Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Verständnis für Blocher

Die Vertrauensbasis zwischen Herrn Roschacher und dem Bundesrat war stark erschüttert.

Sagt Finanzminister Merz heute in einem Interview mit dem Zürcher Tages-Anzeiger.

Also nicht die Vertrauensbasis zwischen Herrn Blocher und dem Bundesanwalt war erschüttert, sondern der Gesamtbundesrat hatte kein Vertrauen mehr in Herrn Roschacher. Weiter meinte Merz:

Als sich die Geschäftsprüfungskommission zur Verteilung der Goldreserven äusserte, hat mich die Kritik an meiner Arbeit auch irritiert. Ich habe meinen Kollegen aber meine Sicht der Dinge dargelegt und konnte so die Angelegenheit über die dafür vorgesehenen Verfahren auch angemessen lösen. Insofern habe ich durchaus Verständnis für Blochers Reaktion.

Inzwischen haben die Parlamentarier von links bis rechts kalte Füsse bekommen und wollen nun doch nicht das Thema Roschacher/Blocher "noch vor den Wahlen" aufs Tapet bringen. Der Entscheid ob ja oder nein wurde vom Büro des Nationalrates gestern verschoben.

Die Angst der Mitte- bis Links-Parteien, sie könnten eventuell vielleicht in einer offenen Feldschlacht im Nationalrat eine Schlappe einfahren, scheint stärker zu sein, als die Hoffnung auf einen Gewinn für den eigenen Wahlkampf.

Und weiter lesen wir in der NZZ, dass nun auch das Bundesstrafgericht sich kritisch zum GPK-Bericht äussert:

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona weist den Vorwurf der Geschäftsprüfungskommission zurück, der Präsident der Beschwerdekammer habe einen Aufsichtsbericht zur Bundesanwaltschaft eigenmächtig und aufgrund von anonymen Informationen abgeändert. 

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Schleichender Antiparlamentarismus

Die Zeichen an der Wand werden von Tag zu Tag besser lesbar:
Wir erleben mitten in den eidgenössischen Wahlen 2007 eine Welle des schleichenden Antiparlamentarismus. Nicht genug, dass die direkte Demokratie unser Milizparlament dauernd unter einen enormen Leistungsdruck setzt, die Demontage des Parlaments durch die populistisch-plebiszitären Parolen der SVP findet offenbar Unterstützung in der Exekutive. Dass sich Exekutivmitglieder darüber ärgern, wennn das Parlament sie zur Offenlegung ihrer Machtspiele zwingt, ist verständlich, dass aber ausgerechnet der bisher unbescholtene freisinniger Finnzminister nun auch ins gleiche Horn stösst, ist ein Alarmzeichen.
Das Volk wird verarscht bzw. verrät seine Rechte selbst, wenn es anm 21.Oktober nicht die Gelegenheit nutzt, Politikerinnen und Politiker zu wählen, welche Intelligenz, Mut und Beharrlichkeit besitzen, um der Arroganz der Macht (Fulbright) entgegenzutreten und keine Angst davor haben, Verwaltung und Exekutive in den Arsch zu treten, wenn dies nötig ist. Die Wählerinnen und Wähler tun gut daran, sich nicht an Parteiparolen zu halten, sondern auf http://www.martvote.ch... jene Kandidatinnen und Kandidaten auszusuchen, welche nicht einfach Befehlsempfänger einer Parteizentrale sind.
Die Verunglimpfung des Parlaments als "Schwatzbude" im Tausendjährigen Reich wird hierzulande langsam wieder salonfähig. Bürgerinnen und Bürger, wehret den Anfängen!

Pardon, der Link muss natürlich heissen

http://www.smartvote.c...

OffTopic

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Re: Verständnis für Blocher

  • Von: Gegenwind
  • , 21. September 2007,
  • 10:49

Das mit dem Zerwürfnis zwischen BA Roschacher und dem Gesamtbundesrat war ein "secret de polichinelle", wie es unser aller Osservatore Profano nennen würde. Die Einzige, mit der sich Roschacher nie in den Haaren lag, war Calmy-Rey. Mit Couchepin hatte Roschacher Krach wegen dessen persönlichen Mitarbeiters ("1 Franken für Tourismus"-Amtsgeheimnisverletzung, die zum Abgang dieses Mitarbeiters geführt hat) usw. Die Liste finden Sie im aktuellen "L'Hebdo" - nebst den hübschen Bildli, die zeigen, dass Roschacher sich nun als Kunstmaler die Zeit vertreibt.

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