Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Fussball ohne Kultur

Herr Heller kommt aus Arlesheim und ist sehr umtriebig in Sachen Kunst. Als künstlerischer Leiter der Expo 02 wollte er nichts weniger als die Schweiz so rein bewusstseinsmässig völlig umkrempeln.

Dieser Anspruch war wohl etwas zu hoch gegriffen, respektive Herr Heller rechnete nicht mit dem Beharrungsvermögen der Schweizer, bewusstseinsmässig und so. Und auch finanziell war die Expo ein Flop.

Aber den Leuten scheint's irgendwie des-Kaisers-neue-Kleider-artig gefallen zu haben. Ich gehörte zur Gruppe der Expoverweigerer.

Nun hat Herr Heller gemeint, er könne während der Euro'08 nochmals bewusstseinserweiternd wirken. Für 12 Millionen Schweizer Franken. In Österreich, wo sie den Herrn Heller nicht so gut kennen, waren sie voller Begeisterung.

In der Schweiz mochten jedoch weder Politiker noch Sponsoren sich nochmals in ein hellersches Kunstabenteuer stürzen. 

"Die Chance wurde nicht genutzt"

sagte Herr Heller heute.

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Expo 02

war gut und das Expo-Abräumen sollten sie mal mit Mausklick testen. Heller hätte aus der EM02 bestimmt wieder einen unvergesslichen Event gemacht - und eine gesamtschweizerische Bewusstseinserweiterung...

bewusstseinserweiterung?

  • Von: hahaha
  • , 21. April 2007,
  • 00:28

hihihi, tschuldigung, dass ich dreintschalpe. aber bewusstseinserweiterung? wo am meisten?

ich bin nur auf eins gestossen: die verpackung ist die verpackung ist die verpackung, und am ende kostets ein haufen geld.

diese expo hat mir nur drei dinge klar gemacht:

1. dass unsere kulturelle identität nurmehr die absolute einigkeit über die totale beliebigkeit ist

2. wie sehr der staat ein äusserst attraktiver auftraggeber ist.

3. Und dass KEINER auch nur im entferntesten in form oder sogar worten sich getraut oder dazu fähig ist, etwas konkretes auszudrücken über uns und unsere identität, das hand und fuss hat, angreifbar oder teilbar und inspirierend ist.

diese bauten: pardon, entsetzlich, es sah alles nach Migros-Retrolook aus, riesige Spielzeuge ohne Spielmöglichkeit für erwachsene Füdlibürger.


oder: wenn es wirklich BEWUSSTseinserweiterung war, dann wäre doch mehr BENENNbarkeit daraus resultiert.

Bitte nennen sie mir doch nur ein einziges beispiel, wo wir nach dieser expo etwas besser benennen konnten über unsere identität.

inwiefern waren wir nach dieser expo:
- frischer
- vernetzter miteinander
- verbindlicher zueinander
- zielgerichteter als Land
- verstrittener
- selbstbewusster
- inspirierter
- kreativer
man nenne mir doch ein beispiel, wo konkret sich menschen anschliessend im öffentlichen diskurs oder bei ihrer meinungsfindung auf diese expo bezogen.

wo und wie hat sich diese expo in uns, mit uns, durch uns weiter strukturiert?

es geht mir gleich...

  • Von: holbein
  • , 20. April 2007,
  • 17:32

....insgesamt war ich sechsmal an der expo. es war ein friedlicher sommer, den ich in bester erinnerung habe. die nation hat sich auch auf die kultur des wartens eingestellt. vor den einzelnen pavillons gab es ja so wartereihen. ich meine, das volk habe sich dort getroffen und den meinungsaustausch gepflegt. gewaltig auch die transportleistung der SBB. in unmittelbarer gegend von jeder arteplage hatte es einen bahnhof...man gin hin und sofort fuhr ein zug.

wie gesagt: die expo bleibt in bester erinnerung.

Bei anaximander

  • Von: Carla
  • , 20. April 2007,
  • 17:08

weiss man ja nie so genau, wie sie das, was sie schreibt, meint. Also mir hat die Expo 02 sehr gut gefallen, ich war sogar mehrfach dort. Und ja, sie hat bei mir einiges an guten Gedanken zur uns und der Schweiz ausgelöst. Das war ein schöner Sommer gewesen. Schade, dass das Kulturprojekt nicht zustande gekommen ist. Kultur interessiert mich mehr als Fussball. Aber ich bin ja auch eine Frau ;-)

Die Expo 02

hat mir und einigen anderen so gut gefallen, dass wir uns die Mühe gemacht haben, sie kostengünstig abzuräumen - aber dieses Blog nimmt keine Links an....
http://www.litart.ch/p...

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