schidt sicherlich nicht, den er war ein verknöcherter alter mann, so wie ich ihn kannte. vielleicht war er einmal anders, als er jung war, aber das bild das er bei mir hinterlässt, ist trotz meines sozialdemokratischen gedankengutes ein marodes. sozialdemokratie muss von jungen getragen werden, die damit auch einen gewissen elan verbinden, eine dynamik, und nicht nur gedanken im rauch. ich freue mich auf die rauchfreien restaurants, ein gutes essen mit einem guten glas wein in der bodega, oder in der kunsthalle, oder in der harmonie, oder im konrhäuschen. ich atme jeden tag die pure luft ein, auf meinem bike, und ich bin fit und gesund. raucher? probleme? was ist das?