Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Silberrücken-Pioniere
Von M. M., 10. Mai 2007 – 09:16:00
Herr Vosseler (vulgo Hl. St. Martin) hat also Amerika erreicht. Mit dem Solarboot. Das ist wahrlich eine Leistung. Ohne jeden Zweifel. Und verdient Applaus. Auch den von uns.
Doch das eigentlich Bemerkenswerte ist nicht diese Transatlantikfahrt mit Sonnenstrom und sanftem Schub der schon von Kolumbus genutzten natürlichen Meeresströmung.
Das Bemerkenswerte ist die Crew der alten Männer. Das ist die eigentliche Pionierarbeit, die geleistet wurde. Wer alt ist, lautet die Botschaft, kann durchaus noch zu neuen Ufern aufbrechen.
Wir werden in den nächsten Jahren noch und nöcher Bilder von rüstigen Rentnern sehen, die ausziehen, um das grosse Abenteuer zu erleben.
Silberrücken-Pioniere, die zu neuen Ufern aufbrechen als treibende Kraft für Innovationen aller Art - wer hätte das gedacht.
PS I: Al Gore war nicht wie früher mal angekündigt dort, beim Empfang in New York, oder?
PS II: Der Autor feiert am 24. Mai seinen 58sten.
- 4.0
- | Kategorie: Unterhaltung
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Kommentare
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Nachdenken genügt
- Von: Demoscoop
- , 11. Mai 2007,
- 07:36
Wie soll ein Jungmanager, womöglich mit kleinen Kindern, irgendetwas Verrücktes machen? Vom entsprechenden weiblichen Aequivalent wollen wir gar nicht reden.
Wilde Geschichten sind das Privileg der Älteren, die Nutzen und Risiko selber tragen und sich deshalb verdienstvollerweise ab und zu fürs Risiko entscheiden. (Statistisch gesehen haben aber die meisten 50 trotzdem Pantoffeln an.)
Gehe auch gegen 60 und freue mich der Freiheit.
Pioniertat?
- Von: gebsn
- , 10. Mai 2007,
- 11:38
Alles was recht ist, werter M.M. Aber dass auch Männer im rentenfähigen Alter noch willens und fähig sind, ein Boot über den Atlantik zu steuern, ist ja nun wirklich nicht überraschend und käumlichst das eigentliche Bemerkenswerte. Ausser man will ums Verrecken nicht wahrhaben, dass mit Solarstom etwas bewegt werden kann.
Doch, doch
- Von: M.M.
- , 10. Mai 2007,
- 14:23
...das mit dem Solarstrom finde ich schon ganz toll. Und ich finde es auch recht mutig, mit diesem Ding über den grossen Teich zu schippern. Ich würde das nicht machen, zumal ich überhaupt nicht hochseetauglich bin. Aber man ist ja schon mit den abenteuerlichsten Schwimmdingern über den Atlantik. So reihe ich das ein.
Die effizienteste Art der alternativen Meerfahrt ist halt immer noch das Segeln. Und da wird das Rennen vor Valencia mehr an technischem Knowhow abwerfen, als das Solarboot von Herrn Vossseler et al.
Also, Herr gbsn: Ich bleibe bei meiner Einschätzung, es ist wirklich bemerkenswert, dass nicht wie früher solche Pioniertaten von der nachstossenden Jugend vollbracht werden, sondern von älteren Semestern. So etwas wäre noch, sagen wir, vor zwanzig Jahren nicht möglich gewesen.
Nun
- Von: gebsn
- , 10. Mai 2007,
- 20:45
Nicht, dass den älteren Herren kein Respekt gebührt (im Gegenteil), aber für mich liegt der Schwerpunkt klar auf der Solartechnik. Aber wir wollen ja nicht ewig streiten.
Noch eine Anmerkung zur Seglerei vor Valencia. Diese Boote sind gemäss einem WOZ-Artikel aus der Feder eines ehemaligen Segelprofis (vor einigen Wochen in der WOZ) nur sehr bedingt seefähig und schon gar nicht seegangfähig, da die Boote schon bei Windstärken von 0.01 und leichtem Wogenplätschern (ich übertreibe ein wenig) im Hafen bleiben müssen. Technisches Know-How gibt's natürlich trotzdem (leichte Materialien etc.), aber auch das Solarboot trägt Einiges bei. Was machen wir, nämlich, falls Flaute herrscht? Wir werfen den mit Solarstrom betriebenen Elektromotor an!
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Der Autor
Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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Es ist sinnlos, alternative Energiequellen gegeneinander ausspielen zu wollen,
insbesondere wenn es um die Frage nach Windkraft oder Solarenergie-Nutzung geht. Während Windenergie-Gewinnung auf dem Festland nur dort möglich ist, wo eine breite Akzeptanz durch die örtliche Bevölkerung für die Möblierung der Landschaft erzielt werden kann, hat die Nutzung der Windkraft auf den Weltmeeren noch längst nicht ausgedient. Bei der Herstellung und dem Einsatz High Tech Jachten des Americas Cup können interessante Erkenntnisse zum Design von Bootskörpern und zur optimalen Nutzung der Segelfläche gewonnen werden, welche in der Herstellung von Windjammern des 21.Jahrhunderts ihre Anwendung finden werden. Dafür wird es mit zunehmender Verknappung der fossilen Energieträger mit Sicherheit wieder einen Markt geben.
Mit Solarenergie allein werden aber nie grössere Tonnagen über die Weltmeere bewegt werden, während Personentransporte auf ruhigen Binnengewässern Sinn machen.
Unsere Solar-Senioren aber haben wohlweisslich für ihre Atlantik-Überquerung eine Route gewählt haben, die für ihren Mangel an Wind bei Seglern bekannt ist und deswegen gemieden wird, wo folglich auch das Risiko zu kentern, klein war.
Der Erfolg ist den Senioren gleichwohl zu gönnen.