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Schocker des Tages: Roche-Turm wird nicht gebaut

Kein guter Stern für Herzog & de Meuron in Basel. Nach den massiven Kostenüberschreitungen beim Messeneubau nun das:

Roche hat entschieden, auf die Realisierung des Bürohochhauses in der ursprünglich vorgesehenen Form zu verzichten. Der Pharma-Multi macht in einem Medien-Communiqué technische Gründen geltend.

Roche-Turm

Das teilt Roche in einer Medienmitteilung mit. Ausgelöst hat das heutige Communiqué eine Wochenendrecherche von bazonline.

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Re: Schocker des Tages: Roche-Turm wird nicht gebaut

  • Von: tin
  • , 24. November 2008,
  • 13:47

Ist ja vielleicht die gute Seite der Finanzkrise: Absage an den Gigantismus.

Gigantismus? Nein!

  • Von: U.H.
  • , 24. November 2008,
  • 16:40

Ob die fehlenden "wesentlichen funktionalen Bedürfnisse", wie Roche sich rechtfertigt, finanzieller oder technischer Art sind, wird wohl kaum so schnell ans Tageslicht kommen. Wenn schon das "Unterhalts- und Betriebskonzept der geplanten Gebäudekonstruktion sehr aufwendig" sei, warum denn um alles in der Welt gelangt man mit einem solchen Projekt, das austariert und spruchreif schien, an die Oeffentlichkeit? Mit Gigantismus hat dies jedenfalls bei Weitem nichts zu tun. Die späte Einsicht ist aber doch etwas irritierend oder dann eine gigantische Kommunikationspanne. Wir haben leider einmal mehr Chancen verpasst, Alt und Neu zu vereinen, wie das in vielen Städten bestens funktioniert. Die gescheiterten Projekte von Calatrava, Zaha Hadid und Herzog & de Meuron hätten Akzente gesetzt. Hätten. Armes Basel - biederes helvetisches Mittelmass!

Re: Gigantismus? Nein!

  • Von: Agon.
  • , 24. November 2008,
  • 17:15

Exzellentes Votum. Zutreffend, in jeder Beziehung. Bravo!

Auftrag?

  • Von: tin
  • , 25. November 2008,
  • 06:44

Ich wüsste nicht, wieso ein Pharma-Konzern einen städtebaulichen Auftrag hätte und Luxus-Bauten hinstellen sollte. Das Projekt scheiterte ja offenbar nicht am Geld, sondern an der "Technik". Ich sehe in diesem Projekt eben doch den Hang zum Gigantismus - die Preise für Medikamente sind viel zu hoch - offenbar will man die Gewinne irgendwo "verlochen". Wie wärs denn mit dem Projekt, die Medikamente billiger auf den Markt zu bringen?

Re: Auftrag?

  • Von: U.H.
  • , 25. November 2008,
  • 07:32

Das würde bedeuten, folgte man Ihren Argumenten, werter tin, dass alle prunkvollen Kirchenbauten künftig untersagt und bestehende niedergerissen werden und die vormaligen Besitzer, vorab der nicht ganz mittellose Vatikan, dazu aufgerufen werden müsste, den Erlös, getreu seines religiösen Sendungsbewusstseins, unter die Armen dieser Welt zu verteilen, dass ferner alle neuen Bauten, seien es ziviler wie gewerblicher Art, nur noch bis zu einem noch zu definierenden "gesunden" finanziellen Mittelmass erlaubt wären und dass alle zur Investition vorgesehenen Mittel, die diese Quote übersteigen, zur Quersubventionierung sozialen Wohnungsbaus zwangsverwertet werden, dass alle öffentlichen Infrastrukturaufgaben nur noch bis zu einem behördlichen "Minfinanz-Standard" erlaubt wären und dass, als Folge all dieser Massnahmen, Kreativität und persönliche wie unternehmerische Gestaltungsfreiheit, die nun mal ein Bestandteil unserer liberalen Welt sind, auf der Strecke blieben%u2026. Von der Planwirtschaft wären wir dann nicht mehr sehr weit entfernt. Wollen Sie dies wirklich?

Re: Re: Auftrag?

  • Von: tin
  • , 25. November 2008,
  • 17:55

@U.H. Sie scheinen mir nur in Extremen denken zu können - muss nicht ganz einfach sein.

Re: Re: Re: Auftrag?

  • Von: U.H.
  • , 25. November 2008,
  • 23:27

....nur muss man manchmal eben etwas "extrem" sein, um gewissen nicht sehen und hören wollenden Mitmenschen etwas auf die Sprünge zu helfen. Sie brauchen sich aber meinetwegen keine Sorgen zu machen, ich bin sonst ganz friedfertig.....

Re: Re: Re: Re: Auftrag?

  • Von: tin
  • , 26. November 2008,
  • 07:47

Natürlich sind es immer die anderen, die nicht sehen und hören wollenden Mitmenschen und denen man etwas auf die Sprünge helfen muss. Ja ja.

Extreme...

  • Von: U.H.
  • , 26. November 2008,
  • 13:41

Ihrer Bemerkung, werter tin., "...nur in Extremen denken zu können...." wohnt, zieht man Philosophen zu Rate, ohne jeden Zweifel eine gewisse Logik inne. Was künftige machbare oder nur wünschenswerte Projekte anbelangt, ist es oft angezeigt, in Extremen zu denken, sei es in einem Traum, von dem unter anderem Albert Einstein - unterstellen Sie mir nun aber bitte nicht, dass mich mit diesem Genie vergleichen wolle! - sich leiten liess und ohne den er vieles nicht hätte verwirklichen können, oder aber den Albtraum, über den nur die wenigsten zu schreiben wagen. Kafka war zu seiner Zeit einer von denen, gewisse selbsternannte Weltuntergangspropheten heutzutage. Ein unerschöpfliches Thema also, das letztendlich auch davon lebt, dass es kontroverse Meinungen gibt und eine Diskussion stattfindet. Dafür ist auch dieser Blog gar keine so schlechte Plattform.

Vielleicht nicht ganz so...

  • Von: firedome
  • , 25. November 2008,
  • 09:57

extrem, aber es gibt manchmal schon Momente, wo ich mich frage, ob ich das überhaupt wirklich will. Zum Beispiel wenn ich meine Krankenkasse-Rechnung bezahle und mich frage, ob wir mit dieser Summe wirklich Medis finanzieren müssen, wo sich dann Chemiefirmen eine GOLDENE NASE verdienen. Genügt manchmal nicht auch eine SILBERNE?

Es gibt dabei auch andere Beispiele um nicht immer auf der Chemie herum zu hacken....

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