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Herr Schmid, ein Bundesrat, lügt

Herr Schmid, ein Bundesrat, wusste entgegen seiner bisherigen öffentlichen Statements schon im November des letzten Jahres, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Damals-noch-Brigadier Nef ermittelt hat. Und zwar auch über den Sachverhalt. Das meldet eben Radio DRS in den Mittagsnachrichten (offensichtlich derzeit noch exklusiv). Jetzt haben es auch die anderen (13:12 Uhr)

Trotzdem hat Herr Schmid Herrn Nef nicht nur durchs Auswahlprozedere geschleust, sondern ihn auch in den Generalsrang hochgehievt. Private Angelegenheit, ein wenig Stalking, die Ex belästigen, bis die Staatsanwalschaft einschreiten muss - im Männerclub Militär wohl eine Marginalie. 

Herr Schmid, Bundesrat der Kuschel-SVP, fehlt ganz offensichtlich das politische Sensorium für  Gender-Fragen.

Was uns immer wieder erstaunt, dass sich nicht endlich überall rumgesprochen hat, dass früher oder später alles, aber wirklich alles, ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Wir leben im Informationszeitalter!

Wir bleiben bei unserer Einschätzung: Herr Schmid ist untragbar.

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schwingen Sie sich

  • Von: dani meier
  • , 03. September 2008,
  • 17:34

doch nicht so zum Moralapostel auf, MM. Wieviele Bundesräte haben in den letzten zwei Jahren gelogen, und wurden von Ihnen mit einem solchen Titel qualifiziert? Zum Beispiel der Herr Blocher: er nahm es mit "der Wahrheit" auch nicht immer genau.

Und wie oft lesen wir hier Artikel, wo "die Wahrheit" mit ihrem goldenen Mass an Proportionen, lieber MM, gerade Pause hatte.

Aber ich halte auch für wahr, was Sie am Schluss schreiben: Herr Schmidt ist überfordert. Ein Chef, der ein Strafverfahren bei einem Bewerber zum General zur Privatsache erklärt, und sich dann mit dessen Gegenstand nicht befasst haben will, ist ein schlechter. Weil verantwortungslos. Dass nun bekannt wird, dass er eben schon im Bilde war, und dies verleugnet hatte, macht die Sache nicht schlimmer sondern zeigt wie schlecht es um die korrekte Erfüllung seiner Pflicht steht.

Wahrscheinlich war ihm klar, dass ein Armeechef mit exakt dieser charakterlichen Schwachstelle kaum von der Oeffentlichkeit akzeptiert würde.

Ob alles ans Licht der medialen Oeffentlichkeit kommt, wie Sie es hinschreiben, das halte ich meinerseits für gelogen. Das ist so der übliche Hymnus auf die Gesellschaftsordnung derer, die sich darin recht gut zurecht gefunden haben. Denn sicher sind Sie mit mir einig, dass es dafür den Betriebsmotor des Interesses (der Neugierde) braucht. Und da sind Sie ja Fachmann. Diese News entspricht genau Ihrem politischen Interesse, und deshalb kolportieren Sie sie.

Welche Lobby hatte denn der Herr Schmid? Und welche Lorbeeren kann sich heute der Bundesrat eines überflüssigen Departementes holen? Aber das kann Ihnen ja wurscht sein. Mit ihrem Blogg holen Sie ein bisschen Weltwoche nach Basel, als deren verlängerter Arm Sie in der engen Medienszene unserer Kleinstadt agieren.

Apropos: Wo bleibt denn nun der namhafte Abgang in Köppels Casa? Und: ist es der Engeler?

Re: Herr Schmid, ein Bundesrat, lügt

  • Von: kritiker
  • , 03. September 2008,
  • 14:50

So Du dem normalen Bürger (nichjt dem Bundesrat) noch erklärst, was Du unter "Gender..." verstehst, würde ich fast Deiner Meinung sein, aber eben nicht ganz,. Ich denke, deshalb sind wir ja ja Schreiberlinge und nicht Täterlinge...

Re: Re: Herr Schmid, ein Bundesrat, lügt

  • Von: M.M.
  • , 03. September 2008,
  • 15:41

Entschuldigung, wir sind hier ja ein öffentlich zugängliches Medium. Das ist wie beim Fernsehen, da sagt der Moderator bei jedem Fremdwort "und das heisst"..

Grundsätzlich: Rollenspezifisches Verhalten nicht aufgrund des Geschlechts (Sex) sondern aufgrund sozialer und gesellschaftlicher Normen. Die Normen des Herrn Schmid (und Nef) sind offensichtlich andere als das, was heute als Norm gilt.


Es kommt ans Licht der Öffentlichkeit

  • Von: albi
  • , 03. September 2008,
  • 14:19

Ja, ja geschätzter M.M. Ob sich dann aber die derart erhellte Öffentlichkeit auch tatsächlich angemessen aufregt und reagiert, ist dann immer noch offen. Wennd der Kuschel-BDP (bitte nicht mehr SVP schreiben!!)- "Mann" dann eben aus irgendwelchen Gründen für bestimmte Personen aus durchsichtigen Motiven noch eine Nützlichkeitsfunktion hat (bescheiden, aber immer noch Nützling), dann nützt eben dieses Licht an der Öffentlichkeit manchmal eben doch nichts. Es gab eine Bunderätin, die war seinzeit so ehrlich und musste dann gehen. Heute genügt es, wenn ein Bundesrat etwas zurückhaltend mit der Wahrheit umgeht und er kann bleiben. Vorläufig.

Re: Es kommt ans Licht der Öffentlichkeit

  • Von: C. P.
  • , 03. September 2008,
  • 16:21

Könnte ja sein, dass Schreiberlinge darunter leiden, keine Täterlinge zu sein. Naja. Medienhyps zu konstruieren ist nicht gerade eine Heldentat aber bestimmt eine Ersatzhandlung. Und das Schwingen der Moralinkeule "alles kommt an den Tag" mal wieder der Ausdruck helvetischer Spiessigkeit. Sollten sich die Nebel lichten, dann würde ich mir wünschen, dass sie sich dort lichten, wo Relevantes für unser Land im Verborgenen wuchert. Alscom, CIA etc.
Die spiessigen Jounis machen aus Schmied bald einen Helden.
Ihn wird das kaum ärgern.

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