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Der Gewerbeverband Basel-Stadt und das Problem mit einem Lehrling

Beim Basler Gewerbeverband sind sie am Rotieren. Erstmals vergibt der Verband zusammen mit der Basler Zeitung und der Migros den Preis "Bester Basler Lehrling des Jahres."

Und was lesen wir eben in der WELTWOCHE und bei 20Minuten? Im Rennen liegt die Plattenlegerin Jasmine Eminger, eine bekennende Rechtsextreme, Vorstandsmitgliederin der PNOS.

Sie soll, schreibt 20Minuten, sie hat, die WELTWOCHE, an ihrem Hals eine SS-Rune eintätowiert.

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wie die Mannen vom Gewerbeverband seit Tagen ziemlich nervös einen Ausweg aus dieser Sache suchen. Sollen sie aus politischen Gründen die Frau aus dem Rennen nehmen?

Mist. Warum ist die Frau auch nur so gut. Schon wieder ein Verbot, sollte man sie nicht zulassen. Schon wieder Schlagzeilen landauf, landab.

Aber die SS-Rune, falls dem so ist, ist schon ein starkes Stück. Das ist so wie bei dem Plakat von der SVP. Nirgendwo hängt es (in Basel-Stadt), doch alle denken daran, wenn sie das andere Plakat sehen.

Man muss sich das mal vorstellen.

Da steht dann an der Abschlussfeier im Festsaal der Messe Schweiz diese junge Frau auf der Bühne und neben ihr Herr Malama. Und die im Saal denken und Herr Malama schaut genau hin, ob man sie denn sieht, dieses Erkennungszeichen der Nazischlächter. Vielleicht muss sie, falls da keine SS-Rune ist, den Hals entblössen, vielleicht nur ein T-Shirt tragen. Damit Herrn Malama zumindest dieser Stein vom Herzen fällt und er erleichtert zu seinem Präsidenten in der ersten Reihe blicken kann. 

Aber jetzt muss zuerst mal eine Sprachregelung her, für was beschäftigt man schliesslich Kollege Roger Thieriet als Redenschreiber und Kommunikationsberater.

Als Profi wird er gesagt haben: Leute - wenn ihr die ablehnt, habt ihr ein Problem. Dann sorgt Basel gesamtschweizerisch schon wieder für Schlagzeilen. Und die PNOS kriegt billige Gratiswerbung.

Gut, die gesamtschweizerischen Schlagzeilen haben sie schon jetzt.

Aus dem Wettbewerb rausschmeissen, könnt ihr sie nicht, sagt Herr Thiriet. Also konzentriert euch auf die Noten. Da habt ihr dann einen objektiven Grund für die Auszeichnung.

Eine Punktzahl ist das Ergebnis einer Addition und  nicht das eines Schaulaufens. Wir sind ja schliesslich nicht bei einer Missenwahl. Wir beurteilen die Frucht der Büez beider Hände und nicht den Kollegengruss mit der rechten.

So etwa wird Herr Thiriet argumentieren und feilt jetzt an der Laudatio.

Aber irgendwie will beim Gewerbeverband Basel-Stadt für diese Auszeichnung keine echte Freude mehr aufkommen. Was wir durchaus verstehen. Es ist auch so eine Sache heutzutage. Was man auch macht - es kann in die Hose gehen.

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Runerei

  • Von: Thommen
  • , 18. Oktober 2009,
  • 21:05

Die berufliche Qualifikation hat nichts zu tun mit der politischen Einstellung. Im übrigen ist es kein Problem, bei Bildern zu retuschieren.
P.S. Bis jetzt sind die vielen religiös-fundamentalistischen Pädagogen auch noch kein politisches Problem.
P.S.2 Ich bin damals wegen angeblich "links" auch fichiert worden.

abkupfern erwünscht, aber...

  • Von: lha
  • , 15. Oktober 2009,
  • 12:02

Saugiele bei der Weltwoche, dürften ruhig schreiben, wo sie die Geschichte her haben.

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