Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Die besten Sprüche zur Bundesratswahl

Radioreporter: Herr Couchepin hat das Land schwergewichtigt geprägt in den letzten Jahren.

Radioreporter: Herr Schwaller ist wohl mit einem internen Gedanken beschäftigt. Er sieht etwas zerknittert aus.

Frau Huber, FDP: Unser Parteipräsident ist nicht Kandidat, er hat dies mehrfach öffentlich geäussert.

Frau Wyss, SP: Die Sozialdemokraten wollen die Konkordanz.

Baader, SVP: Das Parlament hat mit der Abwahl von Christoph Blocher die Konkordanz gebrochen.

Maja Graf, Grüne: Wir sind konfrontiert mit einer Multikrise.

Sachverständiger: Didier Burkhalter wird im vierten Wahlgang gewählt.

Radioreporter: Schaut das Westschweizer Fernsehen, dort hat es noch echte Romands.

Burkhalter-Anhängerin: Wir wurden von der Polizei gestoppt und die haben die Pneus kontrolliert, aber jetzt ist alles in Ordnung. 

This Jenni SVP: Den wirklichen Aufschung im Bundeshaus wird Didier Burkhalter nicht bringen. Ich werde ihn trotzdem wählen. 

Felix Gutzwiller FDP: Am Schluss wird halt nur einer gewählt.

Zwischenbemerkung: Die Journalisten sind von ihrer eigenen Erwartungen enttäuscht: "Noch gestern war alles offen und jetzt scheint alles klar." Ein Wahlkrimi ohne Leiche quasi.

Radioreporter: Stau in der Westschweiz.

Weltwoche auf Twitter: Mörgeli spricht auf TeleZüri. Heute ohne Haarteil, trotz Bundesratswahl.

Experte: Das erste Resultat enthält doch einige Überraschungen.

Aussenreporter: Man hat diese 79 Stimmen für Herrn Schwaller zur Kenntnis genommen.

Reporter: Wir haben hier ein Funkproblem, wir haben hier soviele Funkleitungen.

Andreas Gross SP: Herr Pelli hat im Vorfeld der Wahlen den Tessin falsch eingenebelt.

Christian Wasserfallen FDP: Wir haben eine ganz einfache Taktik, nach dem zweiten Wahlgang wird diese angewandt.

Experte: Die Luft für Herrn Schwaller ist noch dünner geworden.

Hans-Jürg Fehr SP: Herr Burhalter ist sehr zurückhaltend, ja bescheiden. 

Radioreporter: Die Autobahn in der Westschweiz ist wieder offen.

Kathy Riklin CVP: Die SP hat keinen grossen Mut bewiesen.

Christoph Lüscher FDP: Ich bitte Sie, Herrn Didier Burkhalter zu wählen.

Caspar Baader SVP: Die SVP steht zur Konkordanz und wird ihre Stimmen dem verbleibenden FDP-Kandidaten geben.

Schwaller-Anhängerin: Es wird nie so viel gelogen wie bei einer Bundesratswahl.

Christian Miesch SVP: Wir machen keine Spiele, wir werden jetzt schwenken.

Peter Spuhler SVP: Wir schwenken jetzt ein auf Burkhalter.

Radioreporter: Sie wären eine Frau gewesen im Bundesrat. Antwort Brunschwig Graf: Ich bin immer eine Frau.

Chiara Simoneschi, Nationalratspräsidentin: Gewählt ist mit 129 Stimmen Didier Burkhalter (die Nr. 112 im Bundesrat).

 

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Der schlimmste Kommentar

  • Von: befi
  • , 16. September 2009,
  • 12:23

Der schlimmste Kommentar: Weniger gelassen reagierte seine Parteikollegin und Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. «Die SVP hat bei dieser Wahl demonstriert, wie man ein «Päckli» schnürt», ärgerte sie sich. Auf die Frage, was sie von Burkhalter als Bundesrat erwarte, antwortete sie: «Es gab ja keine Hearings mit Didier Burkhalter. Ich kann zu ihm nichts sagen, hörte aber von Leuten der Grünen und der SP, er wirke sehr farblos.»

Gelassenheit

  • Von: Barbara Schmid-Federer
  • , 16. September 2009,
  • 18:03

Liebe Frau Fischer.
Dass wir uns über das Päckli ärgern, können sie uns nicht verübeln: Die SVP hat von Anfang an gesagt, Herr Burkhalter sei für die SVP nicht wählbar, da EU-gläubig. Aus diesem Grund forderte die SVP einen %u201Erechten%u201C Kandidaten der FDP. Die FDP folgte dem Ansinnen und stellte Herrn Lüscher zur Verfügung. Die SVP sagte laut, sie werde nur Lüscher wählen und verlange, dass dieser sich während der Wahl nicht zurückziehe, ansonsten stehe ein eigener SVP-Kandidat zur Verfügung. Die FDP hat dann öffentlich gelobt, Lüscher nicht zurückzuziehen. Er wurde aber zurückgezogen. Naiv, wer der FDP vorgängig geglaubt hatte. SVP und FDP waren sich vorgängig einig, dass Lüscher so oder so zurückgezogen werde, allerdings erst dann, wenn keine Möglichkeit mehr bestehe, einen neuen (SVP-) Kandidaten einzubringen. Auf diese Weise konnte die SVP sich hinter dem Wahlrecht verstecken.
Nun galt es nur noch, die Schwaller- nahen SVPler zum Stimmenzwang zu bringen. Keine Bauern und keine sonstigen Freunde Schwallers durften ihn wählen. Und schon war das Päckli gelungen.
Was die Hearings angeht, so hat die CVP keine FDP-Kandidaten eingeladen, da wir ja sowieso keinen von ihnen wählen würden. Dass ich Herrn Burkhalter auch sonst nicht kenne, spricht in gewisser Weise für sich. Bei den Hearings der anderen Parteien war einhellig zu hören, der neue Bundesrat sei farblos. Dazu kann ich in der Tat nichts sagen, da ich nicht dabei war. Sicher ist aber, dass die CVP mit einem FDP-Bundesrat meistens sehr gut zusammen arbeitet, was von SVP und der Linken nicht gesagt werden kann. In sofern bin ich zuversichtlich, dass wir gut mit dem neuen Bundesrat zusammen arbeiten werden.... und bin diesbezüglich sehr gelassen!

Doch, doch, Frau Schmid-Federer,

dass Sie sich über das Päckli ärgern, können wir Ihnen schon verübeln. Schliesslich leben wir - noch - in einem freien Land und die Meinungsfreiheit ist - noch - nicht verboten. Das Sie das anders sehen, wundert mich allerdings nicht.

Zu ihren Verschwörungstheorien äussere ich mich nicht näher. Allein die Tatsache, dass mir der entsprechende Begriff einfällt, sollte Ihnen zu Denken geben.

>>Was die Hearings angeht, so hat die CVP keine FDP-Kandidaten eingeladen, da wir ja sowieso keinen von ihnen wählen würden.

hoppla, da wurde was verschluckt

die doppleten spitzen Klammern nach links scheinen nicht gut zu tun.

Also, Nachlieferung:

Whow! Und was hätten Sie gemacht, wenn Herr Schwaller im ersten Wahlgang so wenig Stimmen erhalten hätte, dass er sich, einer noch grösseren Blamage vorbeugend, selber aus dem Rennen genommen hätte? Hätten Sie Ihre Stimme dann dem roten Joseph gegeben oder was? Varianten und vorbehaltene Entschlüsse scheinen Ihnen als Führungsistrument unbekannt zu sein. Schade, dass nicht all Ihre WählerInnen Arlesheim reloaded auf ihrem Radar haben.

eher Scheinheiligkeit....

  • Von: U. Haller
  • , 17. September 2009,
  • 21:38

Es ist natürlich mehr als scheinheilig, liebe Frau Schmid, wenn eine CVP von Päcklibildung spricht. Ich brauche wohl nicht aufzuzählen, in welche Intrigen eine CVP, die zudem dem Attribut christlich verpflichtet sein sollte (oder ist das "C" im Logo nur eine Scheinetikette ?) sich in den letzten Jahren verstricken liess. Oder sind das die letzten Zuckungen einer Partei, die ihre Felle davonschwimmen sieht? So wie die immer noch im Hintergrund agierende Organisation Kirche, von der Sie sich zwar abzunabeln versuchen, die ihre einst ungeheuerliche Macht zusehends schwinden sieht? Ein visionärer Vorschlag: Lösen Sie Ihre Partei von selbst auf, die Epoche des Kulturkampfes und der Ausmarchungen zwischen der ehemaligen KK-Partei und den Liberalen um die Deutungsmacht in unserem Lande ist definitiv abgelaufen. Heimathafen für die restlichen Mitglieder gäbe es doch zuhauf. Die SP würde es Ihnen danken, und auch einige SVPler mehr würde die Schweiz wohl auch noch verkraften. Man muss sich halt auch manchmal völlig unkonventionelle Ideen durch den Kopf gehen lassen. Oder?

?

  • Von: Barbara Schmid-Federer
  • , 22. September 2009,
  • 09:37

Dear all: Nachdem die CVP nebst der FDP die einzige Partei ist, welche den beiden aktuellen FDP-Bundesräten mehrheitlich die Stange hält - und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben - ist jede Verärgerung unangebracht. SIe können sich also beruhigen. Nur SVP und Linke attakieren regelmässig die FDP-Bundesräte.

Was die Nicht Wiederwahl von Herrn Blocher angeht, so ist und bleibt es ein Fakt, dass Herr Blocher die entscheidenden Stimmen in seiner eigenen Partei verloren hat. Die CVP hat im sowohl 2003 als auch 2007 in ihrer Merheit die Stimme nicht gegeben. Dazu braucht es kein Päckli.

@Müller: Keine Partei macht ein Hearing mit einer anderen Partei, wenn sie ihren eigenen Kantidaten durchbringen will. Das ist immer so. Diesbezüglich müssen sie sich nicht über die CVP ärgern. Als Herr Lüscher sich zurückgezogen hat, erhielt er trotzdem Stimmen. Das wäre auch bei Herrn Schwaller so gewesen.

Das aktuelle FDP-/SVP-Päckli hat mich nur deshalb verärgert, weil ich der FDP nicht zugetraut hatte, dass sie vor laufender Kamera Dinge sagt, von denen wir nun wissen, dass sie falsch waren. Diesbezüglich bin ich nun ernüchtert. Da die CVP aber keine Rachepartei ist, werden wir wie bisher gut mit der FDP zusammenarbeiten.

Und Herr Schwaller ist kein Scheinheiliger ??

  • Von: odin
  • , 22. September 2009,
  • 18:26

Hier wird viel über die Scheinheiligkeit von FDP und SVP geredet. Den größten Heiligenschein verdient aber Urs Schwaller. Noch vor der Wahl von Ueli Maurer hat Schwaller zum Erhalt der Konkordanz aufgerufen. Er sagte also was Sache ist und untermauerte damit die Wichtigkeit der Konkordanzdemokratie. Kaum ein halbes Jahr später fühlte sich Schwaller mit seiner Bundesratskandidatur nicht mehr an die Konkordanz gebunden. Das war wieder die typische wischi-waschi Mentalität der CVP.

Und das Herr Schwaller laut CVP ein Romand sein soll glauben Sie doch selber nicht Frau Schmid-Federer?? Das wäre das gleiche wie wenn der französisch beherrschende Oberwalliser Peter Bodenmann sich als Romand bezeichnen würde. Würde er aber nie machen. Ex-Nationalrat Boris Banga wäre dann als Grenchener an der Sprachgrenze auch schon ein Vertreter der Romand. Vielleicht genügt es schon wenn man Daguet oder Galladé heisst um sich als Romand zu fühlen :)

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