Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Mal etwas anderes zur Finanzkrise

Noch immer dominiert in Medienberichten der Trugschluss, die so genannte „Finanz-" oder „Finanzmarktkrise" sei Folge unternehmerischen Versagens. Ursächlich seien insbesondere unzureichendes Risikomanagement der Finanzinstitute, spekulative Gier und per se instabile Finanzmärkte. In eine politische Formel verpackt lautet die überkommene Diagnose: Das Marktversagen im großen Stil ist Ausdruck einer epochalen Krise des (Finanz-)Kapitalismus.

  • Hauptursache für die unzureichend als Krise bezeichnete Korrektur auf den US- und darüber hinaus internationalen Finanzmärkten ist die Politik des billigen Geldes insbesondere der US-Notenbank Fed.
  • Parallel forcierte die US-Regierung ihre „Häuser-für-Jedermann"-Politik. Die Staatstrusts ähnlichen Hypothekenfinanzierer Freddie Mae und Fannie Mac wurden 2004 von der US-Bundesbau- und Wohnungsbehörde HUD zur Ausweitung des Subprimegeschäfts gedrängt.
  • Schließlich haben umfangreiche Regulierungen zur Finanzkrise beigetragen. Der Bankensektor zählt zu den am stärksten regulierten Branchen in nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften. Wer heute eine Intensivierung der Regulierung fordert muss also eingestehen, dass die bisher weit reichende Regulierung versagt hat.

Quelle: Institut für Unternehmerische Freiheit

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Kürzliche Nachricht für Jens Korte, New York

  • Von: Fischer
  • , 04. Oktober 2008,
  • 18:31

So, der Moment ist gekommen, um etwas mit Blei zu fischen..(bleilä nennt man das auf Baseldeutsch). Man fängt die Fische, die am Grund schwimmen. Aal, Rotteli, Brachsmä, Nase, Rotfeder, Schleie, Barbe, und ab und zu halt auch eine Forelle oder ein Egli...



Aber nur mit begrenztem Köder-Kapital. Der Rest des Kapitals wird noch gespart, bis in ein paar Monaten, falls die Börse noch weiter sinken sollte, was ziemlich wahrscheinlich ist....


Einen schönen Sonntag nach New York - Maybe I'll be around for the New York Marathon.

Köppel und die Krise

  • Von: U. Haller
  • , 25. September 2008,
  • 22:00

Und der Köppel von der "Weltwoche" (Ausgabe von heute) sieht das Ganze so:


".......Bevor wir in kollektive Raserei über einen der meistverfemten, meistbegehrten Berufszweige des Abendlandes verfallen, bevor wir uns an der Vorstellung ergötzen, die Finanzmagnaten wenn nicht geteert und gefedert durch die Strassen zu schleifen, so doch wenigstens mit einer Armada neuer Gesetze und Vorschriften ein für alle Mal lahmzulegen, sollten wir eine simple Einsicht nicht ganz aus dem Auge verlieren. Die Finanzkrise hat nicht in den Chefetagen des New Yorker Börsenbezirks begonnen. Sie entstand unten bei den ungezählten Immobilieneinkäufern, Hasardeuren und Kreditnehmern, die freudig und wissentlich über ihre Verhältnisse lebten.

Die amerikanischen Kleinsparer wurden ja nicht von finsteren Anlageberatern gezwungen, sich mit Voodoo-Krediten zu verschulden. Genauso wenig, wie Waffenhändler Kriege starten, liegt es am Schalterbeamten einer Hypothekarbank, wenn ich durch Selbstüberschätzung bankrottgehe. Das Massenlamento der Zahlungsunfähigen ist von bemerkenswerter Heuchelei. Die Leute, die während Jahren gierig auf Pump lebten, werfen den Leuten, die ihnen fahrlässig Geld gaben, Gier vor....."


Keine so abwegige Ansicht......

Alles richtig, aber...

  • Von: Dagobert Durutti
  • , 26. September 2008,
  • 09:37

Ist ja alles Gut und Recht, was dieses Institut und dieser RK sagen. Das man jetzt aber Mitleid haben muss mit diesen armen Bankern, die von ihren hinterhältigen Kunden zur Gewährung von Krediten gezwungen wurden, die so lange vom Fed im billigen Geld ersäuft wurden, bis ihnen nichts anderes übrig blieb, als das in undurchschaubare Vehikel zu investieren und sich selbst zweistellige Millionen Boni auszubezahlen, dünkt mich dann doch eine ziemlich steile These.

Re: Mal etwas anderes zur Finanzkrise

  • Von: Thomas Richers
  • , 25. September 2008,
  • 20:21


Das ist überwiegend dummes Zeug, besonders wenn Regulierungen gemeint sind. Seit 1933 hat man in den USA Investmentbanken von Handelsbanken getrennt und ihnen immer mehr Freiheiten gelassen. Die Hauptprobleme sind aber immense vagabundierende Kapitalien und der Verlust jeder Ethik. Der Investmentfonds von Singapur hat gestern mitgeteilt, dass er 7,8% Rendite erwirtschaftet. Das ist alles, was auf anständige Weise möglich ist. Jeder, der 20-30% verlangt oder verspricht (UBS) ist ein Hazardeur.

Dummes Zeug....!

  • Von: U. Haller
  • , 25. September 2008,
  • 21:54

Aber, aber! Mein lieber Thomas Richers, DAS ist dummes Zeug und eine plumpe Unterstellung, was die UBS anbelangt, genau so wie die vielen Kommentare, die man derzeit zu Banken und ihren Gepflogenheiten serviert bekommt. Wahrscheinlich haben Sie noch nie hinter die Kulissen einer guten Vermögensverwaltungsbank - und dazu gehört die UBS m.E. nach wie vor - sehen dürfen. Sie würden staunen, wie professionell das heute abläuft. Zocker und Hasardeure gibt es da, wie Sie wohl zu glauben wissen, allerhöchstens als seltene Randerscheinungen, und die sind nicht sehr lange an ihrem Platz.

Ach ja, ich wollte Ihnen auch nicht vorenthalten, dass ich einige Dezennien Erfahrung in diesem Metier habe, Ausbildungen genossen und auch welche gegeben habe, und mich für einmal befugt erachte, solch plumpe Behauptungen eines Ignoranten zu kontern. Sorry, das musste mal gesagt werden....

Dummes Zeug....!

  • Von: Thomas Richers
  • , 25. September 2008,
  • 22:41


Ich habe Samuel Schweitzer vom Bankverein noch gekannt. Persönlich. Sie auch? Er würde sich im Grab umdrehen! Ausserdem habe ich von Investmentbanking gesprochen. Das ist tatsächlich völlig unterreguliert, und dort wurden solche irrwitzigen Renditen von den Aktionären verlangt und von Bankern realisiert, denen man den Verstand abgekauft hatte. Mein Vertrauen in die UBS war an dem Tag unwiderbringlich erschüttert, als der grosse Fasnachts-Basler verkündete, wegen der Steuern nach Wollerau zu ziehen. Da wusste ich: Es geht um grenzenlose Selbstbereicherung - nicht nur von Ospel.

Übrigens, manche reden von Casino-Kapitalismus. Das ist insofern falsch, als es in jedem Casino ein sehr aufmerksames "Odds Management" gibt. Deshalb gewinnt dort die Bank immer!

Ich kenne eine Dame, die von einem UBS-"Analysten" zwei Wochen vor dem Untergang der Worldcom dazu überredet wurde, 500 000 Franken in Worldcom-Aktien anzulegen. Haben Sie den auch ausgebildet? Also, erzählen Sie mir nichts. Was soll diese Ergebenheitsadresse?

Replik

  • Von: U. Haler
  • , 26. September 2008,
  • 17:05

Den S. Schweizer kannte ich damals gut, sehr gut sogar. Ich zähle mich, dies nur am Rande vermerkt, nicht mehr zu den ganz taufrischen Semestern%u2026.Es gibt, was die Entgleisungen im Investmentbanking anbelangt, auch nichts zu beschönigen, ganz im Gegenteil. Schon seit geraumer Zeit war das eine eigene, abgehobene Welt, die man hierzulande mit Argusaugen betrachtet hat. Nein, ich spreche nur vom Vermögensverwaltungsgeschäft, das ich als ein übrigens sehr kritischer Zeitgenosse in aller Bescheidenheit in- und auswendig kenne. Das hat auch mit Ergebenheit nichts zu tun. Ich wehre mich nur mit Händen und Füssen gegen den unhaltbaren Vorwurf, alle Berater in diesem Bereich seien Zocker und nur auf den eigenen Bonus bedacht. Es mag zugegebenermassen Ausreisser geben, doch die grosse Mehrheit handelt fachlich und ethisch korrekt. Und wenn der M. Ospel (scheinbar Bösewicht der Nation) oder R. Federer (bei ihm wird kein grosses Aufhebens gemacht) seinen Wohnsitz in den Kanton SZ verlegen, ist das die Folge unseres Steuerwettbewerbes und absolut legitim. Der Anstand gebietet es aber auch, solch' persönliche Entscheide, seien es nun steuerliche wie familiäre, zu respektieren. Nur sehen das die Neidgenossen halt etwas anders%u2026. Diese Diskussion schliesse ich hiermit im übrigen für mich ab.

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