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Die Wurzel des Übels: Bill Clinton

Die Frage, die derzeit viele umtreibt, ist die nach der Ursache des wirschaftlichen Tsunamis, der gegenwärtig über uns hinwegfegt.

In der Blogossphäre kursiert zurzeit ein Link zu einem Artikel der New York Times vom 30. September 1999(!): Fannie Mae Eases Credit To Aid Mortgage Lending

Wie die Zeitung damals berichtet, übt die Clinton-Administration heftigen Druck auf den inzwischen  verstaatlichten Hypothekenfinanzierer und 24 andere Banken aus, Kleinverdienern und Angehörigen von Minderheiten mit billigen Krediten zu einem Eigenheim zu verhelfen.

The action, which will begin as a pilot program involving 24 banks in 15 markets -- including the New York metropolitan region -- will encourage those banks to extend home mortgages to individuals whose credit is generally not good enough to qualify for conventional loans. Fannie Mae officials say they hope to make it a nationwide program by next spring.

Fannie Mae, the nation's biggest underwriter of home mortgages, has been under increasing pressure from the Clinton Administration to expand mortgage loans among low and moderate income people and felt pressure from stock holders to maintain its phenomenal growth in profits.

In addition, banks, thrift institutions and mortgage companies have been pressing Fannie Mae to help them make more loans to so-called subprime borrowers. These borrowers whose incomes, credit ratings and savings are not good enough to qualify for conventional loans, can only get loans from finance companies that charge much higher interest rates -- anywhere from three to four percentage points higher than conventional loans.

''Fannie Mae has expanded home ownership for millions of families in the 1990's by reducing down payment requirements,'' said Franklin D. Raines, Fannie Mae's chairman and chief executive officer. ''Yet there remain too many borrowers whose credit is just a notch below what our underwriting has required who have been relegated to paying significantly higher mortgage rates in the so-called subprime market.''

Danach genehmigte Herr Clinton sich eine Zigarre.

Der konservative Think Tank "American Enterprise Institute" sagte schon damals das Ende voraus: Der Staat wird zur Kasse gebeten werden:

''From the perspective of many people, including me, this is another thrift industry growing up around us,'' said Peter Wallison a resident fellow at the American Enterprise Institute. ''If they fail, the government will have to step up and bail them out the way it stepped up and bailed out the thrift industry.''

Es war dann die amerikanische Notenbank, die mit billigem Geld dieses Suprime-Hypo-Geschäft erst richtig in Gang brachte. Wenn man also jetzt den geldgieringen Bankern die Schuld in die Schuhe schiebt, dann muss man ehrlicherweise festhalten, dass diese erst danach die Bühne betraten.

Und wenn wir in den letzten Monaten zur erstaunlichen Erkenntnis gelangen mussten, dass die allermeisten Banker herzlich wenig von ihrem Geschäft verstehen, wird es wohl so gewesen sein, dass eben diese allermeisten selbst überrascht waren, welche Gewinne sich plötzlich dank diesem vom Demokraten Clinton angeschobenen Hypo-Geschäft  realisieren liessen.

Dass da jeder mit der Zeit ein immer grösseres Stück vom Kuchen abhaben mochte, liegt wohl in der Natur der Sache. Wir alle kennen die Diskussionen um die Gewinnbeteiligung von Kadermitarbeitern - oder etwa nicht?  

Kommentare RSS: title= Kommentare als RSS-Feed

dass man als journalist

  • Von: hoppla schorsch
  • , 10. Oktober 2008,
  • 08:54

nicht unbedingt über dinge nachdenken, sondern sie vielmehr zunächst mal in die welt setzen soll, führt uns mm (erneut) exemplarisch vor.

als wurzel des übels (!) erkennt er nicht etwa die raffgier, geldgeilheit, verantwortungslosigkeit, gambler-mentalität und der schier unbeugsame materialismus der meisten menschen in unserer gesellschaft.

nein, als wurzel des übels sieht er den mann bill clinton, den demokraten, wie er gerne erwähnt. etwas anderes wäre es ja gewesen, wenn mm geschrieben hätte, bill clinton ist mitschuldig.

aber das reisst halt nicht so. zumal in zeiten des wahlkampfes.

und in diesen scheint der arlesheimer baz-online-ceo nun auch eingetreten zu sein, denn er hat mit der schlüpfrigen zigarren-bemerkung auch die bevorzugte wirkungs-ebene seiner partei-präferenz, den republikanern, gewählt.

shame on you, mister messmer, shame on you!

Re: dass man als journalist

  • Von: M.M.
  • , 10. Oktober 2008,
  • 10:03

Ich weiss, wer für Obama ist, ist ein guter Mensch und wer für McCain ein schlechter. In Europa wimmelt es von Gutmenschen.

Selbstverständlich würde ich die Republikaner wählen, obwohl mich deren Kandidaten genau so wenig überzeugen, wie diejenigen der Demokraten. (Immerhin: Frau Palin hat einen erstaunliche Präsenz für eine "Dorf- und Provinzpolitikerin". Wenn ich so die Gemeindepräsidenten und Regierungsräte in meiner Umgebung betrachte, dann ist die Frau geradezu eine Politikerin der Spitzenklasse, einfach mal so nebenbei bemerkt.)

Weshalb man sich dafür schämen müsste - keine Ahnung. Zumal ich ja kein Amerikaner bin.

Interessant an dem Vorgang ist doch, welche Wirkung ein "sozialdemokratisches" Anschubprogramm entfaltet hat.

Es kann als exemplarisches Beispiel herangezogen werden für die These vom Schmetteringsschlag in Brasilien, der einen Tornado in Texas auslöst

Im Übrigen ist das mit der Gier immer relativ. Warum zwei Jungs, die eine Suchmaschine gebastelt haben, praktisch über Nacht zu Milliardären werden ist ja auch ziemlich quer.

Freut Euch, jetzt kann man tolle

  • Von: Fisker
  • , 09. Oktober 2008,
  • 19:59

Schnäppchen an der Börse machen..........

Schwarzpeterspiel

  • Von: Dagobert Durutti
  • , 09. Oktober 2008,
  • 14:40

Der Kelch wandert weiter, laut einem neuen Artikel der NYT ist jetzt Alan Greenspan an all dem Ungemach schuld...
http://www.nytimes.com...

US-Wahlkampf in Basel

  • Von: andrea müller
  • , 09. Oktober 2008,
  • 11:50

Findet jetzt der US-Wahlkampf in Basel statt?
Logisch, dass die Republikaner einen Weg suchen, zumindest einen Teil der Schuld am aktuellen Desaster den Demokraten in die Schuhe zu schieben.

Es wäre wohl gescheiter, wenn Alle ihre Energien zur Lösung der Probleme aufwenden als in rückwärts gerichteter Schadensbegrenzung zu machen.

nicht nur Bill Clinton.., da gibts noch mehrere..

  • Von: Bern-i
  • , 09. Oktober 2008,
  • 11:03

echt einleuchtend, was dieser Bill Clinton verführend nett seinen Untertanen und den ihm in Gehorsam folgenden im Sinne des dargebotenen Apfels (die verführerische Frucht) den Seinen vorflüsterte..
Das geschah aber schon 1997, 1998 hier in Basel! Ihr Schluss-Statement Wir alle kennen die Diskussionen um die Gewinnbeteiligung von Kadermitarbeitern als oder-nicht-Frage, ist uns hier ebenfalls schon damals vor Clintons-1999 verführerische Anregung vorgelebt worden.
Auch die Ciba ist gerade jetzt am Ende der Tage (siehe Tele-Basel gestern Abend, Daniel Wahls Film). Die Ausgangslage ende 1997 war die Anordnung des CEO s den GEWINN ZU OPTIMIEREN, d.h. ein wunderschönes Wort etwas viel tragerischen (...). Die Zielsetzung war damals, den Aktienkurs in die Höhe zu jagen und damit zusammenhängend den neuen Bonus-der-Versuchung. Die Pensionskassen, die AHV und die Privat-Anleger lassen herzlich grüssen und danken. Also Folge erreichte der Kurs mehr als das 5-fache des heutigen Levels (also mindestens 80% Verlust des angelegten Geldes), die Boni erreichten das Maximum, und...?

Da war ja noch McKinsey im Stillen, in höfischer Manier mitbegleitend, beratend, lenkend. Und? Wie der sehr fähige VR Lippuner gestern abend ebenfalls klar sagte: Wir hatten bei der Aufsplittung zu viel Geld mitgegeben.. - ja, und damit wude zur analogen Zeit (gleichzeitig die Tage der Fusionsverhandlungen mit Clariant) Hals über Kopf ohne due-diligence jene englische Firma (All.Col.) zu einem bis zu 10-fach überteuerten Preis eingekafut und sich damit schwerst verschuldet. Nebenbei, wegen Ciba und den laufenden Fusionsverhandlungen tat dann Clariant eben dasselbe: Hals über Kopf überteuert eine andere Engl.Firma einkaufen... UND NUN LEIDEN seither beide Firmen Ciba wie Clariant aufgrund der damaligen Ueberschuldung und der im tiefsten Grund nicht rentierrenden eingekauften Low-Level-Products, die faelschlicherweise als SPEZIALITAETEN vorgegauckelt wurden...

Der Apfel, die Frucht der Versuchung, das süsse Vorgauckeln fand hier in Basel schon 1997/1998 statt, begleitet von English-speacking Beratern, Hunter-Project-Strategie, der Groesste sein wollende, - gejagt waren schlussendlich jene High-Leaders welche diese Basler Firmen in den Abgrund zu steuern begannen... bei dabei höchst-level abgezockten Boni..

Und der damalige Präsident der CIBA Rolf A Meyer verschwand in die UBS.. kreierte Marcel Ospels Boni, und..? Auch dort schlussendlich die verhängnisvolle Wachstumsstrategie..
UND ALS DANK winkte wieder die scheinbare Gewinnbeteiligung die sich hernach als eine bodenlose Verlustplattform outet..

Re: Die Wurzel des Übels: Bill Clinton

  • Von: akuhn
  • , 09. Oktober 2008,
  • 00:17

Link broken!!!

Re: Re: Die Wurzel des Übels: Bill Clinton

  • Von: M.M.
  • , 09. Oktober 2008,
  • 08:23

Sorry, jetzt klappt's!

LA Times vom 31.5.1999

  • Von: Michael
  • , 08. Oktober 2008,
  • 22:24

4 Monate davor hat die LA Times was ähnliches geschrieben: http://sohalt.wordpres... .

Siehe auch hier:
http://sohalt.wordpres... />

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