Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Das IPCC hat seinen Abstimmungskampf verloren
Von M. M., 19. Dezember 2009 – 11:31:00

Arlesheim, minus vier Grad, es schneit.
Etwas kleinlaut sind die Weltpolitiker aus Kopenhagen wieder abgereist. Beim SPIEGEL herrenmenschelt es gewaltig:
Zwergenaufstand lässt Klimagipfel scheitern
titeln die ihre Topstory. (Sie haben den Titel inzwischen geändert. Online geht das ja recht schnell.)
Schon am Sonntag werden die Länderchefs und die Chefin des Nachbarlandes ihre Interpretationen des Gipfels zum Besten geben.
Was sie auch immer erzählen werden: Die grossen Verlierer sind das IPCC, der UNO-Klimarat und die das Panel dominierenden Klimawissenschaftler (mit Thomas Stocker, einem Bern).
Sie haben einen demokratisch geführten Abstimmungskampf verloren.
Auch wenn sie uns in den nächsten Wochen einreden wollen, die Welt und ihr Klima seien die Verlierer. (So argumentieren nun mal die Verlierer nach einer Abstimmung, wir Schweizer kennen das.)
Seit 2007 haben sie einen beispiellosen, weltweiten Abstimmungskampf geführt. Mit allen Tricks und Kniffen.
Sie wollten, wie jede hundskommune Partei, ihrer Sicht der Dinge zum Durchbruch verhelfen. Sie wollten Macht und Einfluss. Sie wollten Kohle und Prestige. Sie handelten nach dem Grundsatz:
Unsere Sicht der Dinge ist die einzig mögliche Sicht der Dinge!
Sie haben auch untereinander mit harten Bandagen gekämpft und Kollegen, die nicht auf Linie blieben, aus ihrer "Klimapartei" rausgeekelt.
Die sonst eher ein Randdasein führenden Klimatologen wollten mit ihrer Kampagne die Spitze des Wissenschaftsolymps erklimmen.
Sie haben sich der wirksamsten Methode für Abstimmungskämpfe bedient.
Sie erzeugten Angst. Grundsatz:
Der Appell an die Angst hat dann den grössten Effekt, wenn er den Leuten die Hölle vor Augen führt.
Man stelle sich das mal vor, die Welt hätte sich in Kopenhagen ein paar wenigen Klimaesoterikern und ihren AnhängerInnen ausgeliefert. Wir haben das schon einmal erlebt in Europa, damals, als es nach der mittelalterlichen Warmzeit richtig kalt wurde in Europa. Höhepunkt war ein dreissigjähriges Gemetzel um den richtigen Glauben.
Die Befreiung kam erst mit der Französischen Revolution, einer Hungerrevolte. Danach ging‘s bergauf, auch mit den Temperaturen.
Die Welt geht nicht unter.
Die Summe aller Probleme bleibt sich immer gleich. Die künftigen Generationen müssen sich ihrem Schicksal stellen wie die Generationen zuvor.
Wir Babyboomer hatten das Glück, in eine friedliche Warmzeit mit einer enormen Fülle an Allem geboren worden zu sein.
Wir haben den Planeten nicht geplündert, er steht nicht vor dem Abgrund.
Die Babyboomer, gut genährt und mit den besten Voraussetzungen fürs Leben ausgestattet, haben der Welt wertvolle Impulse geschenkt:
Individuelle Freiheitsrechte, Sinn für soziale Gerechtigkeit, Innovationswille, hervorragende Rahmenbedingungen für technische und künstlerische Kreativität, die besten Kommunikationsmittel seit Erfindung der Menschheit, ein ernomes Wissen, das allen zugänglich ist, Optimismus, ja und selbstverständlich auch den Umweltschutzgedanken.
Die zentrale Erfahrung unserer Generation ist die Gewissheit, dass gerade grosse Herausforderungen die besten Resultate bringen.
Ich bin unglaublich optimistisch.
Gerade mit Blick auf die nächste Generation. Die packen das.
Arlesheim, minus vier Grad, es schneit noch immer.
- 5.0
- | Kategorie: Klimawandel
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Kommentare
Kommentare als RSS-Feed
Re: Zwei paar Schuhe
- Von: M.M.
- , 20. Dezember 2009,
- 10:19
Danke, jetzt habe ich es verstanden.Endlich. Herzlichen Dank.
2 Paar Schuhe? - na ja das eine unter die Sohle..
- Von: Bern-i
- , 20. Dezember 2009,
- 20:12
2 Paar Schuhe: deine eine hinaufkicken, das andere unter den Teppich, sorry Sohle drücken? Messdaten (75% in Russland, usw) verschwinden lassen, am Ende der Eiszeit die Statistik beginnen usw..
Verschweigen aber z B das folgende: selbst (erstaunlich) die EU fragte früher darnach:
Klimakiller Nummer 1 ...ist das Militär..
Die Klimawandel-Diskussion ist lückenhaft, schreibt echt begründet Wolfgang Effenberger (link: http://info.kopp-verla... ) Besonders erwähnt ist die bisher verschwiegene Ursache, angeprangert im EU-Bericht vom Januar 1999: mit dem Hinweis auf die Konferenzen der Vereinten Nationen in Kyoto (1997) und in Rio de Janeiro (1992): die militärischen Aktivitäten. Sie werden für eine weitreichende Umweltzerstörung verantwortlich gemacht... besonders auch das klimabeeinträchtigende Waffensystem HAARP - man google und staune nicht, über 12 Mio hits zu bekommen. - man klicke z B auf Dr Nic Begich (Sohn des damaligen US-congress Abgeordneten, der damals im hearing einen bemerkenswerten Satz formulierte!) http://www.haarp.net/<...
Re: Das IPCC hat seinen Abstimmungskampf verloren
- Von: W.K.
- , 19. Dezember 2009,
- 23:49
Das Gute am Scheitern in Kopenhagen ist, dass wir wieder zu den eigentlichen Themen zurückkehren können, welche eine echte Bedrohung darstellen, zum Beispiel die iranische Atombombe.
Was uns wiederum zur Erdölabhängigkeit bringt. In zehn Jahren erreicht die Erdölförderung ihren Peak. Von da ab geht es bergab. Spätestens dann gehen die Verteilkämpfe los.
Energiesparen ist deshalb kein Exklusivthema von romantisierenden Gutmenschen, sondern gehört mit zu den Überlegungen von nüchtern rechnenden Strategen.
Was wir derzeit selbst produzieren können ist Elektrizität. Ein weiteres drängendes Thema.
nach mir die Sintflut
- Von: goldfinger
- , 19. Dezember 2009,
- 21:47
Wir haben den Planeten geplündert und plündern ihn munter weiter, jeder sich selbst der Nächste. Der Planet steht nicht am Abgrund, da gebe ich ihnen recht, dem ist es wurst, wie es uns geht. Hoffen wir, dass alles so gut kommt, wie Sie das in ihrem unendlichen Optimismus sehen. Und wenn nicht, haben wir ja den Vorteil, dass unser beider Ereignishorizont nicht mehr allzu weit entfernt ist. Ein anderer, auch wichtiger Mann hat mal gesagt: "nach mir die Sintflut". Vielleicht können wir das wörtlich erleben und unsere Kinder werden dann die Herausforderungen annehmen dürfen. Die packens, ich bin unendlich optimistisch.
Ich kann es nicht mehr hören ----
- Von: Ben Palmer
- , 20. Dezember 2009,
- 20:22
.. dieses weinerliche Getue vom Planeten, den wir geplündert haben sollen. Im Gegenteil, noch nie ging es Menschen auf diesem Planeten so gut wie heute. Und das dank der Tatsache, dass wir uns in einer Warmphase befinden, die uns das Leben erleichtert, die Nahrung für Milliarden von Menschen gesichert und den technologischen und medizinischen Fortschritt überhaupt ermöglicht hat.
Vor tausend Jahren hat sich kein Mensch darüber Sorgen gemacht, ob tausend Jahre später der Planet überhaupt noch belebbar sein würde. Insbesondere hätte sich niemand vorstellen können, dass dieser Planet einmal Milliarden von Menschen ein BESSERES Leben beschehren könnte. Und in diesen tausen Jahren gab es Naturkatastrophen, sinnlosen Totschlag und Mord in Zwistigkeiten zwischen Bevölkerungsgruppen, Epidemine, die Millionen dahinrafften.
Wir wissen nicht, wie in weiteren tausend Jahren das Leben auf unserem Planeten aussehen wird. Wird ein Meteorit einschlagen, eine Eiszeit die Menschheit auf einen kleinen Rest dezimieren, ein Weltkrieg ausbrechen, eine Sintflut nur die glücklichen Besitzer eines Bootes überleben lassen?
Auch ich bin der Ansicht bin, dass wir mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen müssen. Aber tun wir das nicht schon lange? Haben wir nicht den tödlichen Passivrauch aus den Höhlen verbannt, haben wir nicht die wilden Tiere aus unseren Wohngebieten vewiesen, haben wir nicht dafür gesorgt, dass wir immer, jederzeit etwas zu essen haben, ohne dass wir die Kartoffeln in muhsamer Arbeit selbst pflanzen und ernten müssen, ohne das wir uns Sorgen zu machen brauchen, ob der Weizen den nassen Sommer überlebt. Wohnen wir nicht in angenehm warmen Wohnungen, ohne dass wir Bàume fällen und Holz spalten müssen?
Warum sollen wir auf das verzichten in der Annahme, dass unsere Nachfahren dann glücklicher leben werden?
41'000 Tonnen CO2 produziert
- Von: Paule
- , 19. Dezember 2009,
- 16:23
Das ist auch noch eine interessante Information:
Mehr als 15 000 Klimaretter aus aller Welt waren in die Dänische Hauptstadt gereist, hauptsächlich im Flugzeug, darunter 140 Privatjets, die zum Teil auf die Flughäfen anderer Städte ausgeflogen werden mussten, weil der Airport in Kopenhagen nicht genug Platz bot. Über 1200 Limousinen beförderten die Möchtegern-Weltbewahrer durch die Stadt, mehr als es in ganz Dänemark gab. Die fehlenden Luxuskarossen mussten aus Schweden und Deutschland angefahren werden. In nur sieben Tagen produzierten die Konferenzteilnehmer geschätzte 41 000t Kohlendioxid, mehr als 30 Länder an einem Tag ausstoßen. Schon das machte die Veranstaltung zur Farce.
Der Rest ist auch noch lesenswert:
http://www.achgut.com/...
Radikalisierung
- Von: Paule
- , 19. Dezember 2009,
- 16:09
Man muss jetzt mal abwarten, was weiter geschieht. Möglich ist, dass es zu einer Radikalisierung der Enttäuschten kommen kann.
Endzeitstimmungen spühlen die eigenartigsten Geister an die Oberfläche.
Re: Radikalisierung
- Von: Seline
- , 19. Dezember 2009,
- 16:17
Wenn man dem Chef vom Greenpeace zuhört, dann ist eine Radikalisierung durchaus möglich.
Er sagt dem Spiegel: "Ich habe keine Ahnung, was uns wieder zurückbringen könnte auf einen guten Pfad, und Angst, dass wir die größte Gelegenheit zu einem Umsteuern verpasst haben."
Es gibt jede Menge satte Leute auf der Nordhalbkugel, die sich mitten im Wohlstand in einer Art Endzeitstimmung befinden, getrieben von ihrem schlechten Gewissen bei jedem Bissen in eine saftige Orange, die aus Südafrika eingeflogen wird.
Man sollte mal fragen, wieviele Demonstranten mit Easy-Jet nach Kopenhagen geflogen sind.
Der Schein trügt!
- Von: Peter Gysin
- , 19. Dezember 2009,
- 14:57
Die Grundlagen für eine globale CO2-Steuer sind gelegt worden. Die Weltbank und der IWF werden sich freuen.
http://www.propagandaf...
Re: Der Schein trügt!
- Von: bernd.palmer@gmail.com
- , 20. Dezember 2009,
- 20:35
.... die Diktatoren in den Drittweltländern werden sich auch freuen. Ebenso werden sich Al Gore, Goldman Sachs und Konsorten freuen.
Und natürlich Rajendra Pachauri, Vorsitzender des IPCC, der in der Erdölindustrie, im Carbon Trading und im Green Business gleichermassen tätig ist.
http://eureferendum.bl... /> und
http://eureferendum.bl... />
Das Bundesamt für Umweltschutz hat übrigens auch mit der der Firma von Pachauri, TERI, Projekte verwirklicht.
Der PC Herstelle rDELL spendet Geld an TERI für Erziehungsprojekte für Schulkinder.
http://www1.euro.dell.... /> Indoktrination? Interessenkonflikte mit Sicherheit
Die Putschisten sind gescheitert!
- Von: Mittelmass
- , 19. Dezember 2009,
- 13:33
Demokratisch war der IPCC und die Klimareligion nie.
Nein, sie wollten sich an die Macht putschen, wie in einer Bananenrepublik, nur subtiler, und sie sind gescheitert, aber nicht endgültig. Wir müssen noch dran bleiben.
Merken sollte man sich jetzt die Personen und Staaten die den Sirenenklängen nicht gefolgt sind. Und dankbar sein.
Bei uns ist es -8!!!
Re: Die Putschisten sind gescheitert!
- Von: M.M.
- , 19. Dezember 2009,
- 13:40
Ich rede davon, dass die sich in einen demokratischen Abstimmungskampf begeben haben.
Die Politiker in Kopenhagen standen nicht vor der Wahl, die Welt zu retten, sondern den Thesen der IPCC-Wissenschaftlern zu folgen oder eben nicht.
Die Schweizer Medien wollten es einfach nicht wahrhaben, dass aufgrund von Climategate weltweit deren Daten angezweifelt wurden.
Und dass jetzt auch Datenskeptiker (nicht Klimaskeptiker!) eine Stimme bekommen. Zum Beispiel im WSJ
http://online.wsj.com/... />
Re: Re: Die Putschisten sind gescheitert!
- Von: Mittelmass
- , 19. Dezember 2009,
- 14:42
Gut, von dem Blickwinkel betrachtet hat es was für sich:
Die Politiker mussten sich, in einer sehr emotionalisierten Atmosphäre und unter Druck der Medien, sich für oder gegen die Klimareligion entscheiden.
And now something for completly different:
Können wir nicht die Klimaskeptiker anders nennen, z.B wie es Horst Malburg tut und sich als TREIBHAUSSKEPTIKER bezeichnet? Oder CO2-Skeptiker? Klimareligionsskeptiker?
Wir müssen ja die Übernamen, welche uns verpasst werden nicht annehmen;)
PS: Las gerade in der NZZ den weinerlichen Klimareport (hört sich fast an wie der Sexreport in den 60ern, weil belehrend und aufklärend im Ton) und von wegen man habe sich unverbindlich auf 2 Grad geeinigt.
Wieso gerade 2 Grad?? Wären 1.95876 oder 2.100548 nicht besser gewesen?
Re: Das IPCC hat seinen Abstimmungskampf verloren
- Von: Andreas Weiler
- , 19. Dezember 2009,
- 13:23
"Sie haben einen demokratisch geführten Abstimmungskampf verloren."
Was bitte sehr hat der Klimagipfel in Kopenhagen mit einem demokratischen Abstimmungskampf zu tun? Nichts.
Nicht gerade fundiert, was Sie da in Ihrem Blog von sich geben, Herr Messmer. Dabei sollten Sie als Kommunikationsberater doch wissen, dass auch die beste Kommunikation nichts bringt, wenn die Fakten eine andere Sprache sprechen.
Re: Re: Das IPCC hat seinen Abstimmungskampf verloren
- Von: M.M.
- , 19. Dezember 2009,
- 15:08
Sie meinen wohl "die Interpretation von Daten".
Sonst müsste ich fragen - welche Fakten bitte?
Scheuklappen-Optimismus bewältigt keine Herausforderungen
- Von: Gerhard Lichtenauer
- , 19. Dezember 2009,
- 13:11
Lieber Manfred Messmer,
ich stimme ja in sehr Vielem mit Ihnen überein, was Sie in diesem Artikel und Blog zu diesem Thema schreiben. Es wird auch gut sein, sich wieder den tatsächlichen Herausforderungen zu stellen, von denen in letzter Zeit durch die CO2-Blase abgelenkt wurde.
Mit dem Hinweis, dass Sie "Individuelle Freiheitsrechte, Sinn für soziale Gerechtigkeit" als Errungenschaften unserer Generation preisen, zeigen Sie m.E. leider, dass Sie kaum über den Tellerrand der eigenen wohl-ständigen Befindlichkeit zu schauen bereit sind.
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Zwei paar Schuhe
Sind sind bei weitem nicht der Einzige, der den Unterschied zwischen "Klima" und "Wetter" ganz offensichtlich nicht verstanden hat. Aber egal - es relativiert dann halt solch besswerwisserische Beiträge beträchtlich.