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Google mischt sich in Klimapolitik ein
Von M. M., 26. November 2007 – 19:08:00
Au fein, da machen wir doch mit: Am Samstag, 8. Dezember 2007 von 20.00 Uhr bis 20.05 Uhr gehen in Deutschland die Lichter aus. Also Greenpeace will das so, im Schulterschluss mit BILD, BUND, WWF, ProSieben und - Google.
Die Lichtausaktion soll eindringliche Mahnung sein, "die national und international zu mehr Klimaschutz aufruft", schreiben sie auf ihrer Website.
Mit der Aktion „Licht aus! Für unser Klima.“ fordern die Kooperationspartner von „Rettet unsere Erde“, Google und ProSieben jeden Einzelnen zum Handeln auf. Zudem senden sie ein Zeichen an den zeitgleich stattfindenden Weltklimagipfel auf Bali, sich konsequent für bessere Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen.
Wer nicht mitmacht, wird an den medialen Pranger gestellt und wer mitmacht bekommt Gratiswerbeminuten und eine gute Presse?
Erste Zusagen für die Teilnahme an der „Licht aus!“-Aktion liegen bereits vor. So werden am 8. Dezember der Kölner Dom, das Schloss Neuschwanstein, das Heidelberger Schloß, die Alte Oper sowie die „Zeil“ in Frankfurt ihre Außenbeleuchtung für fünf Minuten abschalten. ProSieben wird am 8. Dezember live über die Aktion berichten.
Kommentar:
Dass da Google mitmacht, muss hellhörig machen. Der Datensammlergigant aus Montain View (CA) mischt sich erstmals mit seiner geballten Marktmacht in die Politik eines Landes ein.
Dieses Engagement hat eine völlig andere Qualität, als ein paar Solarzellen aufs Headquarter-Dach zu installieren oder eine umweltfreundliche Unternehmenspolitik zu verfolgen. Hier handelt es sich um eine politische Aktion.
Das ist vielmehr äusserst beunruhigend. Zumal die Schweizer Google-Niederlassung des US-Unternehmens vor einer Woche in der SonntagsZeitung verlauten liess, sie würden jederzeit Staatsorganen die von ihnen gesammelten Daten eines Google-Users aushändigen: "Wenn es gerichtliche Verfügungen zur Herausgabe von Nutzerdaten gibt, kommen wir diesen als verantwortungsbewusstes Unternehmen natürlich nach."
Wollen die nicht nur die Kontrolle über unsere Bits and Bites, über unsere Schleifspuren im Web, sondern auch über unser Denken und politisches Handeln?
- 4.0
- | Kategorie: Klimawandel
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Kommentare
Kommentare als RSS-Feed
Selbst gegoogelt!
- Von: Alex
- , 27. November 2007,
- 17:27
Ich kann der Argumentation überhaupt nicht folgen.
Was ist falsch daran Google zu nutzen um die Licht aus Aktion an den Mann die Frau zu bringen?
Konform gehe ich wenn es um das Thema Datenschutz geht.
Nur dann sollten Sie selbst lieber auch nicht mehr googeln!
Und mal zur Info - jeder Internet Provider und jeder Telefonanbieter ist dazu verpflichtet Daten zur Aufklärung von Verbrechen auf Antrag an die Staatsorgane raus zugeben. Das hat nicht Google erfunden und erst Recht nicht Greenpeace - letztere sind und bleiben unpolitisch!
Hier findet ja keine Volksabstimmung über Google statt - dann würde ich von Eingriff in die Demokratie sprechen.
Oder meinen Sie das Gesellschaftspolitisch?
Ein bisschen mehr Differenzierung bitte und dann wird die Diskussion vielleicht in die Tiefe gehen.
Re: Selbst gegoogelt!
- Von: M.M.
- , 27. November 2007,
- 17:45
Ich weiss nicht, wo Sie wohnen und ob Sie mit direktdemokratischen Gepflogenheiten vertraut sind.
Sagen wir es so: Wenn die Atomindustrie dazu aufrufen würde, am 8. Dezember sollten für fünf Minuten die Lichter gelöscht werden, um auf die drohende Stromlücke aufmerksam zu machen, dann wäre das doch ziemlich politisch, oder?
Oder nehmen wir Gazprom - was wäre die politische Botschaft, wenn sich der russische Staatskonzern dem Lichtausprotest anschliessen würde?
Ich rate jedem Unternehmen dringend davon ab, sich in politische Entscheidungsprozesse einzumischen oder sich zu engagieren.
Hingegen hat niemand etwas dagegen, wenn sich Google im Bereich Umweltschutz engagiert, Spenden bezahlt und seinen Laden umweltfreundlich organisiert. Da kann das Unternehmen auch Werbung und PR damit machen und durchaus eine Vorbildfunktion übernehmen.
Au fein!
- Von: anaximander
- , 27. November 2007,
- 15:55
Licht aus, Fernseher aus, PC aus, alles aus, aus, aus! Dann haben wir fünf Minuten Ruhe - und können surfen, was das Zeug hält...
Re: Google mischt sich in Klimapolitik ein
- Von: Otto
- , 26. November 2007,
- 21:00
"vor einer Woche in der SonntagsZeitung verlauten liess, sie würden jederzeit Staatsorganen die von ihnen gesammelten Daten eines Google-Users aushändigen."
Link zur Quelle?
Re: Re: Google mischt sich in Klimapolitik ein
- Von: M.M.
- , 26. November 2007,
- 21:16
Leider nicht online, sonst hätte ich das verlinkt.
Re: Re: Re: Google mischt sich in Klimapolitik ein
- Von: M.M.
- , 26. November 2007,
- 21:26
Nachtrag: Falsch, das war vor einer Woche noch nicht online. Habe eben nochmlas gegooglet ;)
Korrekt zitiert muss es heissen:
"Wenn es gerichtliche Verfügungen zur Herausgabe von Nutzerdaten gibt, kommen wir diesen als verantwortungsbewusstes Unternehmen natürlich nach", sagt Rachel Whetstone, die bei Google in Europa für Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying zuständig ist.
http://www.sonntagszei... />
Habe deshalb den Beitrag ergänzt.
Re: Google mischt sich in Klimapolitik ein
- Von: theddy
- , 26. November 2007,
- 20:47
Wir könnten es ja schon seit 1984 wissen. Man lacht immer lange über Prophetien - aber irgendwann wird die Zeit halt reif und das Lachen bleibt einem im Hals stecken.
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Re: Google mischt sich in Klimapolitik ein
Der Suchmaschinengigant Google hat eine "strategische Initiative" gestartet, um Strom aus erneuerbaren Energiequellen billiger als aus Kohle produzieren zu können. Dabei werde man sich auf Sonnenwärmekraftwerke, Windkraft, Erdwärme und andere Technologien konzentrieren, die einen Durchbruch in der Energiefrage ermöglichten, sagte Google-Mitbegründer Larry Page in Mountain View (US-Bundesstaat Kalifornien).
Google gehört als Betreiber zahlreicher gigantischer Rechenzentren zu den grossen Energieverbrauchern in den USA, behandelt aber die Information über den eigenen Energiebedarf als Betriebsgeheimnis.
Im Jahr 2008 werde sein Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar in die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energie und die damit verbundenen Investitionen stecken, kündigte Page an. "Wir würden gerne viel mehr ausgeben, aber wir finden nicht genügend brillante Ingenieure."
SDA
Google wurde schon oft unterschätzt. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. I keep my fingers crossed for every effort to "build a better world".