Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Wo war Eymann?

Gestern Abend, Foyer des Stadttheaters. Rund tausend begeisterte Jazzfans haben sich zum Geburtstagskonzert von George Gruntz eingefunden. Der Mann feierte seinen 75sten. 

Alles war da. Und dazu noch diejenigen, die das Konzert sponserten und auch die, welche das Basler Kulturleben massgeblich mitbestimmen. Zum Beispiel für den Kanton Basel-Landschaft Kulturminister Urs Wüthrich. 

Nur einer fehlte: Christoph Eymann, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und neben der Bildung zuständig für die Kultur. Wie ist das möglich? Gut, inzwischen weiss man, dass der Mann wenig Sinn für Kultur hat. Aber dass er  als Kulturminister nicht die Höflichkeit besitzt, dem bedeutensten Jazz-Musiker der Stadt zu seinem 75sten die Ehre zu erweisen, ist ein Skandal.

Für 280'000 Franken Jahresgehalt für den Job, sich um die Kultur der Kulturstadt Basel zu kümmern, müsste so ein Abend eigentlich drinliegen. Oder etwas nicht? 

PS: Das Konzert mit George Gruntz und seiner aus internationalen Topmusikern zusammengestellten Band war einmal mehr ein Jazzereignis der Sonderklasse. Besonders der eigens aus Argentinien angereiste "musikalische Geschichtenerzähler" Dino Saluzzi begeisterte das Publikum. 

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Bisschen billige Kritik hier.

  • Von: Demoscoop
  • , 29. Juni 2007,
  • 15:48

Ich weiss nicht, ob Herr Conti Blut sehen kann. Als Sanitätsdirektor. Oder Herr Gass gern zuschaut, wenn Drogenverdächtige im Anus gefilzt werden. Wird nie erhoben. Aber Herr Eymann fehlt, wenn's feierlich wird und heimelig, in der Kultur.

Herr Wüthrich, auf dem billigen Baselbieter Platz, wird gelobt. (Er war auch bei Roger Federers erstem Wimbledon-Sieg in der Royal box fürstlich eingeladen dabei. Und betonte die fast ausschliesslich Baselbieter Genese desselben.....)

Repräsentation oder Aktion? Bestimmt muss man als Minister ein Mass finden.

Ob Frau Herzog rechnen kann oder Frau Schneider schon länger als eine Stunde auf einer Baustelle verbrachte, wird gar nicht gefragt.

Ralph Lewin kann immerhin Combino fahren. (Toller Hinweis an die Mitarbeiter, wie trivial letztlich so ein Job ist.)

War übrigens Michael Köchlin da? (Er wird ja auch Kulturchef bleiben, wenn Herr Eymann längst nicht mehr dafür zuständig ist. Weil er ja bedauerlicherweise ausdrücklich gar nicht Stadtpräsident werden will und deshalb die Kultur abgibt.)

Vielleicht war Eymann an dem Abend gerade daran, den Bürgerlichen die Eier langzuziehen, welche diese unsäglich teure PK-Nummer mittragen. Auf Kosten des Kulturbudgets, u.a.

(Eigenen blog mal wiederlesen. Hilft.)

"If people want a sense of purpose they should get it from their archbishop. They should certainly not get it from their politicians." Harold MacMillan

Dazu fällt mir ein, dass diese Stadt ihren Bischofsstab nie losgeworden ist.

Re: Wo war Eymann?

  • Von: Politicus
  • , 29. Juni 2007,
  • 14:58

Herr Eymann geht auch selten ins Theater. Oder an Konzerte. Herr Eymann mochte sich als Kulturminister auch nicht zum Casino-Neubau äussern. Weil er diesen genau so wenig wollte, wie die Mehrheit. Es stellt sich die Frage, was Herr Eymann in diesem Amt eigentlich genau will. Ah - stimmt. Herr Eymann möchte gerne der erste Stapi oder Kapi Basels werden. Herr Eymann tut nämlich eines besonders gern: sich selbst beim Reden zuhören.

aisthesis - Sie sind dran.

Zu Befehl.

  • Von: aísthesis
  • , 29. Juni 2007,
  • 15:30

Spontan kommt mir der, natürlich völlig unerhebliche, Kernbereich BILDUNG in den Sinn. Ferner, wenn man Freund Genosse Politicus glauben wollte: Wie paart sich sein scheins vorhandener Ehrgeiz in Sachen Kantonspräsidium mit dem Diesem zugedachten Bereich Kultur? Müsste sich Eymann - dem Ansatz Politicus' folgend - nicht geradezu darum reissen, jedes kulturelle Detail so zu prägen, wie dies die Frau Baudirektor bei jeder Baustelle tut ... um einen "ego-kongruenten" publicity effect zu generieren?

Könnte es, summa summarum, ganz banal so sein, dass ihm der Bereich Bildung zeitgeistwidrig derart am Herzen liegt, dass er die ja nicht völlig irrelevanten Amtsleiter den Rest - Kultur & Sport - besorgen lässt?

Sie haben Recht

  • Von: Carla
  • , 29. Juni 2007,
  • 15:11

Ich kann Ihnen für einmal nicht widersprechen. Christoph Eymann, den ich eigentlich sehr schätze, hat mit der Kultur nicht viel am Hut. Das ist erstaunlich, wo sich doch die Liberalen durch Kulturbeflissenheit auszeichnen. Ausgerechnet in ihrer thematischen Heimdomäne ist der eigene Regierungsrat schwach.
http://www.ldp.ch/poli...

Wie war der Sound in der Aula?

  • Von: Ernst Spass
  • , 29. Juni 2007,
  • 12:12

Wie schön wäres es, so ein Konzert im KKL zu erleben.

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