Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Herr Darbellay ist ein sehr eigenartiger Politiker

Er gehört in die Kategorie "sehr eigenartiger Politiker", dieser Herr Darbellay, Präsident der Christlichen Volkspartei.

Das ist so der Typ, der in der Schulbank sitzt, in der Nase bohrt, den so gefundenen Popel zwischen Daumen und Zeigefinger zu einem Kügelchen formt, sich das schwarzgraue Ding kurz anguckt - und dann nicht etwa quer durchs Klassenzimmer spickt, sondern in sein Nastuch versorgt. Und das ist aus Stoff.

Irgendwie hat man das Gefühl, für ihn sei alles eine Schuhnummer zu gross. Das fängt bei seinem Körper an und endet bei seinem Amt. 

Fest steht, dass er sich immer wieder an Themen wagt, die er einfach nicht stemmen kann. Die letzte Bundesratswahl zum Beispiel, total versaut.

Und jetzt will er in der Schweiz die Burka verbieten lassen. Jetzt, wo es der anderen Volkspartei so schön läuft mit der Volkswallung, muss man noch einen draufsetzen.

So ist er, der Herr Darbellay. Popel ins Nastuch und dann einen draufsetzen.

Die Burka ist ja nun wirklich ein echtes Problem in der Schweiz. Vor lauter Burkas sieht man oftmals den Strassenverkehr nicht mehr. Was gerade bei Fussgängerstreifen ziemlich gefährlich werden kann.

Doch das genügt ihm nicht. Wenn der Herr Darbellay mal sauberen Tisch machen will, dann soll der anschliessend auch nach einem original Meister Propper aussehen.

Deshalb will sich der Katholik Darbellay an den Friedhöfen für Juden und Moslems zu schaffen machen. Die sollen künftig nicht mehr für sich alleine auf den jüngsten Tag warten, sondern Grab an Grab mit Katholiken und Protestanten.

Wir gesagt, Herr Darbellay, ein sehr eigenartiger Politiker, wagt sich immer wieder an Themen heran, die für ihn eine Schuhnummer zu gross sind. 

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Gospel auf Berndeutsch, Shma Israel auf Walliserdeutsch und das Ave Maria bitte rückwärts

Nach vielen Monaten der Ordasschen-Ruhe habe ich mich von Herrn Darbellay zu einem neuen Blog hinreissen lassen:
http://www.ordas.ch/bl... />
Wenn die Misión Católica Española, welche mit der Unterstützung der CVP aufgebaut wurde nicht mehr auf Spanisch singen kann und das Shma Israel aus der Synagoge auf Walliserdeutsch erklingt, dann haben wir endlich wieder unsere gute alte Schweiz zurück. (Obwohl??? war der katholische CVP-Gottesdienst in der guten alten Schweiz nicht aus Latein?)

Es gibt in Basel 18 Burkatragende Frauen und Schweiz weit sind es weniger 80. Bitte, bitte schreibt keine Modevorschriften für 80 Frauen in die Bundesverfassung.

Kleiner Eisenbahnertipp für Herrn Darbellay:
Es kann als Politiker Sinn machen, auf fahrende Züge zu springen, was Sie da machen ist vor den fahrenden Zug springen. Sie haben den Zug rechts überholt und es nichteinmal gemerkt.

Was für ein Popel-Typ bist du?

  • Von: Markus Heiniger
  • , 02. Dezember 2009,
  • 13:59

Der Artikel ist anregend und nhaltlich natürlich nachvollziehbar. Über Darbellay's sich z.T. etwas verkrampft äusserndes Feu Sacré habe auch ich mich schon gewundert. Könnte ich zeichnen, wäre er in meinen Karrikaturen wohl eine schlaksig unbeholfene Slapstickfigur. Die Sache mit dem Popeln verstehe ich allerdings nicht ganz. Auf Facebook werde ich ja immer mal wieder gefragt: "Was für eine Astrid Lindgren-Figur bist du?" Oder "Was für ein VW-Bus-Typ bist du?" Natürlich kann ich mir jetzt bei sämtlichen Parlamentariern auch noch überlegen, wie genau sie wohl popeln und allsowas. Dann können wir uns ja auch noch den Themen Schnarchen, Austreten und Sex widmen. Ich möchte aber nicht. Der Naseninhalt liegt meines Erachtens gewissermassen unter der Gürtellinie.

Stoffkäfig

  • Von: Mittelmass
  • , 02. Dezember 2009,
  • 13:30

Ich dachte die Käfighaltung sei verboten? Gilt dies nur für Hühner?

Allein in den letzten zwei Wochen habe ich 3 Burkas gesehen. Die eine ist mir über Umwege bekannt. Habe ich aber erst im nachhinein erfahren, als ich dies mit meinen Eltern besprach. Die war früher offen (so die Bezeichnung für nicht verschleierte Frauen im türkischen), hat sich aber von irgendeiner religiösen Richtung vereinnahmen lassen die Tarikat heisst.
Viele Türken sind gegen Burkas!

Ausserdem ist es doch so wie es Schlüer gestern in der Club Sendung gesagt hat. Wir bräuchten eigentlich gar keine neuen Gesetze, es fehlt am politischen Willen. Wir haben ja ein Vermummungsverbot. Zwangsehen sind auch verboten. Aber wenn wir dies alles nicht noch einmal explizit in einer Volkabstimmung wie eben mit den Minaretten geschehen, thematisieren wird die classe politique weiterhin von Einzelfällen sprechen.

Darbellay ...

... ist wie ein Fähnchen im Wind. Diesmal weht der Wind allerdings von der richtigen Seite. Die Burka hat in der Schweiz nichts zu suchen. Schön, dass auch die Feministinnen das langsam begreifen!

Mal kurz inne halten

  • Von: M.M.
  • , 02. Dezember 2009,
  • 15:45

Die Burka ist ein Detail, eine Fussnote. Nein, das wirkliche Thema sind die Friedhöfe.

Wenn diese Frage zur Diskussion gestellt wird, dann wird's heiter. Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute haben keine Ahnung, was sie da aufwühlen.

Es ist nun mal so, dass es für Juden undenkbar ist, sich auf einem christlichen Acker begraben zu lassen und für Moslems auch.

Wenn schon, dann sollte man zumindest das respektieren. Dass Herr Darbellay das Thema Friedhof zur Sprache bringt, zeigt, dass er von diesem Thema keine Ahnung hat und wohl gezielt auf den Moslemzug aufspringen will.

Die Diskussion um jüdische Friedhöfe, "Häuser der Ewigkeit", wird er nicht bestehen.

Ich denke, es wäre an der Zeit, mal kurz inne zu halten. Eine Volksabstimmung zur Burka wäre einfach lächerlich und eine Abstimmung über jüdische Friedhöfe geradezu grotesk.

Er ist auch Präsident einer eigenartigen

  • Von: albi
  • , 02. Dezember 2009,
  • 09:00

Partei. Die Beschreibung finde ich herrlich und irgendwie zutreffend. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass das Burka-verbot nur eine schlechte Kopie des Minarett-Verbotes ist und dieses ist - wie die Burka - nicht wirklich häufig in Sicht. Bei der Textgestaltung kennt man den "Platzhalter". Der wird für einen noch nicht ausformulierten Text eingefügt. Genau diese Diskussion führen wir. Eine Platzhalter-Diskussion. Wir sollten dazu übergehen, die Probleme auch klar zu benennen. Der Georg-Kreis-Artikel verhindert dies allerdings. Weil wir nicht mehr sagen dürfen, war wir denken, ohne gleich in eine Schmuddelecke gedrängt zu werden. Die Muslime können sich also gleich einmal bei Georg Kreis bedanken.

Re: Er ist auch Präsident einer eigenartigen

  • Von: Mittelmass
  • , 02. Dezember 2009,
  • 13:33

Habe ich schon gemacht, aber Kreis ist nicht sehr empfänglich für Kritik. Seine Sicht ist die Allerrichtigste.

Frage

  • Von: tin
  • , 02. Dezember 2009,
  • 09:11

Ja, was denken "wir" denn und dürfen es nicht sagen?

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