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Kohle-Strom aus Deutschland

Die Schweiz poliert ihre Umweltbilanz auf Kosten Deutschlands auf. Schön für die saubere Schweiz und gut für das Gewissen der grünbewegten Umweltbewussten. 

Die Story*: Weil die Westschweiz mehr Strom verbraucht, als die Energie Ouest Suisse (EOS) produziert, wird die jetzt schon vorhandene Versorgungslücke mit Strom aus den französischen Atomkraftwerken gedeckt. Doch diese Verträge laufen aus.

Deshalb wollte der Stromversorger ein Gaskraftwerk im Wallis bauen. Weil das Parlament jedoch entschieden hat, dass 70% des CO2-Ausstosses eines solchen Fossilkraftwerks in der Schweiz kompensiert werden müssen, ist der Bau von Gaskraftwerken in der Schweiz faktisch verunmöglicht worden. Kohlekraftwerke will erst recht niemand haben.

Doch guter Rat ist angesichts dieser typisch schweizerischen No-Go-Situation gar nicht teuer:

Die EOS hat ab 2009 folgenden zehnjährigen «Energieaustauschvertrag» mit dem deutschen Stromkonzern RWE abgeschlossen: Die RWE liefert Kohle-Strom in die Schweiz, die EOS Strom aus eigenen Wasserkraftwerken nach Deutschland. Unter dem Strich erhält die EOS damit jährlich «rund eine Milliarde Kilowattstunden» zusätzlichen Strom aus RWE-eigenen Kohlekraftwerken, 

Importstrom aus ausländischen Kohlekraftwerken werden, so die Spielregeln, nicht in die Umweltbilanz der Schweiz eingerechnet.

*Quelle: Basler Zeitung (nicht online abrufbar) 

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Vorausdenken ist gefragt.

  • Von: Markus Schöpfer
  • , 24. August 2007,
  • 17:38

Die EOS hat vorausgedacht. Strom wird knapper, und darum haben sie bereits einen Vertrag für Stromlieferungen abgeschlossen.

Dieser Vetrag hat zudem kaum einen Einfluss darauf, dass in Deutschland neue Kohlekraftwerke gebaut werden (einige sind bereits im Bau, andere sind geplant).

Was wichtigr ist, ist die Frage, wie schnell die CO-2 Bindungs-Technik angewandt werden kann. Neuste Techniken binden ca. 90% des CO-2 Ausstosses und verursachen dabei Mehrkosten, die verkraftet werden können. Diese Techniken werden bereits im Industrie Massstab getestet, und sollten in ca. 3 bis 5 Jahren kommerziallisiert werden können. Auch Gas-Kombikraftwerke können damit den CO-2 Ausstoss enorm reduzieren.

Damit dürften die Erneuerbaren Energien jedoch nicht verdrängt werden. Aufgrund des stark wachsenden Energie-Bedarfs weltweit werden diese auch in den kommenden Jahren boomen (Gemäss Vorhersage von Branchenteilnehmern, und hoher Wahrscheinlichkeit).

Das alles haben wir doch

gar nicht nötig. Die Westschweizer haben, wenn ich mich nicht irre, einen Vertrag mit RWE abgeschlossen oder zumindest ins Auge gefasst, obwohl bereits in Kürze jeder seinen eigenes Kraftwerk mit sich herum trägt: Anzüge - von der Unterhose bis zum Chäppli - alles Solarzellen bestückt, reicht für Laptop, iPod und Kaffeemaschine - was braucht der Mensch mehr? Die ETH Lausanne hat ein vollkommen neues Trampiauto für vier Personen entwickelt. Wenn es voll bestückt ist und alle vier Insassen kurbeln, erreicht es eine Geschwindigkeit von 12 km/h. Viel schneller wird man eh nicht fahren können, wenn der Leuenberger die die Schweiz durchrasenden Laster nicht auf die Schiene bringt - und wie sollte einer, der nichts auf die Schiene bringt, die Lastwagen....

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