Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Der Prediger
Von M. M., 05. November 2008 – 13:00:00
Ich bin insofern froh darüber, dass mit Herrn Obama erstmals - im Wortsinn - ein Afro-Amerikaner ins Weisse Haus gewählt wurde, weil jetzt die Rassenkarte nicht mehr gespielt werden kann.
Es ist in der Tat völlig egal, welche Hautfarbe der amerikanische Präsident oder sonst irgendjemand hat. Es ist auch völlig egal, welcher Religion jemand angehört. Weder vom einen noch vom anderen kann man in einer offenen Gesellschaft besondere Privilegien ableiten. Leider ist dies gerade in Bezug auf das Religiöse keine Selbstverständlichkeit mehr.
Es gibt also keinen Grund, weshalb man Herrn Obama nicht an dem messen soll, was er jetzt als Job gefasst hat: an seinem Wirken als Präsident der USA. Und da bin ich nun wirklich gespannt, was nach der Massenhysterie bleibt.
Ich denke, gerade bei einem Politiker wie Barack Obama (oder wie Herrn Sarkozy) ist kritische Distanz nötig. Gerade deshalb, weil er die Massen mit Worten zu begeistern weiss:
Obamas rednerische Macht entsteht durch die Individualisierung der Masse bei gleichzeitiger Vergesellschaftung des Individuums. Dies ist das Generalrezept religiöser Ansprache: Dem Einzelnen einen Namen zu geben und ihn gleichzeitig in die Gemeinde zu stellen.
Und er fordert auch uns auf, ihm zu folgen:
Ihr jenseits der Küsten Amerikas, Eure Geschichten mögen andere sein als die unseren, das Schicksal aber teilen wir. Gemeinsam überwinden wir die Armut und gewinnen die Freiheit. Yes we can.“
Aus dem Publikum hallt es zurück: „Yes we can!“. Danke, nein.
Was mich allerdings freut und auch beruhigt: Es ist jetzt die nächste Generation, welche die Verantwortung übernehmen muss. Das finde ich in der Tat ein spannendes Faktum.
- 4.0
- | Kategorie: US-Wahlen '08
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Kommentare
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Gretchenfrage
- Von: Andreas Kyriacou
- , 05. November 2008,
- 15:16
Die Hautfarbe spielt nun wohl bei US-Amerikanischen Wahlen tatsächlich keine Rolle mehr - zum Glück. Bis Religions(un)zugehörigkeit genau so nebensächlich wird, müssen aber wohl noch ein paar Dekaden in gawd's own country ziehen.
Zwei Besipiele gefällig?
Die (afroamerikanische, aber das spielt ja keine Rolle) demokratische Senatorin Monique Davies aus Illinois (!) zu einem Athisten bei einem ihrer Wahlkampfauftritte:
"What you have to spew and spread is extremely dangerous...it's dangerous for our children to even know that your philosophy exists! Get out of that seat...You have no right to be here! We believe in something. You believe in destroying!
https://election08.vid... />
Die (eben abgewählte und - auch das spielt keine Rolle - weisse) Senatorin Elizabeth Dole aus South Dakota schaltete Fernsehwerbung gegen ihre Herausfordererin Kay Hagan, dass diese sich im Geheimen vom "godless Americans pack" habe finanzieren lassen. Hagan musste natürlich gleich ein Dementi schalten und kundtun, dass sie als ehemalige Sonntagsschullehrerin die Meinungen der Atheistengruppe, die für sie Geld sammelte, natürlich nicht teile und sie sich durch die Anschuldigung in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehe.
http://www.youtube.com... />
Für einen schwarzen Präsidenten mögen die USA reif sein, für einen Gottlosen sicher nicht.
"Warum der junge Demokrat ein großer Präsident werden könnte"
- Von: www.zeit.de
- , 05. November 2008,
- 15:13
Re: "Warum der junge Demokrat ein großer Präsident werden könnte"
- Von: M.M.
- , 05. November 2008,
- 16:30
Die waren auch mal von einem gewissen Herrn Schröder beeindruckt. Und deren Herausgeber sagte unlängst, in 15 Jahren werde man Herr Bush als grossen Präsidenten einstufen. Der habe, Zitat, mit dem Irakkrieg etwas Grossartiges geschaffen. http://arlesheimreload... />
Vielleicht werden wir schon in einem Jahr die ersten Berichte lesen können, von Journalisten, die Asche auf ihr Haupt streuen, weil sie etwas zu unkritisch waren.
Re: Re: "Warum der junge Demokrat ein großer Präsident werden könnte"
- Von: Agon.
- , 05. November 2008,
- 16:36
Impressum, Die Zeit, Herausgeber: Dr. Marion Gräfin Dönhoff (1909 - 2002), Helmut Schmidt, Dr. Josef Joffe, Dr. Michael Naumann.
Meine Wenigkeit folgt dem Motto: "Seeing is believing". Waren wir ab, was vom Westen kommt, geschätzter Editor, seien wir geduldig und geben ihm "the benefit of doubt".
Re: Re: Re: "Warum der junge Demokrat ein großer Präsident werden könnte"
- Von: M.M.
- , 05. November 2008,
- 16:54
Das ist meine Rede.
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Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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Ich nehme an, ihr feiert vielleicht nicht
so ausgibig.
Ich drücke ihm die Daumen, und hoffe, dass Amerika mit diesem Wechsel der Person, der Einstellung, der Ausrichtung und der Art, wie Dinge angepackt werden, in den kommenden 4 Jahen erstarken wird, und zwar auf einer gesunden, sozialen und nachaltigen Basis.