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Blocher in der Opposition
Von M. M., 13. Dezember 2007 – 22:15:00
Wenn man den Nach-der-Wahl-Diskussionen zuhört, dann scheint die Welt für die Grün-Linke und die CVP wieder in Ordnung zu sein: Die SVP hat ihre beiden Sitze im Bundesrat, Herr Blocher ist weg, jetzt kann man sich wieder auf die Sachpolitik konzentrieren. Nur die FDP gibt sich auffällig ruhig.
Dann kommen die Historiker und die Politologen zu Wort und die erzählen uns Anekdoten aus den Neunzigern des vorletzten Jahrhunderts, den Dreissigern des letzten Jahrhunderts, aus den fünfziger Jahren und verstehen diese als Beweisführung, dass die politische Welt in Bern nun wirklich wieder in Ordnung sei.
Im Militär konditionierte Demokraten
Lassen wir mal aussen vor, dass da von Zeiten geredet wird, in denen die Schweizer Frauen weder Stimm- noch Wahlrecht hatten. Vergessen wir mal, dass da Zeiten als Vergleichsgrössen herbeigezogen werden, in denen in militärischen Wiederholungskursen konditionierte Männer, jährlich frisch mit Gehorsam geimpft und justiert an die Regeln des Oben und Unten politische Entscheidungen fällten. Die daran glaubten, der da vorne, der im Militär die Befehle gab und im Alltag die Lohntüte, es schon richten werde. Die reden von einer Zeit, als die Parteizugehörigkeit vom Vater auf den Sohn vererbt wurde.
Es fehlt derzeit offensichtlich vielen in diesem Land an der nötigen Fantasie, sich vorzustellen, es könne auch ganz anders rauskommen. In der Tat ist es schon so, dass in diesem Land niemand Erfahrung mit dem Umgang mit einer Opposition hat.
Im Übrigen – um auch mal einen Vergleich zu ziehen – kann daran erinnert werden, dass die FPÖ des Herrn Haider erst wirklich erstarkte, als sie von den andern Parteien ausgegrenzt wurde.
Angebot und Nachfrage
Aber es ist nun mal nicht auszuschliessen, dass die SVP sich sehr rasch in die neue Rolle einleben wird. Beispielsweise dadurch, dass man nicht in den politischen Kategorien der letzten hundert Jahre weiterdenkt, sondern die Politik als Markt von Angebot und Nachfrage begreift.
Mit ihren Marketingmethoden, die jeder Product Manager im Schlaf runter singen kann, hat die Partei dreissig Prozent der Wählerstimmen geholt, mehr als jemals eine Partei zuvor. Dieses Ergebnis wird in den historisierenden Erklärungsversuchen grosszügig ausgeblendet.
Wir haben es überdies mit einer völlig neuen Medienwelt zu tun. Statt verschlafener Parteiblätter wie damals, ist Instant messaging angesagt. Die SVP ist die bislang einzige Partei, welche die volle Klaviatur der sich in einem rasanten Wandel befindlichen Medienwelt beherrscht. Sie ist die einzige Partei, die sich als Kommunikationsunternehmen begreift.
Politik als Hobby
Das kostet Geld. Darüber verfügt die SVP dank Herrn Blocher reichlich. Und damit kommen wir zum zentralen Punkt: Wenn ein Herr Bertarelli mit seinen Milliarden den Segelsport als Lebensaufgabe begreift, ein Herr Murdoch aus Spass und Eifer mit noch mehr Geld Zeitungsverlage in aller Welt zusammenkauft, Frau Oeri sich einen Fussballclub und daneben noch ein Puppenhaus leistet, dann hat Herr Blocher sich ein nicht mal so teures Hobby zugelegt: Die schweizerische Politik.
Über zwei bis drei Milliarden Franken soll er gemäss Bilanz verfügen. Zwei-, dreihundert Millionen in einem persönlichen Politfonds angelegt, da lässt sich schon mit dem Zinsertrag sorgenfrei wirtschaften. Mit diesen Mitteln kann man einen Markt aufbauen.
Herr Blocher in der Opposition heisst, freien Zugang zu jeder Zeit zu allen Medien. Und die werden sich noch so dankbar an ihn wenden, ihn zu allem und jedem befragen. Herr Blocher – der institutionalisierte Kontrapunkt.
Nichts hat sich geändert
Mir ist nicht ganz klar, wie man da davon reden kann, man könne jetzt wieder zur Tagesordnung übergehen. Zumal sich grundsätzlich ja nichts geändert hat: Die FDP ist nach wie vor orientierungslos, die CVP ohne klares Profil, die SP in einer tiefen Sinnkrise und die Grünen kommen nicht so vom Fleck, wie sie sich es vor den Wahlen vorgestellt haben. Im Westen also nichts Neues. Ausser der Opposition, die dieses Land nun plötzlich hat.
Und wer meint, die von der SVP würden mit der Zeit schon zurückkehren zur Futterkrippe der Konkordanz, könnte sich gewaltig täuschen. Herr Blocher und die SVP haben sich schon vor Jahren aufgemacht, das politische System der Schweiz neu auszurichten. Diesen Weg werden sie jetzt erst recht nicht verlassen.
Sein letztes Gefecht
Der Lebensweg des Herrn Blocher ist mit Demütigungen und Niederlagen gepflastert, die Wegwahl steckt der weg. Doch dieses Mal ist eines grundsätzlich anders: Blocher ficht sein letztes Gefecht und hat sich auf lang andauernde Kampfhandlungen eingestellt.
Wahrscheinlicher ist deshalb, dass die neue von Mittelinks gewählte Koalition plus von Selbstzweifeln geplagte Freisinnige an ihrem inneren Widerspruch zerbricht. Vielleicht schon dann, wenn die Herren Couchepin und Leuenberger zurücktreten, also spätestens im Jahr 2009.
- 4.0
- | Kategorie: Wahlen '07
Kommentare
Kommentare als RSS-Feed
Hintergründe der Bundesrats-Abwahl
- Von: herakleitos
- , 14. Dezember 2007,
- 18:02
REGELN
Tut mir leid, aber das ist nicht der Ort, um Herrn Schlür Platz für seine Ideen zu bieten. Wer etwas sagen will, der soll selbst in die Tasten greifen. Aber bitte zuerst nachdenken.
M.M.
Verletzt wurde nicht das Völkerrecht, sondern der Anstand
- Von: Osservatore Profano
- , 14. Dezember 2007,
- 19:18
Hätte CB sein Schandmaul besser im Zaun gehalten, hätte er in seiner Partei auch anderen Auffassungen als seiner eigenen, von ihm a priori als einzig brauchbaren beurteilten, Raum gelassen, hätte er den ganz und gar uneidgenössischen Führerkult um seine Person unterbunden, hätte er auf seinen Schmusekurs gegenüber rechtsradikalen Zirkeln verzichtet, so wäre er heute Vizepräsident und würde 2009 die Eidgenossenschaft als Bundespräsident vertreten können.
Er mag in vielen Sachfragen noch so recht gehabt haben, die fehlende Kinderstube (trotz oder wegen Kindheit im Pfarrhaus?) und seine systematische Verunglimpfung all Jener, die nicht bereit waren, ihm zu folgen, haben aus dem Selfmademan und Vorzeige-Unternehmer einen selbstverliebten Autokraten gemacht, einen Holzhacker, der mit grosser, weit ausholender Geste - gleichsam ein Held der Arbeit - die Axt gegen einen morschen Bäume schwingt, den der nächste Herbststurm ohnehin zu Fall gebracht hätte. Dem Maler Ferdinand Hodler war die Theatralik und die versteckte Ironie der Darstellung bewusst, bei Christoph Blocher sind da Zweifel angebracht.
Ein Land, als Psychotherapeut.
- Von: aísthesis
- , 15. Dezember 2007,
- 13:15
Der Tages Anzeiger berichtet heute, worum es wirklich geht. CB hat ohne jeden Zweifel immens viel bewegt, in diesem Land. Vor allem als Kompagnon von M. Ebner. Angetrieben wurde er offenbar stets von persönlichen Verletzungen, die bereits seinen Vater trafen und brachen und bei ihm nun ihren Fortgang nehmen. Ständeratswahl, Bankgesellschaft 1993, Bundesratswahl 99, Bundesratswahl 2007. Aufgrund von diesen persönlichen Verletzungen ist es Blocher nicht möglich, zu abstrahieren. Zu erkennen, dass er dann am Meisten erreicht haben würde, wenn er sich jetzt auf die Versachlichung in seiner Partei konzentrierte. Doch weder geht es darum, noch ging es offenbar je darum. Das einzige Thema seiner SVP ist: Er selbst.
Sind die Voten der Nationalräte Dunant und Miesch - die sich unter keinen Umständen vorstellen können, zu Gunsten des Meister s zurückzutreten - nicht so zu verstehen, als dass man ihm (und wohl auch sich selbst) Ruhe wünscht? Schade, dass dieser Mann unheilbar traumatisiert ist. Penibel, dass sich ein ganzes Land als Psychotherapeut missbrauchen lässt.
Re: Ein Land, als Psychotherapeut.
- Von: M.M.
- , 15. Dezember 2007,
- 19:40
Dieser Beitrag im Tagi ist etwas vom Peinlichsten, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich könnte jetzt aus dem Stand dem Schreiber einen Minderwertigkeitskomplex und dazu noch ein frühkindliches Trauma ausgelöst durch einen ehrgeizigen Vater attestieren gefolgt von einer negativen Übertragungsneurose. Derzeit erleben wir, dass sich jeder, wie er halt kann, an "Blocher" abarbeitet.
Re: Re: Ein Land, als Psychotherapeut.
- Von: aísthesis
- , 16. Dezember 2007,
- 10:33
Ich frage Sie: Weshalb soll die SVP nicht ohne Blocher operieren können?
Blocher als Prinzip
- Von: M.M.
- , 16. Dezember 2007,
- 11:37
Diese Frage stellt sich a) nicht und b) ist sie nicht interessant. Das Thema ist auch nicht Blocher, sondern die Neuordnung der poltiischen Dinge in der Schweiz unter dem Stichwort "Blocher", also eines Prinzips.
Re: Blocher in der Opposition
- Von: Dagobert Durutti
- , 14. Dezember 2007,
- 11:03
Man wird das Gefühl nicht los, dass eigentlich niemand so genau weiss, was jetzt passieren wird. Und das ist ja vielleicht auch gut so. Die SVP hat selber nur eine diffuse Idee, wie das mit der Opposition funktionieren soll, immerhin ist die SVP zürcherscher Prägung in ihrem Selbstverständnis schon eine Oppositionskraft und benutzt die Mittel der Volksrechte bereits ausgiebig. Gegen die Ausweitung der Personenfreizügigkeit hätten die auf jeden Fall das Referendum ergriffen. Jetzt gibts wohl einfach ein paar Plakate mehr.
Gegen Rechtsaussen kann die SVP ja kaum mehr wachsen, mehr Mobilisierung der Kernwählerschaft als im letzten Oktober ist fast nicht denkbar. Also müsste man sich die Freisinnigen/Katholen eher im Zentrum holen, was sich aber nur schwer mit einem polternden Oppositionskurs erreichen lässt. Ich schliess mich deshalb dem Argument, des ausgeschöpften Marktpotentiales an, im Wissen aber, dass man das seit Jahren hört und immer noch eines besseren belehrt wurde.
Begrenztes Potenzial
- Von: Quasimodo
- , 14. Dezember 2007,
- 08:27
Blocher und seine unseligen Getreuen sind an sich selber gescheitert. Sie haben den Bogen überspannt mit Respektlosigkeit, Lächerlichmachen von Andersdenkenden und Verhöhnung des Staates und seiner Institutionen. Dies ist eben keine Stilfrage, sondern man rüttelt am Fundament eines demokratischen Staates, wenn man sich über die Gewaltentrennung hinwegsetzt, Gerichtsentscheide ins Lächerliche zieht und jeden Respekt vor dem politischen Gegner vermissen lässt. Hinzu kommt diese unerträgliche Egozentrik von Blocher, welche er gestern bei seinem schwachen Abgang einmal mehr zelebriert hat. Er glaubt wohl, nur er könne die Schweiz retten (wovor denn ... ?) ... aber dieser Anspruch ist so masslos, dass sich viele Leute in diesem Land angewidert abwenden, selbst solche, die inhaltlich eine gewisse Übereinstimmung mit der SVP haben.
Wenn die SVP glaubt, das Land würde nun erzittern ob der Drohnung, dass sie in die Opposition geht, hat sie sich getäuscht. Die SVP macht jetzt schon Opposition in vielen Bereichen (Europapolitik, Ausländerpolitik), in anderen Bereichen, werden Bundesrat und Parlament eine Politik betreiben, die derjenigen der SVP nicht sehr fern ist. Wir werden zwar in den komenden Wochen und Monaten eine Verschärfung des Tons erleben, die SVP wird noch unflätiger und respektloser werden, aber erreichen wird sie damit letztlich nicht viel. Inhaltlich schon gar nicht, aber auch wählermässig nicht, denn dieser Stil kommt nur bei einem begrenzten Teil der Bevölkerung an, die grosse Mehrheit wünscht sich eine lösungsorientierte Politik. Insofern bin ich überzeugt, dass das Wählerpotenzial der SVP einen gewissen Plafond erreicht hat - egal was jetzt passiert.
Die "Scheiss-Liberalen"
- Von: Osservatore Profano
- , 14. Dezember 2007,
- 08:01
Vor vierzig Jahren wurden sie von der ausserparlamentarischen Opposition in Deutschland als "Scheiss-Liberale" apostrophiert, die Politiker, welche in der politischen Mitte versuchten, einen klaren Kopf behalten, Respekt vor der Verfassung forderten, die Notstansgesetze ablehnten und gleichzeitig den Willen zu einer dynamischen Weiterentwicklung der Gesellschaft hatten.
Heute werden sie nicht mehr von Links Aussen, sondern von Rechts Aussen angegriffen, die Attribute sind diesmal entspechend dem kulturellen Hintergrund der Kritiker nicht mehr der Fäkalsprache, sondern dem Wörterbuch des Unmenschen entnommen: "Verräter, Meuchelmörder..." etc.
Es ist charakteristisch für das Sekten-Denken der SVP-Spitze, dass der Einzug einer Politikerin mit einem unestreitbar liberalen Credo und einem finanzpolitisch konservativen Leistungsausweis als Beweis für eine Mitte-Links- Regierungsmehrheit interpretiert wird.
Eveline Widmer-Schlumpf ist offensichtlich eine derartige "Scheiss-Liberale" und vor allem, sie ist eine überzeugte Föderalistin.
Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob dieses Land noch genügend Kraft besitzt, um "scheiss-liberal" zu bleiben.
Die Wahl Widmer-Schlumpfs ist jedenfalls ein Signal dafür, dass
für den Liberalismus föderalistischer Prägung noch keineswegs das Totenglöckchen läutet, und dass insbesondere bürgerliche Frauen von dieser Art des Politisierens angesprochen werden.
Re: Die "Scheiss-Liberalen"
- Von: Hoppelhase
- , 14. Dezember 2007,
- 11:08
Schlumpfine ist keine Scheissliberale, sie gehört vielmehr dem ländlichen Subventionsflügel der SVP an, welcher bei den linken als "moderat" oder ironischerweise tatsächlich als "liberal" gefeiert wird. Der SVP könnte nichts besseres passieren als dass sich diese "Liberalen" endlich davonmachen (zur FDP? lol!) und die Verräterin als ihre eigene Bundesrätin adoptieren. Aber leider ist zu befürchten, dass sich die "moderaten SVPler" nach ihrer obligaten Heultour bei Ringier und TAmedia wie immer doch noch in den Schoss der SVP zurückschleimen und sich an ihre Pöstchen klammern, Opportunisten bleiben Opportunisten. Widerliches Pack...
Ach ist das befreiend in der Opposition, wenn man statt des Floretts den Zweihänder auspacken darf!
Wer bleibt dann noch übrig?
- Von: Dagobert Durutti
- , 14. Dezember 2007,
- 11:39
Ach kommen Sie, lieber Herr Hase!
Wer gehört denn schon nicht zum Subventionsflügel der SVP? Der sich im freien Markt bewegende Landwirt Toni Brunner? Der im hochkompetitiven Umfeld der Medzingeschichte tätige Dr. Mörgeli? Sogar der Vorzeigeunternehmer der SVP, Peter Spuhler, verkauft seine Eisenbahnen in erster Linie an Staatsunternehmen.
Re: Wer bleibt dann noch übrig?
- Von: hoppelhase
- , 14. Dezember 2007,
- 12:30
Lieber Herr Durutti
nun seien Sie doch nicht so puristisch! Wer kann sich denn schon den allgegenwärtigen Ausschüttungen des Staates völlig entziehen, selbst wenn er es wollte? Ich krieg das jedenfalls nicht hin. Und bedenken Sie, mit dem Geld, welches eine einzige Umfahrungsstrasse von irgendeinem Bündner Weiler verschlingt, liessen sich hunderte Mörgelis finanzieren. Den Deal würde ich glatt eingehen, so inkonsequent bin ich tatsächlich...
Liberale Lamentierer
- Von: M.M.
- , 14. Dezember 2007,
- 09:04
Die Liberalen haben sich zumindest in Basel selbst lahm gelegt. Bis nächsten März wird man wohl keine liberale Position zur jüngsten Entwicklung hören, ich wüsste auch nicht von wem.
Denn wenn ich das richtig verstanden habe, ist doch genau die Position zur SVP mit der Grund für den Rücktritt der Frau Präsidentin.
"Wenn die Parteibasis eine erneute Einbindung in eine Allianz befürworten würde, wäre ich die falsche Person, um dieses Ziel mit Überzeugung anzustreben."
Sie verfolgte bekanntlich das "Konzept einer eigenständigen, unabhängig agierenden liberalen Kraft."
Ich kann mich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, den Liberalen, auch den "Wir", sei es ganz wohl in der Rolle der lahmen Lamentierer.
Ich sage es schon seit Monaten, dass die jetzige Situation die grosse Chance für diese Kräfte wäre. Aber dann müsste man endlich eigene Positionen beziehen und aufhören, mit den unsäglichen Mauscheleien nach links und rechts. Und zwar runter bis ins letzte Kaff.
Quo vadis SVP?
- Von: rotkäppchen82
- , 14. Dezember 2007,
- 01:23
Alles spricht von Opposition. Aber keiner weiss so recht, was das ist. Sagt BL-SVP-Parteipräsident Dieter Spiess: Opposition ist, wenn wir uns nicht mehr im Bundesrat verteten fühlen.
Opposition als Gefühl, als Parteigefühl - oder nur eine Worthülse? Noch ist nicht definiert, wie Opposition im schweizerischen Parteigefüge, im schweizerischen Kantönli-Mikrokosmos, wo jeder jeden kennt, und im schweizerischen Kommissionsalltag aussieht.
Die wirkliche Oppositionsrolle müsste die Partei, falls sie nicht doch kalte Füsse kriegt, erst noch finden. Und für Christoph Blocher ist sie eine Rolle, die er noch nie wirklich gespielt hat.
Re: Blocher in der Opposition
- Von: theddy
- , 14. Dezember 2007,
- 00:34
Wird die Oppositions-Partei denn wirklich auch konsequent sein und auch aus allen Kommissionen austreten? Wohl kaum. Soviel zum Thema "Opposition"...
Eine gute Frage
- Von: gebsn
- , 14. Dezember 2007,
- 11:21
Ich bin mal gespannt, ob sich die SVP tatsächlich aus den Kommissionen zurückzieht.
Marktpotential weitgehend ausgeschöpft?
- Von: Die Gans
- , 14. Dezember 2007,
- 00:26
Es könnte ja aber durchaus sein, dass die Blocher-SVP ihr Marktpotential schon weitgehend ausgeschöpft hat.
Je mehr Milliönchen da noch weiter investiert werden, um so geringer ist der Nutzen, sprich: die Anzahl neuer Wählerinnen und Wähler.
Zudem kennt man ja die Meinungen und Positionen von Herrn Blocher schon zur Genüge.
Wenn er klug ist, investiert er nicht in den Brand "Blocher", sondern baut junge Leute auf. Hoffentlich ist er nicht so klug... ;-)
Risiko - Spiel
- Von: manflori
- , 13. Dezember 2007,
- 23:50
Sowohl die SP, erst recht die CVP, spielen ein höchst riskantes, politisches Spiel.
Die neue Bundesrätin mag ja Blocher nicht nahe stehen, sie bleibt aber eine "quasi" SVP Vertreterin.
Selbts wenn Schmid und Schlumpf von der SVP Schweiz ausgegrenzt werden, werden sie politisch doch grössere Schnittmengen haben.
Widmer-Schlumpf wird es ermöglichen, CVP - Kreise an zusprechen,
während Blocher, falls er will, fundementalistische Oppostion betreiben kann. Nicht wirkliche eine Verlierer-Situation für die SVP.
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