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Reputation

Ich habe in den vergangenen Jahren bei der Vorbereitung von Bilanzmedienkonferenzen immer mal wieder darauf hingewiesen, dass für ein Unternehmen ständig steigende Unternehmensgewinne eben so heikel zu kommunizieren sind, wie Verlustjahre.

Denn nach dem zweiten, dritten Jahr in Folge kippt die Freude des Publikums am Erfolg in Misstrauen.

Dieser Einwurf war nicht unbedingt willkommen. Denn je mehr Gewinn man als CEO am Ende des Geschäftsjahres vorlegen kann, desto grösser ist doch die Gewissheit, alles richtig getan zu haben.

Die Umsatzrendite wurde zum Mass aller Dinge.

Doch beim Publikum kommen diese Meldungen ganz anders an. Wenn beispielsweise die Hausbank jedes Jahr ein neues Rekordjahr meldet, dann kann man sich als Kunde fragen, ob all die neuen Gebühren tatsächlich nötig seien. Und wenn es sich dabei um eine Kantonalbank handelt, dann kommt der Bürger auf den Gedanken, hier handle es sich um eine andere Art der Steuereintreibung.

Das ist nicht gut für die Reputation eines Unternehmens.

Eine neue Studie der internationalen PR-Agentur Edelmann zur Reputation von Ländern und Unternehmen bestätigt nun diesen Sachverhalt: Mass man für die Unternehmensreputation noch 2006 der finanziellen Performance eines Unternehmens grosse Bedeutung zu (dritter Rang von zehn Rängen), so findet sie sich 2010 abgestürzt auf dem 10 Platz.

Die Reputation eines Unternehmens wird durch vertrauenswürdiges Handeln und Transparenz (Platz 1) - 2006:Qualität der Produkte und Dienstleistungen - bestimmt, weil für den Kunden nur eines für den Kaufentscheid zählt: Das Vertrauen in das Unternehmen (Platz 2) - 2006: Fähigkeit, auf  Kundenwünsche einzugehen.

Die Person des CEO ist von untergeordneter Bedeutung (Platz 9). Gute Produkte und Dienstleistungen und eine offene Kommunikationsarbeit sind weitaus wichtiger. Selbst das Stichwort "Faire Preisgestaltung" kommt erst an sechster Stelle.

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wenn das die Unternehmen nur wüssten

  • Von: rumpelstilz zwei
  • , 19. Februar 2010,
  • 20:51

Interessant wäre auch,zu untersuchen,welche Perzeption ihrer selbst die Unternehmen haben.
Die Kommunikation läuft ja - stereotyp - immer so ab,dass ein Verlust (eher selten) und ein Gewinn (meistens) immer als etwas Herausragendes zu verkaufen.
Und das ist es,was am meisten auf den Keks geht;jedes Kind weiss,dass nicht immer alles richtig läuft im realen Leben.
Doch keiner steht hin und sagt:sorry ,möglicherweise sind unsere Medikamente zu teuer,unsere Handygebühren überrissen oder unsere Gewinnmargen obszön und wir haben zu viel in unsere Taschen gewirtschaftet,so dass wir jetzt auch noch Bank werden müssen.Kurzum: Wir bauen Scheiss.
Das wäre doch an sich Transparenz und somit Vertrauenwürdigkeit für ein Unternehmen.Lieber M.M., der du immer am Ball bist,welche wären da diese Unternehmen,bei denen es anders aussieht ?

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