Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Von der SP das Fürchten lernen
Von M. M., 05. September 2007 – 08:46:00

Gestern hat mich die Redaktion von 20Minuten angerufen und mir das Wahlplakat der SP gemailt. Was ich davon halte, wurde ich gefragt.
Meine spontane Reaktion: Ich musste lachen. Denn zuerst dachte ich, da sind die von 20Minuten einem Scherzbold aufgesessen. Derart amateurhaft sehen höchstens noch die Plakate für den Dorfverein aus. (Das war jetzt eine Beleidigung, die ich sofort zurücknehme. Selbst die sind inzwischen besser gestaltet.)
Nein, nein, versicherte mir Nico Menzato. Ihnen sei der Entwurf für das Plakat zugespielt worden, die würden ab nächster Woche hängen.
"Toll", antwortete ich, "da kann ich das ja jetzt gleich in meinem Weblog veröffentlichen. Wäre doch ein schöner Primeur für ArlesheimReloaded." Herr Menzato holte hörbar tief Luft. "Gut, das ist dann auch ein Scherz gewesen", versicherte ich. Meinen Senf in 20Minuten zum Plakat kann man hier lesen.
Exklusiv: der Hintergrund zum Enstehen des Plakats
Die SP-Obmannen haben sich letzten Freitag die Arena angeschaut und mitbekommen, dass eine bewährte Methode, sich in die Köpfe der Menschen einzuschleichen, die Angstmacherei ist.
Am Samstag fand eine Krisensitzung statt, denn guter Rat war teuer. "Die SVP hat die Ausländer, die Grünen das Wetter - was haben denn wir, um den Leuten das Fürchten zu lehren?", stellte Jacqueline Fehr die bange Frage. "Den Leuenberger", meinte da einer und zog sogleich zornige Blicke auf sich. "War nur ein Scherz!"
"Wie wäre es denn mit der Atomfrage. Da könnten wir uns doch profilieren", warf nach langem Hin und Her Wahlkampfleiter und SP-Blogger Nicolas Galladé so gegen ein Uhr morgens in die Runde.
"Genau, das ist es", frohlockte da die Runde über den wie üblich kreativen Einfall des Herrn Galladé. "Wir zeigen einen Terroranschlag mit einem Flugzeug, dann haben wir die Ausländer der SVP gleich mit dabei. Das sind ja immer Ausländer, die so eine Maschine kapern!" Und wieder frohlockte die Runde. Und weil ja so ein Landschaftsbild immer auch bei einem bestimmten Wetter...Bingo!, geneigter Leser, Sie ahnen es.
Daraufhin hockte sich einer an den Combi, surfte ein wenig im Internet nach passenden Bildchen und begann unter den strengen Blicken der anderen zu werkeln. Freude herrschte so gegen halb zwei am Sonntagmorgen, als das Plakat an die Wand projiziert wurde.
So, und jetzt noch die Pointe: Das Bild zeigt gar kein schweizerisches Atomkraftwerk. Schöner Mist.
--------------------------------------------------------------
Nachtrag 13.20 Uhr: Unter dem Titel Nie wieder AKW! bloggt jetzt auch die SP über das Thema. In der Zentrale in Bern laufen die Telefone heiss, schreibt Herr Galladé (ja, das ist der Bruder von der Frau Galladé, die Zürich im Ständerat verteten will.)
- 4.0
- | Kategorie: Wahlen '07
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Kommentare
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Endlich Wahlkampf.
- Von: Demoscoop
- , 05. September 2007,
- 19:44
Obwohl, man will noch nicht so recht.
Nach einem durchgeknallten Eishockeygoalie, der Anita Fetz harpunieren will und vier bürgerlichen Parteien, die erfolgreich den "self destruct"-Knopf am Armaturenbrett gefunden haben, geht es endlich um Politik.
Oder geht es doch um Photoshop? (Der SP Grafiker ist glaub ich in einem Bündner Bergdorf, ich weiss nicht, ob die dort schon Photoshop haben.)
Oder geht es um Atom oder nicht? Und Sicherheit? Und den Müll, der schon immer in Fässern im Aargau endlagert (wo sonst?) während über die Tausendjährige Stollensicherheit in Wolfenschiessen gestritten wurde?
Machen Sie doch auch einmal eine formale Kritik der AKW-Befürworter.
(Kann auch inhaltlich sein. Z.B. wie man auf die Wahlen hin in Basel vom vehementen AKW-Befürworter zum Gegner wird. Weil der nur nachgerückte Arsch auf Grundeis geht.)
Nein zu schlechter Werbung
- Von: Doubl3
- , 05. September 2007,
- 18:38
Eines der schlechtesten Plakate die ich je gesehen habe...
-Unlogisch
-Schlecht gemacht
-Angstmache
Deshalb sage ich:
NEIN zu schlechter Werbung ( http://xrl.us/5nf7 )
Nicht ganz Dicht?
- Von: Nicolas Galladé
- , 05. September 2007,
- 18:24
Jetzt kann ich mich doch endlich auch noch zum angeregten Blog äussern. Herr Blocher - der ja seinerzeit Kaiseraugst beerdigt hatte - hielt mich leider noch auf Trab. War eben an seinem eiligst einberufenen Point de Presse. Da bahnt sich aber glaub ich ne Geschichte an, die noch mehr Sprengstoffpotential birgt als das hier abgehandelte Flugzeug...
Zuerst zu M.M., bei dem mir nicht klar war, ob sich das "Nicht ganz Dicht" im heutigen 20Minuten auf AKWs bezieht oder das SP-Plakat. Das letzte wäre eine bemerkenswerte Variation zur "dummen Kampagne", mit der er das letzte Plakat kommentierte. Differenziertheit kann man ihnen also nicht absprechen. Ihr unaufhaltsamer Aufstieg zum Politexperten in Film-, Funk- und Fernsehen verdanken Sie auf jeden Fall in hohem Masse der SP: Zuerst durften sie das Abzotteln-Plakat kommentieren in der Arena, jetzt kommen sie dank des neusten Plakats in 20Minuten. Ich hoffe, Sie werden sich für dieses Förderprogramm erkenntlich zeigen.
Die Stilfrage überspringe ich mal und Stelle fest, dass ein AKW auf diesem Blog ganz offensichtlich mehr Solidaritätswirkung hat als ein schwarzes Schaf.
Dann noch zum strammen Freisinnigen Martin Müller. Das Gipfel-Logo Matterhorn war für die SP-Gipfelanlässe gedacht, der nächste übrigens befasst sich mit Energiepolitik am 22. September. Ganz offensichtlich war dies dann doch etwas zu kompliziert, weshalb wir die Sache noch ein ganz klein wenig zugespitzt und vereinfacht haben. Offensichtlich war das dann aber auch nicht recht. Man kann es ja bekanntlich nicht allen recht machen. Ist aber auch nicht wirklich so schlimm.
Damit wären wir bei der inhaltlichen Frage: Wie steht es denn um die AKW-Sicherheit? Das wäre doch einmal ein Diskussionsthema. Und wer ist denn für AKW und wer dagegen? Bin gespannt, ob da die Diskussionsfreudigkeit auch so gross ist wie bei der Experten-Plakate-Jury. Das Thema ist auf jeden Fall lanciert und ich danke für ihre Mitwirkung.
Re: Nicht ganz Dicht?
- Von: M.M.
- , 05. September 2007,
- 19:00
Na klar, weiss ich es zu schätzen, dass die SP mir da eine Steilvorlage gelegt hat. Das war doch heute eine echte Win-Win-Sache.
Und wenn mich jemand fragen würde - aber das fragt ja niemand - dann würde ich doch glatt sagen, dass die SP die derzeit beste und professionellste Online-Strategie aller Parteien fährt. (Gut, der Fuchs von der SVP Bern hat's auch noch drauf.)
Allerdings haben Sie, so wie sich die Sache derzeit mit Herrn Blocher entwickelt, wahrscheinlich Pech mit Ihrer morgigen Pressekonferenz. Die wird wohl von all den Geheimplänen zugeschüttet werden.
Wenn ich das übrigens richtig sehe, haben Sie die SVP-Schafimitation nicht mehr auf Ihrer Website.
Re: Von der SP das Fürchten lernen
- Von: Martin Müller
- , 05. September 2007,
- 15:26
Manueller Trackback http://liberalissimus....
Klaus Staeck, bitte übernehmen Sie.
- Von: Baresi
- , 05. September 2007,
- 14:39
Um auf dem Niveau dieses Plakats zu bleiben: Liebe SP, das märki mir.
Ein sogenannter PR-Experte
- Von: A.G.
- , 05. September 2007,
- 13:59
Mir ist es völlig egal, was Sie vom Plakat halten. Ich finde es gut, weil die Botschaft völlig richtig ist und ich im Gegensatz zu Ihnen keine Mühe bekunde, sie zu verstehen.
Sie beweisen zudem gleich selber, wie gut die Botschaft tatsächlich ankommt, sonst hätten Sie sich als sogenannten "PR-Experte" nicht dazu hinreissen lassen, sich mit Ihren Kommentaren (einmal mehr) so offenkundig als AKW-Freund zu outen (einmal mehr deshalb, weil mir ein Artikel von Ihnen in Erinnerung bleibt, in dem Sie soviel ich weiss FDP-politisch für AKW's als CO2-Retter aufgetreten sind - bitte korrigieren Sie mich, wenn ich da etwas verwechselt haben sollte).
Sie haben doch auch zwei Kinder!? Was die und deren Kindes-Kinder usw. wohl mal von einem Vorfahren halten werden, der Ihnen Atommüll oder im schlimmsten Fall gar eine Atomkatastrophe hinterlassen hat?
Re: Ein sogenannter PR-Experte
- Von: quer
- , 05. September 2007,
- 14:32
"...Was die und deren Kindes-Kinder usw. wohl mal von einem Vorfahren halten werden, der Ihnen Atommüll oder im schlimmsten Fall gar eine Atomkatastrophe hinterlassen hat?"
Also ich vermute mal, daß besagte Nachkommen uns heutige Menschen ALLER Parteien für ausnahmslos blöde, heuchlerisch und verkommen halten werden. Weil sowohl Befürworter, als auch Gegner der Atomkraft es nicht geschafft haben, den real existierenden Atommüll nachhaltig zu entsorgen. Reicht das?
Für dumm verkaufen
- Von: Carla
- , 05. September 2007,
- 13:56
Zuerst die SVP mit den Schafen, dann die Grünen mit einer Glacé und jetzt die SP mit dieser Fotomontage. Halten uns die Parteien tatsächlich für so blöd? Ich befürchte - Ja.
Irrtum
- Von: Insider
- , 05. September 2007,
- 13:36
Du irrst dich. Das ist kein Schnellschuss. Die SP bastelt an diesem Plakat schon seit über einem Monat. Mit dabei war auch nicht Jacqueline Fehr, sondern Fraktionschefin Ursula Wyss. Morgen findet eine Pressekonferenz statt.
Das Matterhorn fehlt!
- Von: Martin Müller
- , 05. September 2007,
- 13:32
Das Matterhorn ist auch schon wieder aus dem Logo dieser Temporärpatrioten verschwunden.
Temporärpatrioten
- Von: Thommen
- , 05. September 2007,
- 14:26
Temporärpatriot ist jemand, der aus profitablen Gründen seine Geschäftstätigkeit oder Produktion immer in jenes Land verlegt, welches die billigsten Löhne und die wenigsten Umweltauflagen anbietet! Das heisst, er ist fas nie zuhause! ;)
fehr, treten Sie zurück
- Von: hahaha
- , 05. September 2007,
- 13:19
einen parteipräsidenten, der das wahlvolk schockieren will, um seine prozente zu sichern, braucht die welt nicht.
ein parteipräsident, der mit einer beispiellosen terror-katastrophe werben muss, beweist, dass er von den wirklichen problemen nichts versteht.
Er beweist, nicht nur für wie dumm und blöd und beschränkt er die menschen ansieht, sondern, dass er bereit ist, daraus kapital zu schlagen.
damit ist er genau gleich blöd, frech, dumm, arrogant, hasserfüllt und auch gefährlich wie herr blocher.
Er beweist, dass er gewillt ist, die Eskalationen seiner Gegner mit Eskalation zu beantworten.
ein parteipräsident, der darüber hinaus seine horrorvisionen auch von einem 13-Jährigen am Photoshop ausführen lässt, zeigt, dass er nicht in der lage ist, seine landespartei auf dem entsprechend professionellen niveau zu führen.
Nana...wer versucht zu Photoshoppen....
- Von: mousseman
- , 05. September 2007,
- 10:59
soll sich nicht wundern, wenn zurückphotoshopped wird...
Die sind heute Abend dran. Stay tuned!
schon was gefunden
- Von: Dr. Garch
- , 05. September 2007,
- 17:50
hier: http://img409.imagesha... /> und hier: http://img401.imagesha...
Bald kommt das ILS, und dann werden
- Von: Eisbär
- , 05. September 2007,
- 10:55
die Flugzeuge über dem Gempen drehen, und dann via Arlesheim.... etc zur Landung ansetzen. Es soll jedoch Flugzeuge geben, die stürtzen vor der Landung in Häuser, oder nach dem Start. Das ist natürlich niemandem zu wünschen.
Fataler wäre es aber, wenn ein Flugzeug auf ein Atomkraftwerk stürtzen würde. Wenn man den gekröpften Landeanflug in Zürich sieht, könnte es sein (ich habe nicht genau nachgeschaut), dass Flugzeuge über Leibstadt oder Beznau fliegen. Leider ist es also möglich, wobei natürlich die Möglichkeit sehr klein ist. (Abenteuerflüge ausgenommen).
Denken Sie aber daran, dass Sie (und nicht nur Sie) bei einem Supergau (Fluzeugabsturtz, oder z.B. ein zweites Tchernobyl) irgendwo um Asyl nachsuchen müssten. Und wenn Sie dann vor lauter Panik Ihre Dokumente zu Hause vergessen hätten, würden Sie, wenn hr Asylantrag nach Blocherprinzip behandlt werden würde, zuerst einmal interniert, und dann irgend wann an den Nordpol auf die letzte Eisschole verfrachtet.
Leider schmiltzt dort aber das Eis, so dass Ihre Tage gezählt wären. Es könnte dann sogar sein, dass Sie eine Eisschole mit einem Eisebär teilen müssten. Nun bliebe aber die Frage, wer länger auf der Eisschole überleben würde...........
Man könnte nun einen ganzen Abenteuer Roman schreiben, Sie als Hauptdarsteller... natürlich wäre es reine Fiktion, und sollte es auch bleiben. Deshalb lieber das Wahlplakat der SP wegschmeissen. Dann kann sicher nichts passieren!!
Nebenanektode:
Blocher hat gestern auf TSR einem Muslim gesagt, als dieser fragte, warum man kein Minarett in der Schweiz bauen sollte: "Hätten die Muslime es gerne, wenn bei Ihnen Kirchen mit Glocken bauen würde? Sicher nicht, also wollen wir hier auch keine Minarette.
Da sieht man wieder einmal, wie schlecht das Wissen der SVP, und besonders von Blocher ist. In zahlreichen muslimischen Staaten gibt es schon lange christliche Kirchen, und sogar Kloster.
Re: Bald kommt das ILS, und dann werden
- Von: quer
- , 05. September 2007,
- 12:14
"...In zahlreichen muslimischen Staaten gibt es schon lange christliche Kirchen, und sogar Kloster."
Stimmt auffällig mein Lieber (Gutmensch)!
Allerdings stammen die aus einer Zeit, in denen viele dieser Länder (Nah-Ost) noch christlich geprägt waren....
Möglicherweise ging es bei der Frage um Neubauten. Also in Saudi-Arabien oder der Türkei z.B.
Möglicherweise, ja,
- Von: Eisbär
- , 06. September 2007,
- 16:54
aber meinen Sie, lieber Blochi, dass die christlichen Minderheiten in der Türkei oder z.B in Aegypten /(in beiden Ländern sind diese Minderheiten seit je her integriert, und machen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil aus) keine neuen Kirchen bauen? Da täuschen Sie sich aber, und wissen genaus so wenig Bescheid, wie der Ober-Blochi. Dem gehts jetzt übrigens bald an de Kragen, so wie es aussieht. Er hat halt doch zu wenig Wissen, und er war vermutlich halt sehr naiv. Was jetzt alles aufgtedeckt wird spricht dafür, dass er doch kein Bundesrats-niveau erreichen wird, sondern nur das Niveau eines Patrons, der seine Angestellten schlecht bezahlt, oder das Niveau eines Hau-Degen Politikers, wie das bei den SVP-Naiven eben ankommt.
Re: Von der SP das Fürchten lernen
- Von: Politicus
- , 05. September 2007,
- 10:36
Sie wissen ja inzwischen, wo ich politisch stehe, aber dieses Plakat ist schlimm, ganz schlimm!
Peinlich...
- Von: Renato
- , 05. September 2007,
- 10:08
Das Plakat ist ja wirklich peinlich. Nicht nur die Botschaft kommt falsch rüber. Neben der stümperhaften Qualität stimmen auch die Grössenverhältnisse nicht. Und seien wir mal ehrlich. Solange der Flieger nur in den Kühlturm knallt, passiert überhaupt nichts! Das ist als ob der Terrorist in eine Abwasser-Kläranlage fliegt... =)
Ohne Kühlturm läuft nichts
- Von: globi
- , 06. September 2007,
- 17:48
Wenn der Kühlturm fehlt, fällt ein AKW über mehrere Jahre aus. So ein Turm errichtet niemand in einer Woche.
Schon komisch, wenn sich kurzfristig eine Regenwolke über des Nachbarn PV-Anlage ergisst soll das ein Riesenproblem sein, aber wenn ein Grosskraftwerk über Jahre ausfällt, dann ist alles in Butter?
Dann können wir ja grad auf Grosskraftwerke und deren Kühltürme verzichten, wenn's kein Problem ist, wenn sie über einen langen Zeitraum aussteigen.
Es gibt ausserdem keine Schweizer Firma die AKWs produziert. Im Effizienz und erneuerbaren Bereich gibt es jedoch haufenweise Schweizer Firmen. Seid Ihr den heimatmüde?
Re: Peinlich...
- Von: Freespeech
- , 05. September 2007,
- 12:14
Ich bin begeistert vom Plakat. Es zeigt deutlich, dss die SP endlich den Terrorismus thematisiert.
Re: Peinlich
- Von: anaximander
- , 05. September 2007,
- 17:24
Jetzt glaubt die SP zwei Fliegen auf einen Schlag - äh, mit einem Plakat - erledigt zu haben.
Wie Renato sagt: Sachkenntnis ist beider SP keine vorhanden
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11. März 2010, 20:51:40

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Zynisch und degoutant
Wenige Tage bevor sich 9/11 zum sechsten Mal jährt also dieser werberische Höhenflug. Dieses Mal donnert die Maschine nicht ins World Trade Center in New York, sondern in ein Schweizer Atomkraftwerk.
Versuchen wir differenziert zu bleiben: Die Fotomontage schockiert, schürt Emotionen und ruft Erinnerungen wach. Aus dieser Perspektive ist das neue Sujet der SP ein Erfolg.
Die grafische Umsetzung ist grottenschlecht.
Die Botschaft, die vermittelt wird, passt nicht. Sie ist nicht zu Ende gedacht. Das Sujet wird mit der Katastrophe vom 9. September 2001 in den USA in Verbindung gebracht, nicht mit dem Atomrisiko.
Sollte tatsächlich einmal ein Flugzeug in den Kühlturm eines Atomkraftwerkes fliegen, ist das ungefährlich. Eine atomare Verseuchung wird so nicht ausgelöst.
All diese Punkte sind für mich Nebenschauplätze. Entscheidend ist, dass mit diesem Sujet der Stil einer anderen Partei kopiert wird. Mit der Angst der Menschen zu geschäften ist zynisch und degoutant. Die Schweiz kann es sich nicht leisten, dass eine zweite Partei auf diese Art den Weg in die Schlagzeilen von morgen sucht. Im Gegensatz zu der anderen politischen Kraft hätte die SP das intellektuelle Potential, ihre Themen mit durchdachten Offensiven zu lancieren.
In der Sommerflaute lieferten zwei SP-Kandidierende aus dem Kanton Zürich ein Lehrstück, wie man ein Thema lanciert: Nationalrätin und Ständeratskandidatin Chantal Galladé sowie Kantonsrat Daniel Jositsch. Ihr %u201E12-Punkte-Plan zu Bekämpfung der Jugendgewalt%u201C beinhaltet alles. Das war durchdachter und gleichzeitig clever inszenierter Wahlkampf.
Mark Balsiger, http://www.wahlkampfbl...