Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Grösste industrielle Herausforderung aller Zeiten
Von M. M., 24. April 2007 – 18:03:00
Die sozialistischen Grünen in Basel haben heute zum (letzten) Halali geblasen. Jagd wird auf alles gemacht, was nicht mit erneuerbaren Energien Strom erzeugt, also auf Gas- und Kohlekraftwerk und vor allem auf Kernkraftwerke. Auf den technischen Fortschritt, wo auch immer, sowieso. Damit folgen sie der Mutterpartei, die letzte Woche einen heissen Energieherbst angekündigt hat.
Die Sozialistisch-Grünen sind seit den Wahlen in Zürich in die Defensive geraten. So wie die Sozialdemokraten, die dreissig Prozent ihrer Parlamentssitze verloren haben. Das ist in der Schweiz ein politisches Erdbeben der Stärke 5,9 auf der nach oben offenen Richterskala.
Probleme haben die Melonengrünen (innen Rot und aussen Grün) wegen einer neuen grünen Partei, den Grünliberalen. Diese haben in Zürich auf Anhieb 10 Sitze gewonnen und dies nicht nur aufgrund des geänderten Wahlgesetzes.
Die Grünliberalen, schrieb die NZZ am Sonntag, liessen einen Trend erkennen, „der die Politik rund um den Globus prägen wird“:
Grüne Argumente zur Verteidigung einer modernen, marktwirtschaftlichen Politik – und nicht mehr im Dienst einer antimodernen Zivilisations- und Konsumkritik.
Und geradezu euphorisch titelte das eigentlich der FDP nahestehende Blatt „Erst Grüne ohne Pulswärmer bringen die Welt voran“. Die Sitzgewinne der Grünliberalen seien ein „Lichtblick für die ganze Schweiz.“ Ja für die Welt.
Für die Welt? Die NZZ hält sich an die New York Times und deren Kolumnisten Thomas L. Friedman. Der schrieb unlängst:
I want to rename “green.” I want to rename it geostrategic, geoeconomic, capitalistic and patriotic. I want to do that because I think that living, working, designing, manufacturing and projecting America in a green way can be the basis of a new unifying political movement for the 21st century. A redefined, broader and more muscular green ideology is not meant to trump the traditional Republican and Democratic agendas but rather to bridge them when it comes to addressing the three major issues facing every American today: jobs, temperature and terrorism.
Ist da tatsächlich eine neue (bürgerliche) Bewegung im entstehen begriffen? Ist das tatsächlich eine neue liberale Bewegung, die die Verantwortung beim Individuum belässt und den Klimawandel in erster Linie als grosse technische Herausforderung begreift und nicht als Armageddon? Oder wie Herr Friedman feststellt:
There has never been a deliberate industrial project in history as big as this.
- 4.0
- | Kategorie: Klimawandel
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Kommentare
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Ich kann es
- Von: M.M.
- , 24. April 2007,
- 22:52
mir nicht verkneifen: Die seinerzeitige Kampagne "Umwelt und Gewerbe" mit der Herr Eymann gepunktet hat, stammt von, eben. Es hat etwas Überzeugungsarbeit gekostet. Sein Präsident, Schreinermeister Oser, mit dem ich immer gut konnte, hat dann die Aktion anlässlich des Gewerbetages in die Öffentichkeit getragen. Und dann noch eine Signet dazu - fertig. Schöne Zeiten waren das.
Das mag sein,
- Von: anaximander
- , 24. April 2007,
- 20:09
aber es wird eine totalitäre Bewegung sein, diese grün-liberale. Gegenwärtig strebt alles hin zum Totalitären...
und wieder wird es heissen:
- Von: Osservatore Profano
- , 24. April 2007,
- 22:47
Rousseau contre Voltaire.
Jean Jacques Rousseau, le Suisse, père de 5 enfants qu'il a mis dans un orphelinat parce qu'ils gênaient sa carrière, contre le Français Voltaire qui aurait voulu des enfants mais qui a donné du travail aus horlogers genevois mis sous pression par l'Etat de Genève.
Jean Jacques Rousseau, l'idole du socialisme totalitaire, contre Voltaire pour qui la liberté et la responsabilité de l'individu était plus important que les "grands projets".
Oui, Anaximandre, je suis entièrement d'acccord, il faudra nous battre pour la liberté contre le nouveau totalitarisme doux, un peu vert, un peu religieux, fort d'une éthique transcendante qui se dessine à l'horizon et qui a ses racines dans les rêves du promeneur solitaire de l'Ile de St,Pierre, dans le lac de Bienne.
Go ahead!
- Von: Demoscoop
- , 24. April 2007,
- 23:17
Lieber Osservatore. Ich bewundere und geniesse den Reichtum Ihrer Betrachtungen. (Ohne Scheiss. Ist so.) Aber wenn Sie es mit Voltaire vs. Rousseau schaffen, die Diskussionen über AKW, Gaskraftwerke, Grimsel-Ausbau, Endlagerung, Glühlampen und weiss der Geier was noch zu einem konstruktiven und entschlossenen Ende zu bringen, dann bekommen Sie mit Sicherheit den Job, den mir M.M. kürzlich angeboten hat. (Vermutlich mit Dienstwagen oder zumindest GA, denn Arlesheim ist recht abgelegen.)
Vermutlich aber müsste man den entscheidenden Leuten (Politiker und Souverän) vorwärtsgerichtete Bezugspunkte liefern. Ist halt schwieriger, als in alten, guten Gedanken zu schwelgen.
Sorry about.
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- http://search.live.com/results.aspx?q=haben&mrt=en-us&F…
- http://search.live.com/results.aspx?q=haben&form=QBHP
- http://search.live.com/results.aspx?q=haben
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- http://www.google.fr/search?hl=fr&rlz=1T4GFRC_frCH202CH…
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- http://www.google.ch/search?hl=de&q=jean-jacques+rousse…
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Der Autor
Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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Tja.
Die Aufregung ist übertrieben. Grünliberale gibt es schon länger als vorletzten Sonntag. Christoph Eymann hat 1991 (16 Jahre her) grünliberal politisiert und seither gewonnen. Dafür hat er, auch im Gewerbeverband, einiges auf die Mütze gekriegt, eine eigene Partei zu gründen wäre ihm nie eingefallen.
Weder hat das Fernsehen das Kino gekillt, noch das Internet die Bücher, noch die Gratisblätter die Presse. Und so wird auch die Parteienwelt jetzt nicht neu erfunden.
Wenn die Grünen zur Volkspartei werden, ist es nicht ihre Leistung, sondern die Dummheit derer, die es ermöglichten. Weil sie nicht einsehen wollen, dass jeder normale Mensch unseren Umgang mit Welt und Natur etwas zentraler und virulenter erlebt als Finanz- und Ordnungspolitik, Service Public und was der Nebensächlichkeiten sonst noch sind.