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Herr Federer geht mir auf den Keks

Man soll sich ja nicht mit den Fans von Roger Federer anlegen. Und das sind ja alle. Fast alle.

Ich zähle mich nicht dazu. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mir Herr Federer ziemlich auf den Keks geht. 

Der Mann spielt hervorragend Tennis, sagt man mir. Ich kann es nicht beurteilen. Weil ich ausser bei einem Wimbledon-Endspiel kaum je Tennis gucke und auch da nur die letzte halbe Stunde des letzten Satzes. 

Tennis ist über weite Strecken so langweilig wie die Punktezählerei bei diesem Sport.

Nein, weshalb mir Herr Federer auf den Keks geht, ist diese leibhaftig gewordene Senkrechtigkeit. Der Mann ist nett, BESCHEIDEN, bodenständig, erfolgreich, reich. Er kann weinen und sagt nur Nettes über seine Gegner. Er ist der Traum aller Schwiegermütter, lautet der weiterführende Satz. 

Roger Federer ist der ideale Werbeträger.

Für im Grunde genommen langweilige Produkte. Ich meine, diese Kaffeemaschine, mit diesem völlig unsexy Namen  - wer will schon so eine haben, ausser den Schwiegermüttern von Herrn Federer.

Oder diese Uhr, die er trägt - wer kauft sich denn schon eine (echte) Rolex.

Hat eigentlich schon mal jemand jemanden gesehen, der mit einem Shirt aus der RF-Kollektion rumläuft?

Und jetzt noch diese Bank. Die auch kein Risiko eingehen will. Beim Sponsoring.

Diese Bank weiss, was wir alle wissen: Roger Federer wird nie ein Buch wie Herr Agassi schreiben können, wird nie Alimente an eine russische Besenkammerfrau zahlen müssen, wird finanziell nicht scheitern, wie Herr Borg.

Mag sich die Welt auch verändern, Herr Federer wird uns in den kommenden Jahrzehnten so erhalten bleiben, wie er heute ist.

Sie ist zum gähnen langweilig, diese Kunstfigur, die sie Roger Federer nennen. Wenn man sich nicht nicht wirklich für Tennis interessiert.

Ich stehe auf Lisbeth Salander. Das ist eine echte Romanfigur, die mitten im richtigen Leben steht. 

PS: So einen Kommentar kann man garantiert in keiner Tageszeitung lesen! :-)

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Re: Herr Federer geht mir auf den Keks

  • Von: Eva
  • , 20. November 2009,
  • 11:20

Verglichen mit Lisbeth Salander, Gewaltopfer und Gewalttäterin, stehe auch ich weit ausserhalb dessen, was Sie das richtige Leben nennen. Und irgendwie bin ich sogar froh darüber.

Roger liebt Zürich

Die erste Überraschung erlebte ich als Roger im kürzlich erschienenen SF Tagesschau-Interview bestätigte, dass Zürich die schönste Stadt sei. Das scheint mir doch eher ein Ausrutscher ganz im Sinne eines nicht geliebten Basler's. Ansonsten bin ich gespannt auf den Roger in 15 Jahren; vielleicht werden wir dann in Ihrem Sinne enttäuscht bzw. überrascht.

Kann man doch

  • Von: Arne
  • , 18. November 2009,
  • 16:28

Zu Ihrer Enttäuschung: Derartige Kommentare über Roger Federer habe ich schon vor Jahren in der FAZ und in der ZEIT gelesen. Leider habe ich die Artikel nicht mehr parat, aber der Kommentar ist sicher nicht so neu ;-)

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