Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Weniger Staat bringt mehr Umweltschutz
Von M. M., 01. November 2007 – 16:41:00
Nochmals kurz zurück zum Auftritt von Joschka Fischer gestern in Liestal. Der ganze Anti-Atomkraftwerk-Schmu, der heute in den Printmedien stark in den Vordergrund gerückt wird, ist ja eher unter der Rubrik "Polittheater" abzubuchen.
Ich meine, der Geniesser Fischer bewohnt mit Frau eine denkmalgeschützte Villa in Berlin (er meinte in allem Ernst, dass er mit seiner Heizung derart viel Abwärme erzeugt, an die könnte man glatt ein Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung dranhängen), lässt sich ausschliesslich mit Limousinen der Oberklasse rumchauffieren, benutzt das Flugzeug wie andere die Trambahn (und fliegt nicht mit Easy Jet). Fischer ist ein Epikureer. Warum auch nicht. Das gönnen wir ihm doch. Ich fahre ja auch nicht Tram.
Es waren etwa ein, zwei Minuten in seinem Vortrag, die in der Tonalität völlig anders waren, als das, was er davor und danach von seiner Festplatte abrief: Als er über den erwachende Umweltschutzriesen USA sprach.
Da schwang einerseits Bewunderung mit, über das, was aktuell im Gang ist und andererseits die echte Sorge, Europa könnte diesen Wettkampf verlieren. Denn da treffen völlig unterschiedliche Konzepte aufeinander.
Während in Europa sich die Anhänger der grünen Umweltsozialisten mit dem Finger der einen Hand auf den Umweltfrevler Bush zeigen und mit der anderen Hand in die Staatskasse greifen, um sich ihren Traum von der Wind- und Sonnenkraft zu finanzieren, rollt in den USA eine von Streben nach Gewinn getriebene technische Revolution an.
Fischer wies darauf hin, dass in den USA diese Revolution von unten angeschoben werde, von den Bürgern, den Gemeinden und den Staaten. So ist und war das schon immer in den USA. Halt anders als im staatsgläubigen Europa.
Und dies führte Fischer zu einer eindringlichen Warnung an die Europäer, den Anschluss nicht zu verpassen. "Wenn Amerika sich mal in eine Richtung bewegt, dann tut es das mit der entsprechenden einer Konsequenz und Kraft", sagte Fischer.
Da stimme ich völlig mit ihm überein. Und ich bin davon überzeugt, dass die USA im Poker mit den Europäern um die Märkte der Zukunft ein gutes Blatt haben: Die freie Marktwirtschaft, das hochgehaltene Unternehmertum, der zurückgebundene Staat.
Während bei uns das Konzept gefahren wird, die Umwelttechnologie müsse mit Subventionen und Umverteilungspötten forciert werden, schaffen sich die Amerikaner einen Markt.
Wenn Warren Buffet mit dem Druck seiner Investitionsmilliarden Unternehmen zur Energieffizienz zwingt und in die Umweltschutzrichtung drückt , dann tut er dies, weil er viele Millionen Dollar Gewinn machen will.
Wer so denkt, erreicht nun mal mehr, als Frau Genner - ich werde sie nicht vermissen - und Herr Rechsteiner - er hat seine letzten drei Jahr vor sich -, die immer neue Steuern und Gebühren fordern.
Selbstverständlich werden auch in den USA durch den Gesetzgeber die Rahmenbedingungen verändert. Doch der Unterschied machts: Es ist nicht ein besseres Leben durch Verzicht, das angestrebt wird, sondern ein besseres Leben dank technischer Evolution.
- 4.0
- | Kategorie: Klimawandel
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Re:...
- Von: anaximander
- , 02. November 2007,
- 17:18
Vielleicht, verehrter hoewe, werfen Sie einmal einen kurzen Blick auf das Silicon Valley. Das könnte Ihnen die Augen für technischen Fortschritt öffnen.
Ach, M.M.,
- Von: anaximander
- , 01. November 2007,
- 17:45
Da braucht es weder einen Fischer, noch eine Studie. Von Nöten ist nur ein wenig gesunder Menschenverstand - leider scheint er an allen Ecken und Ende zu fehlen und dort, wo noch welcher vorhanden ist, zu schrumpfen - um zu erkennen: die USA werden das Rennen machen. Ich predige das jetzt seit Monaten und finde es schön, dass Sie jetzt auch damit kommen ;-)
Nett auch, dass Sie sich selber Recht geben :-)
Re: Weniger Staat bringt mehr Umweltschutz
- Von: PCF.
- , 01. November 2007,
- 17:27
Bravo! Zu diesem Beitrag. Die USA werden das Rennen machen, ganz klar.
Manfred Messmer ¦ online relations
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Der Autor
Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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Was passiert denn, wenn Du bei der baz pdf Seitenansicht...
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Das mit iBooks tönt gut, habe ich aber nicht begriffen....
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...ich befuerchte auch, dass die amis noch aufholen koennen. Mit dem anstehenden Machtwechsel werden auch wieder ganz andere Gelder frei, wenn denn nicht doch noch kurz vor der Wahl oder so ein Krieg ausbrechen sollte...
Aber sind denn die Techniken der Amis wirklich alle sinnvoll? Ethanol aus Mais zum Beispiel, die Autos fahren zwar, aber dafuer muss wieder klimabelastend Nahrung aus der Ferne importiert werden, waehrend die Mexikaner hungern. Gut, die Idee mit den Druckluft Windmuehlen geht auf das US Konto, die treibende Windraedertechnik jedoch ist in Deutschland viel weiter.
An nachhaltigen Techniken und KnowHow sind wir in Europa wohl besser versorgt, waehrend die Staaten aber ihrerseits ein besseres Netzwerk haben und rascher Handeln koennen. Die LED wird drueben im Uebrigen auch schon mehr gefoerdert als bei uns und hat den Sprung in die Kommunen schon gemeistert. Da werden ganze Staedte vom Netzbetreiber mit stromsparenden Strassenleuchten/Allgemein Beleuchtung ausgeruestet, vorfinanziert von Dritten und eben nicht vom Staat. Die Investoren bekommen Zinsen und die Betreiber, dank stetig steigenden Energiepreisen, eine guenstige Anlage, Win/Win!
Aber ganz so klar wie ihr das seht, sehe ich es noch nicht, wir haben noch nicht verloren und ich faend es gut, wenn wir uns nicht immer den grossen Bruder als Massstab nehmen, rsp. unabhaengiger von ihm wuerden.
ich bin auch nicht fuer Verzicht, sondern fuer stolze Innovation.