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Gestern im Club: Messstationen

Gestern im Club hat Herr Giezendanner eine Bemerkung zu den weltweiten Messstationen gemacht. Diese seien oftmals an fragwürdigen Orten aufgestellt, sodass man deren Werte wohl anzweifeln müsse.

Ein Argument, das von Friedensnobelpreisträger Fischlin mit dem dicken IPCC-Bericht totgeschlagen wurde. Wie eine Fliege. 

Dann zeigen wir doch mal, was Herr Giezendanner genau meinte. Zum Beispiel diese Station hier, bei einer Startpiste des Flughafens Rom, Italien.

Das Bild zeigt die Wetterstation beim Flughafen Rom

Noch Fragen?

Ah ja, noch diese, von wegen dem Temperaturanstieg in den letzten Jahrzehnten, weil Messstationen, die früher etwas abseits von Siedlungen lagen, heute in dichtbesiedelten Gegenden stehen.

Zum Beispiel "Global Warming" in Texas.

Wetterdaten San Antonio, Texas

Sieht doch jeder Laie, wie in San Antonio (1.3 Mio. Einwohner) die Temperaturen seit 1980 ansteigen. Die Kurve kommt uns deshalb auch bekannt vor.

Doch das gilt nicht für ganz Texas. In Dublin, mitten in Texas gelegen, gibt es auch eine Wetterstation. Das Kaff hat etwas mehr als 3'000 Einwohner. Und hier sieht "Global Warming" so aus:

Wetterdaten von Dublin, Texas

Merke: Auch Friedensnobelpreisträger können die Leute verschaukeln.

Was man den schweizerischen Friedensnobelpreisträger auch hätte fragen können, wäre, wie gesichert denn die Daten im dicken Bericht des IPCC sind, den er in die Höhe hielt ("Haben Sie den gelesen?"). 

Der Tages-Anzeiger von heute schreibt eine Fortsetzungsgeschichte über den britischen Klimaforscher Phil Jones, der wegen Climategate zurücktreten musste:

Für nicht akzeptabel hält er das Verschwinden von Rohdaten, das bei einer seiner anderen Studien passiert ist.

Mit anderen Worten: Es fällt derzeit schwer, gewisse Ergebnisse (peer-reviewed) im IPCC-Bericht zu rekonstruieren.

Aber Herr Fischlin, nach Henri Dunant der andere Friedensnobelpreisträger der Schweiz, deutet das alles als Weltverschwörung. Und will eigentlich nur noch mit Leuten reden, die, wie er, Wissenschaftler sind.

Wären da nicht seine Kollegen, die eine etwas andere Auffassung vertreten:

Die Auswahl der IPCC-Autoren ist auch John Christy von der University of Alabama in Huntsville ein Dorn im Auge. Der Forscher beklagt, die Regierungen schlügen heute nur noch Wissenschafter als Lead-Autoren vor, die auf ihrer politischen Linie lägen. Dadurch würden Sichtweisen marginalisiert, die dem wissenschaftlichen Mainstream widersprächen.

Und so sieht es gemäss einer Umfrage der Zeitschrift "Nature" bei den Klimaforschern aus, berichtet die NZZ:

Der einzige Forscher, der eine Lanze für den IPCC bricht, ist der Berner Klimaforscher Thomas Stocker, der als Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe 1 eine hohe Funktion im Uno-Klimarat innehat.

Quelle für Grafiken und Bild: Watts up with that

Messstation in den USA

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Giezendanners Gärtchen

  • Von: Den Amstal
  • , 17. Februar 2010,
  • 17:26

Sehr amüsant fand ich gestern die Aussage von Herrn Giezendanner zu Herrn Gunzingers Idee einer Abgabe auf fossile Brenn- und Treibstoffe, welche in der Schweiz den Preisanstieg vorwegnehmen würde: So eine Abgabe müsste weltweit eingeführt werden, SIE KÖNNEN DOCH NICHT EIN GÄRTCHEN UM DIE SCHWEIZ ZIEHEN ALS WÄRE KEIN AUSLAND VORHANDEN....
für einen SVP-Politiker eine ziemlich schizophrene Aussage, nicht?

verbrannte messgeräte

  • Von: klaeui
  • , 17. Februar 2010,
  • 16:01

ich glaub nicht, dass die messgeräte auf dem flughafen noch funktionieren.
wie sollen die einer temperatur von >2000°C standhalten?

Re: Gestern im Club: Messstationen

  • Von: fcw
  • , 17. Februar 2010,
  • 15:35

Immer, wenn's solche Trottel gibt - und es gab sie schon vor dem Waldsterben in irgendeinem Club in einer wunderschönen Stadt am Tiber, wo sie die Wärme neuerdings bei Leonardo da Vinci messen, was früher Fiumicino hiess - ,bref, für alle diese Besorgten gibt's ein tolles Buch: "The Doomsday Syndrome", von John Maddox, der Chefredaktor von "Nature" war und hier eine Attacke gegen den Pessimismus ritt (so der Untertitel). Das Buch erschien zwar schon 1972 (bei Macmillan), ist aber immer noch lesenswert.

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