Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Ein Liberaler!

Heureka: Da stosse ich doch bei meinem morgendlichen Streifzug durch die Blogosspähre eben auf einen Hinweis auf ein Interview in der FAZ mit Ralf Dahrendorf. Und der sagt:

Zur Freiheit gehören die Krisen der Freiheit. Und dass die Freiheit des Marktes Regeln, braucht, habe ich immer vertreten. Der Finanzkapitalismus hatte sich zuletzt verselbständigt: für bestimmte Innovationen, die Spekulation auf Schulden oder Indexentwicklungen, hatte sich ein ungeregelter Handel entwickelt. Das war noch kein Markt – und es war auf Dauer so nicht durchzuhalten. Jetzt werden sich die verbleibenden Banken und Investmenthäuser Regeln suchen. Für diese neuartige Ökonomie wird ein Markt mit Regeln entstehen.

Und dann noch das hier:

Die einzigen, die mit der Krise fertig werden können, sind die Amerikaner. Sie sind viel radikaler als die Europäer. Die Europäer reden immer - und besonders gerne von Systemen: Man müsse das ganze System verändern, heißt es dann sofort. Da wird dann schnell das Ende des Kapitalismus ausgerufen oder die soziale Marktwirtschaft begraben.

Und auch das:

Wenn von Managermillionen die Rede ist: Warum fragt eigentlich niemand, was mit diesem Geld geschieht? Denn es liegt ja nicht unter irgendwelchen Matratzen herum. Die Millionen beschäftigen Menschen. Ob Manager Gemälde kaufen oder eine Yacht auf dem Mittelmeer haben, deren Besatzung permanent drauf wartet, dass der Besitzer kommt und drei Tage rumschippert: Das Geld arbeitet.

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Imminente "Polit(-Moral)isierung" deutscher Banken?

  • Von: Agon.
  • , 12. Oktober 2008,
  • 10:43

Steinbrück in der FAZ: "%u201EDer SPD-Politiker machte auch deutlich, dass die Regierung im Gegenzug zu einer Kapitalbeteiligung %u201Ein die Vergütung des Managements eingreifen%u201C werde.%u201C ... Derweil Jo Ackermann die bestechend kohärente Ansicht vertritt, dass eine "systemische Krise (eine) systemische Antwort (brauche)%u201C.

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Ich (vertrat und) vertrete klar die Ansicht, dass Boni exklusive und unmittelbar auf nachhaltige Leistungen bezogen sein sollen. So ist evident, dass beispielsweise das UBS-Generalmanagement Gelder bezog, die ihr in einer zehnjähärigen "Nachhaltigkeitsbilanz" 98-08 nicht zustanden, aus Sicht der die Risiken tragenden Aktionäre. An sich eine simple, rein ethische Frage. Wenn nun aber der staatliche Minderheitsaktionär die nun notwendige, eben rein "systemische Antwort" von der Augestaltung des Finanzindustriearbeitsmarktes abhängig macht, dann ist dies aus meiner Sicht exakt das, was Lord Ralf im oben widergegebenen Text insinuierte.

Dringend notwendig ist, dass die Banken von der arg kurzfrisrtigen Betrachtungsweise der letzten Zeit wieder auf eine von der Vernunft geleitete langfristige Perspektive wechseln und auch versuchen, der "reinen Ethik" in Bezug auf die Salarierungsmodelle Folge zu leisten. Ich hoffte (ohne hingegen daran zu glauben) bloss, dass die linken Politiker nicht ihr Salarierungsmodell auf die Banken übertragen wollen, im Sinne: "Weil wir (also - notabene - die von uns Bürgern gewählten, namens und für Rechnung von uns Bürgern agierenden Politiker, unter Firma Staat) Euch helfen, bestimmen wir, was bei Euch moralisch korrekt ist und moralisch korrekt warend und sind wir."

"Brauchen wir nun ein staatliches Bankensystem statt des privaten?

  • Von: Objektivität
  • , 12. Oktober 2008,
  • 11:19

(Der ifo-Präsident. Hans-Werner Sinn ist einer der bekanntesten und renommiertesten Ökonomen Deutschlands.) Nein. Der Bankensektor gehört nicht in Staatshand. Wo sind denn die größten Verluste angefallen in Deutschland? Außer bei der Hypo Real Estate - bei den Landesbanken und anderen staatlich kontrollierten Banken. Der Staat ist besonders unfähig, solche Probleme zu lösen. Und die Verluste der Hypo Real Estate stammen weitgehend aus den nach Ostdeutschland gegebenen Krediten, die notleidend geworden waren. Die Bank hält ja noch immer das alte Kreditportfolio der Hypobank, die vor gut einem Jahrzehnt daran zugrunde ging. ..."


http://www.faz.net/s/R... />

Der Basler Staat wird zu 1/3

  • Von: Nachtrag
  • , 12. Oktober 2008,
  • 10:56

aus den Kapital- und Gewinnsteuern von mehr oder minder freien Unternehmen alimentiert. Übertragen wir dies auf andere Länder, so wird evident, dass der Staat natürlich nicht nur rein altruistisch handelt, wenn er dem für den globalen Zahlungs- Kreditverkehr existentiell wichtigen Interbankensystem beisteht. Er kommt nicht mehr und nicht weniger als seiner konstitutionellen Pflicht nach, die nationalen Interessen zu verteidigen!

@ Haller

  • Von: M.M.
  • , 12. Oktober 2008,
  • 08:12

Musste Ihren Beitrag vom Netz nehmen. Es gelten Copyright-Regeln. Es ist nicht gestattet, ganze Beiträge aus Publikationen (Online oder Print) per Copy & Paste in Weblogs zu übernehmen. Dies gilt ebenso für Bilder und Markenlogos.

Wenn Sie also die Leser auf einen an sich interessanten Beitrag in der FAZ aufmerksam machen möchten, dann können Sie ein paar Zeilen quasi als Appetithappen veröffentlichen und einen Link legen (http:// immer vor www. anfügen). Danke für Ihr Verständnis.

Unfähig, Krisen zu ertragen.

  • Von: Agon.
  • , 11. Oktober 2008,
  • 13:22

Das mittlerweile nachgerade existentielle Harmoniebedürfnis, nicht so sehr eventuell der Bevölkerung selst, sondern insbesondere der europäischen Politiker, dürfte genau das zur Folge haben, was Lord Ralf im oben zitierten Text umschreibt. ... Wer sich bemühte, dem Gewerkschafter Levrat in der gestrigen Arena zuzuhören, kann eine Vorstellung davon entwickeln, was in diesem unserem Lande auf einen zukommt. Die totale sozialistische Demagogie! Da werden solvente Schweizer Banken schwupps zum Sanierungsfall gemacht. Da werden Staatsbanken "Musterschüler", unabhängig von den einschlägigen Erfahrungen mit Bern und Genf, Solothurn und der Waadt etcetera. Wäre mal Jemand so freundlich kund zu tun, woher die Mittel zur eventuellen Bedienung von Staatsgarantien denn ursprünglich kommen? Etwa von den üppig alimentierten, und trotzdem technisch insolventen, staatlichen Pensionskassen? Und falls ja: Wer alimentiert sie?

Die NZZ erinnerte in Ihrer heutigen Druckausgabe an eine jener Persönlichkeiten, die just in solchen - börsen- und interbanken-abwicklungstechnisch - hauptsächlich psychologisch arg diffizilen Zeiten Not täten: Franklin D. Roosevelt! Der hatte nicht bloss die seinerzeitige Depression zu bewirtschaften, nein; danach galt es, gleich noch diesen unseren Kontinent mit den Alliierten zu retten! In meiner Zeit gab es den begnadete deutschen Kanzler Helmut Schmidt. Ich hoffe herzlichst, dass ihn der gegenwärtige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hin und wieder konsultiert, obwohl in ihm selbst das Blut des Banquiers vieille école Delbrück fliesst.

http://de.wikipedia.or...

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  • Stand: 05:27:20 - 10.03.2010

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